Den gestern von der Werchowna Rada ernannten Block des realen Sektors der Regierung kann man als stabiles Team bezeichnen. Auf die Mehrzahl der Posten sind Staatsangestellte ernannt worden, deren Anstrengungen nicht so sehr auf Reformen ausgerichtet sind, denn auf die Stabilisierung der Tätigkeit ihrer Bereiche. Experten vermuten, dass im neuen Kabinett keine ernsthaften Konflikte auftreten werden, was den Unternehmern eine systematische und stabile Arbeit gestattet.
Gestern ernannte die Werchowna Rada die Leiter der Ministerien, welche die Arbeit des realen Sektors der Wirtschaft regeln werden: das Energieministerium, das Kohleindustrieministerium, das Industriepolitikministerium, das Landwirtschaftsministerium und das Transportministerium. „Die Mehrzahl der Unternehmer hat erwartet, dass auf diese Posten sich Leute befinden, die einerseits fähig sind ökonomische Reformen durchzuführen und andererseits effektiv die staatliche Regulierung eindämmen, welcher der aktuelle Premierminister Nikolaj Asarow zugeneigt ist“, sagt der Generaldirektor der Investmentfirma Concorde Capital, Igor Masepa. Die Neigung des neuen Premierministers staatliche Ressourcen zu nutzen, sollte, der Meinung von Marktteilnehmern nach, vor allem auf Rechnung des politischen Gewichts der Minister und ihrer Fähigkeit im äußersten Fall an den Präsidenten zu appellieren, eingedämmt werden. Wenigstens drei der fünf Ministerien leiten Politiker, die fähig sind, eigenständig zu handeln. Langerwartete Reformen kann die Wirtschaft nur in einem Sektor erwarten – im Treibstoff und Energiebereich.
Preise senken und Tarife anheben
Zum Minister für Treibstoffe und Energiewirtschaft ernannte die Werchowna Rada den Stellvertreter des Leiters des Ausschusses der Werchowna Rada für Energiefragen, Jurij Bojko, einem Sektor, der mehr als andere Reformen benötigt. Kein anderer Sektor hat in den letzten zwei Jahren mehr gelitten als der Treibstoff- und Energiesektor.
Die Erdölfördermengen und ebenfalls die Transitmengen über die Ukraine sinken. Die Wärmeerzeugung arbeitet bereits mehr als zwei Jahre im Verlustbereich und befindet sich am Rande des Bankrotts. Die Politik der Vergünstigungen für die staatlichen Schächte führte zu einem Kohledefizit und verschlechterte die Situation im Wärmeenergiebereich weiter. Die Kreditverbindlichkeiten der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“ stieg im letzten Jahr um das zweieinhalbfache und die der Energieerzeuger um das dreifache. Die Lösung dieser Probleme erfordert unpopuläre Maßnahmen und darunter die Erhöhung der Preise für Gas und Elektroenergie, betonen Experten. „Hauptaufgaben gibt es zwei: Stabilisierung der Arbeit und finanzielle Gesundung der Unternehmen der Branche und Senkung der Gaspreise für die Ukraine“, kommentierte Bojko gestern dem “Kommersant-Ukraine“ seine Pläne.
Die Hauptaufgabe für Jurij Bojko liegt in der russischen Richtung: von „Gasprom“ eine Senkung der Preise für russisches Gas von den derzeitigen 305$ für die tausend Kubikmeter auf 205-210$ zu erreichen. Dabei beabsichtigt er dies bis zum 7. April zu machen, wo die Frist der nächsten Zahlung der Ukraine für Gas abläuft.
Informanten des “Kommersant-Ukraine“ bei „Gasprom“ bekräftigen, dass der Chef von „Gasprom“, Alexej Miller, ihn letzten Freitag zu Gasverhandlungen nach Moskau einlud, nachdem „die Rada die Regierung der Ukraine bestätigt und ein neuer Chef von ‘Naftogas’ ernannt wird“. Den Daten des “Kommersant-Ukraine“ nach, wird mit einer großen Wahrscheinlichkeit Jewgenij Bakulin zum Leiter des ukrainischen Erdöl- und Erdgasunternehmens, der auf diesem Posten bereits 2007 arbeitete. „Bakulin hatte als Leiter von ‘Naftogas’ 2007 positive Ergebnisse erreicht. Es gelang ihm die Kreditverbindlichkeiten des Unternehmens zu senken, die Ausgaben zu optimieren und die Gasförderung zu erhöhen“, betont der Direktor des Instituts für Energieforschungen, Konstantin Borodin. Bei „Gasprom“ bestätigte man gestern dem “Kommersant-Ukraine“ gestern die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Kiew: „Wir haben Arbeitserfahrungen mit diesen Leuten und wir kennen sie gut“. Auf die Frage möglicher Preisnachlässe des Monopolisten sagte man, dass es „bislang keine Entscheidung dazu gibt“.
Vorsteuerrückerstattung
Zum Minister für Industriepolitik wurde der Stellvertreter des Vorsitzenden der Speziellen Kontrollkommission der Werchowna Rada zu Privatierungsfragen, Dmitrij Kolesnikow, ernannt. Bis zu seinem Eintritt in die Politik arbeitete Kolesnikow als Direktor für Einkäufe und Logistik des „Nördlichen Erzanreicherungskombinats“, welches zu „Metinvest“ Gruppe gehört. Der Stellvertreter des Direktors der OAO (Offenen Aktiengesellschaft) „Odessaer Hafenwerk“, Walerij Sewastjanow, sagt, dass die Hauptaufgabe des neuen Ministers die Senkung der Preise für Erdgas für die chemische Industrie und eine Lösung der pünktlichen Rückerstattung der Vorsteuer ist.
Kohleindustrieministerium: Investitionen in die Förderung
Auf den Posten des Leiters des Kohleindustrieministeriums wurde der Leiter der Staatlichen Agentur für Fragen der Sicherung der Nutzung von Energieressourcen, Jurij Jaschtschenko, ernannt. Überraschenderweise stimmte diese Kandidatur auch die Opponenten von Präsident Wiktor Janukowitsch zufrieden – den Block Julia Timoschenko. Michail Wolynez (Block Julia Timoschenko), Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, bezeichnete ihn als den einzigen ehrenwerten und gebildeten Menschen der neuen Regierung. Wolynez erinnerte daran, dass Jurij Jaschtschenko bis zum Februar 200 als Stellvertreter des Ministers für die Kohleindustrie in der Regierung Julia Timoschenkos. „Er war ein Gegner der Politik für ungerechtfertigte Vergünstigungen für die staatlichen Schächte zum Nachteil der privaten Kohleförderer und trat für eine angemessene Liberalisierung des Marktes ein, was eigentlich seinen Abgang aus dem Ministerium nach sich zog“, sagt ein Informant im Kohleindustrieministerium.
Agrartandem
Der Agrarblock im neuen Kabinett wird traditionell von zwei Staatsbediensteten vertreten – dem Vizepremier für Fragen des agrarindustriellen Komplexes, Wiktor Slauta, und dem Leiter des Ministeriums für Agrarpolitik, Nikolaj Prisjashnjuk. Der Vorstandsvorsitzende der GAK (Staatlichen Aktiengesellschaft) „Chleb Ukrainy“, Iwan Rischnjak, sagt, dass Slauta bekannt dafür ist, dass er 2007 Vergünstigungen für die Landwirte gewährleistete und ebenfalls als Initiator für einen Agrarfonds auftrat. „Er ist ein Profi mit praktischen Ansätzen zur Lösung von Problemen, doch kardinale Reformen braucht man von ihm nicht zu erwarten“, sagt der Vorsitzende der Vereinigung der landwirtschaftlichen Kooperativen, Iwan Tomitsch. Er merkt an, dass das Tandem Wiktor Slauta und Nikolaj Prisjshnjuk konfliktfrei sein wird. „Sie haben große Erfahrung bei der gemeinsamen Arbeit sowohl im Radaausschuss für Agrarpolitik als auch in der Fraktion – sie haben eine gemeinsame Sichtweise auf die Entwicklung des agrarindustriellen Komplexes in der Ukraine. Einen solchen Konflikt, wie zwischen dem Vizepremier für den agrarindustriellen Komplex, Jurij Melnik, und dem Minister für Agrarpolitik, Alexander Baraniwskij, braucht man nicht zu erwarten“, sagt der Experte.
Ein neues Gesicht
Als unerwart bezeichneten Marktteilnehmer die Ernennung des Direktors von „UkrTransGas“, Konstantin Jefimenko, zum Minister für Transport und Kommunikation, der seit dem 3. März 2006 Abgeordneter des Kiewer Oblastrates vom Block Julia Timoschenko ist. Bis zum letzten Moment erhob die Partei der Regionen Anspruch auf das Transportministerium und als wahrscheinlichster Kandidat wurde Wassilij Dsharta genannt. „Konstantin Jefimentko wurde bei ‘UkrTransGas’ von Wladimir Litwin aufgestellt. Offensichtlich hat er das Vertrauen des Sprechers der Werchowna Rada gerechtfertigt und ist deshalb weiter nach oben gekommen. Eine Ausbildung im Transportbereich hat er genauso wie Arbeitserfahrungen in diesem Bereich nicht“, erläuterte die Ernennung der Pressesprecher der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“, Walentin Semljanskij. „Dem neuen Leiter des Transportministeriums wird die lebendigste Branche der Wirtschaft übergeben. Eben die Transportunternehmen, darunter die ‘Ukrsalisnyzja’ und die Häfen, haben im letzten Jahr ihre Gewinne und die Haushaltszahlungen um einiges erhöht. Seine Hauptaufgabe ist es das Wachstum in diesem Bereich beizubehalten und nicht zu schädigen“, denkt Jurij Maroko, Mitglied des Radaausschusses für Transport und Kommunikation.
Olena Gawrisch, Aljona Golubewa, Jelena Sinizyna
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“