Präsident Wiktor Janukowitsch schlug der Werchowna Rada vor eine Reihe der Normen des Steuergesetzes Nr. 2275-VI zu ändern, die Proteste von Unternehmern hervorriefen. Gestern sandte das Staatsoberhaupt den Gesetzesentwurf Nr. 6517 an das Parlament, der das Verbot auf Kreditvergabe in Auslandswährungen beibehält, die Fristen für Steuerprüfungen einschränkt und den Unternehmen gestattet die Steuerzahlungen auf Gewinne über die Anrechnung von Verlusten der Vorjahre zu minimieren. Die Annahme des neuen Dokuments stoppt die Kritik an den Handlungen der Regierung, hofft man bei der Koalition.
Gestern unterzeichnete der Vorsitzende der Werchowna Rada, Wladimir Litwin, das Gesetz Nr. 2275-VI (Gesetzesentwurf Nr. 6337) zur Einbringung von Änderungen in die Steuergesetzgebung, die von den Abgeordneten bereits am 20. Mai beschlossen wurden. Das Dokument, welches von der Regierung Nikolaj Asarow ausgearbeitet wurde, sieht die Erhöhung der Steuern auf Wodka, Bier, Zigaretten und Erdölprodukte vor und ebenfalls eine Verschärfung Mehrwertsteuerverwaltung und der Gewinnsteuern (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 21. Mai). Diese Norm soll die Einnahmen des Staatshaushaltes im laufenden Jahr um 9 Mrd. Hrywnja (ca. 900 Mio. €) erhöhen.
Vermutet wurde, dass das Gesetz bei den Verbrauchssteuern am Tag der Veröffentlichung in Kraft tritt; die Mehrwertsteuerregelung ab dem 1. Juni und die Gewinnsteueränderung ab dem 1. Juli. Einige Tage nach der Annahme des Dokuments erklärte Litwin, dass die Abgeordneten entgegengesetzte Änderungen unterstützten und über das Gesetz am 1. Juni erneut abgestimmt werden soll.
Wladimir Litwin betonte gestern, dass in Verbindung mit dem fehlenden Vorschlag zur Neuabstimmung von Seiten des Profilausschusses der Rada er gezwungen ist, das Gesetz zu unterschreiben und dieses an den Präsidenten zu senden. Darauf bestand man auch beim Finanzministerium. „Das Ministerium ging davon aus, dass dieser Gesetzesentwurf unterzeichnet werden muss, damit er den Status eines Gesetzes erhält und im Anschluss werden Präzisierungen eingebracht“, sagte er. Das Staatsoberhaupt bereitete Änderungen operativ vor – gestern traf in der Rada der Gesetzesentwurf Nr. 6517 „Zur Einbringung von Änderungen in einige gesetzgebende Akte zu Fragen der Steuerbelastung“ mit Unterschrift von Wiktor Janukowitsch ein.
Der Präsident bot den Abgeordneten an die Auflage der Zentralbank im Laufe eines Monats die Vereinfachung der Bedingungen für Kreditvergabe an Inländer, die keine Devisenumsätze machen, in ausländischer Währung zurückzunehmen. Die Abgeordneten baten die Zentralbank die Pflichtreserven unter Devisenkredite der Kategorie und dem Standard von 50-100 Prozent auf 3 Prozent zu senken. Diese Norm wurde von Banken mit ausländischem Kapital gewünscht, damit sie die Kreditvergabe in Devisen, die sie von Mutterstrukturen erhalten, ausweiten können. „Die Banken haben das Problem: es sinkt das Portfolio der Kredite, die gut bedient werden, wo der Anteil der Problemkredite wächst. Die Zahl der neuen Kredite mit Hilfe von liberaleren Bedingungen erhöhend, könnte man den Anteil der schlechten senken“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Pravex-Bank, Wiktor Gladkij. „Aber möglich ist, dass die Berater des Präsidenten meinten, dass die Wirtschaft noch nicht bereit zur Annahme solcher Risiken ist und dem Staatsoberhaupt rieten diese Norm herauszunehmen. Für die Banken, die eine konservative Kreditvergabepolitik beibehalten, ändert die Beibehaltung der derzeitigen Reservepolitik nichts“.
Wiktor Janukowitsch besteht ebenfalls auf dem Entzug des Rechts der Steuerbehörde auf eine außerplanmäßige Überprüfung ohne Vorwarnung des Unternehmers beim Erhalt von Informationen über die Hinterziehung von Steuern durch Unternehmen (darunter bei der Auszahlung von Löhnen). Die Frist für planmäßigen Vorortüberprüfungen verkürzt sich von 30 auf 20 Tage (bei Kleinunternehmern von 20 auf 10 Tage) und die der außerplanmäßigen von 15 auf zehn Tage (von zehn auf fünf Tage). Verlängert werden kann die Überprüfungsfrist nicht um zehn Tage, sondern nur um fünf, für Kleinunternehmen noch weniger – insgesamt um zwei Tage.
Die Steuerleute könnten, gemäß dem Gesetzentwurf, das Recht verlieren die Durchführung von planmäßigen und unplanmäßigen Überprüfungen (momentan sind 30 Tage erlaubt) zu stoppen mit ihrer nachfolgenden Wiederaufnahme über die ungenutzte Frist. Einer Rücknahme unterliegt auch die Norm darüber, dass die Steuerzahler in diesem Jahr nicht mehr als 20 Prozent der Verluste der vergangenen Jahre in ihre Bruttoausgaben aufnehmen können. Beim Finanzministerium wollte man derart die Steuereinnahmen auf Gewinne von verlustbringenden Unternehmen fördern. Im Fall der Annahme des Dokuments könnte man 100 Prozent der Verluste in die Ausgaben aufnehmen. „Es wird die Position aufgehoben, an der die Wirtschaft das meiste auszusetzen hatte“, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ die geschäftsführende Direktorin der Europäischen Businessvereinigung, Anna Derewjanko. „Ohne diese Normen wird ein Ausgleich erzielt: der Haushalt befüllt und die Wirtschaft beruhigt“.
Der Leiter des Ausschusses der Werchowna Rada für Fragen der Steuer- und Zollpolitik, Sergej Terjochin (Block Julia Timoschenko), hob hervor, dass er alle Unstimmigkeiten im Gesetz Nr. 2275-VI in einemBrief an die Erste Stellvertreterin des Präsidialamtsleiters, Irina Akimowa, aufgezeigt hatte. In diesem Brief bat er den Präsidenten sein Veto gegen das Gesetz einzulegen und dieses mit zusätzlichen Ausarbeitungen an die Rada zurückzugeben. „Doch beim Präsidenten hatte man entscheiden, dass ein Veto die Anerkennung der schlechten Arbeit der Regierung wäre, daher wurden die Änderungen über die Vorbereitung eines neuen Gesetzes eingebracht, in dem alle meine Anmerkungen berücksichtigt wurden“, sagte der Abgeordnete dem “Kommersant-Ukraine“.
Die Möglichkeit dessen, dass bei der Vorbereitung des Gesetzesentwurfes Nr. 6337 Fehler zugelassen wurden, erkannte der Leiter des Unterausschusses der Werchowna Rada zu Fragen des Unternehmertums, Michail Tschetschetow, an: „Die neue Regierung arbeitet unter erhöhtem Zeitdruck, daher ist es nicht verwunderlich, dass es in ihrer Arbeit einige Ungenauigkeiten gibt. Doch der Präsident hat diese bemerkt und, was ihm zur Ehre gereicht, fing nicht damit an die Regierung zu decken und zeigte die Ungenauigkeiten auf“. Tschetschetow prognostiziert, dass das Parlament den Gesetzesentwurf des Präsidenten im beschleunigten Verfahren prüft. „Die Wichtigkeit dieser Änderungen für die Unternehmer berücksichtigend, kann ich garantieren, dass das präsidiale Gesetzesprojekt in kürzester Frist beschlossen wird“, erklärte er.
Jurij Pantschenko, Ruslan Tschornyj
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“