Premierministerin Julia Timoschenko versuchte gestern Argumente zu finden, welche den Abgeordneten der Werchowna Rada beweisen würden, dass ihre Regierung die Ukraine aus der Krise führen kann. Den Worten von Timoschenko nach, erwartet das Land im Jahr 2009 ein fünfprozentiger Anstieg (sic!) des BIP, ein Rückgang der Inflation um mehr als die Hälfte – auf 9,5%, Kredite von sechs Ländern, das Auftauchen von 21 Mrd. Hrywnja (ca. 2 Mrd. €) und kein Ansteigen der Staatsverschuldung. Die Abgeordneten fanden die Prognose nicht überzeugend.
Gestern hörte die Werchowna Rada den Bericht von Premierministerin Julia Timoschenko und der Minister zur sozio-ökonomischen Situation in der Ukraine in der Periode der finanziellen Krise an. Die Premierin gab eine Rezession der Wirtschaft des Landes zu, die von der “Zerstörung des Weltbankensystems” hervorgerufen wurde, doch versprach sie die makroökonomischen Werte, welche dem Haushaltsplan zugrundeliegen, einzuhalten. Ungeachtet dessen, dass im Vorjahr die Inflation bei 22,3% lag, plant Timoschenko in diesem Jahr “eine Inflation auf einem Niveau von 9,5% zu erhalten”. “Diese Hoffnungen gibt uns der Index der Herstellerpreise, der sich bedeutend verringert hat”, betonte sie. “Bereits heute gibt es die Voraussetzungen für eine Verringerung der Preise auch für Verbraucherwaren”.
Timoschenko ist auch überzeugt davon, dass das Wachstum des BIP im Jahre 2009 nicht weniger als die geplanten 0,4% ergeben wird. “Falls die Regierung auch weiter gut abgestimmt arbeiten wird, kann dieser Wert am Ende des Jahres plus 5% sein und nicht minus 5%, wie es der Internationale Währungsfonds erwartet”, sagte sie. Der Finanzminister Wiktor Pinsenyk schickte noch Anfang Januar einen Brief an Timoschenko, in dem er hervorhob, dass der Rückgang um 5% noch eine optimistische Prognose für dieses Jahr darstellt.
Die Premierin ist vom Gegenteil überzeugt und versprach den Abgeordneten im laufenden Jahr um 10 Mrd. Hrywnja (etwas weniger als 1 Mrd. €) mehr an Steuern einzunehmen, als im letzten. Als Argument brachte Julia Timoschenko die Übererfüllung des Einnahmenplanes des Haushaltes im Januar um 0,1172 Mrd. Hrywnja (ca. 0,011 Mrd. €), jedoch die Absicht das Jahr mit einem Budgetdefizit von 2,96% des BIP abzuschließen bekräftigend, was den Verpflichtungen gegenüber dem IWF widerspricht, dessen Mission sich gerade in Kiew befindet. Wie der “Kommersant-Ukraine“ mitteilte, hat die Regierung knapp den Einnahmenplan des Staatsbudgets im Januar übererfüllt, doch die Füllung des allgemeinen Planes, aus dem die Gehälter und Renten finanziert werden, scheiterte (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 3. Februar).
Ungeachtet dessen, dass Timoschenko vom Wachstum der Wirtschaft überzeugt ist, erklärte sie, dass sie einen Haushalt auf Rechnung von ausländischen Krediten bilden will. “Doch das bedeutet nicht, dass sich im Ergebnis der Anwerbung von ausländischen Krediten Staatsschulden der Ukraine herausbilden”, sagte sie. “Derzeit beträgt das Volumen unserer Staatsschuld 11% des BIP, vergleichen sie dies mit anderen Ländern, wo die Auslandsschuld 60-70% beträgt”. Die Premierin drückte ihre Überzeugung davon aus, dass die Verhandlungen mit sechs Ländern es bis zum März erlauben, dem Stabilisierungsfonds 21 Mrd. Hrywnja (ca. 2 Mrd. €) zuzuführen. “Ich hoffe, ich glaube und ich arbeite daran, dass der Stabilisierungsfonds bis zum März aufgefüllt wird und wir damit beginnen ihn auszugeben”, unterstrich sie. Diese Mittel plant das Kabinett für eine Verbilligung von Krediten an den realen Sektor der Wirtschaft und die Finanzierung der EURO-2012 zu verwenden.
Vertreter der Partei der Regionen nahmen den Bericht der Premierin skeptisch entgegen, obgleich sie es nicht schafften sie in den Ruhestand zu schicken. “Wir erwarteten, dass das Kabinett über die wirkliche ökonomischen Situation berichtet, doch anstelle dessen demonstrierte die Premierin ihre Schwäche. Beispielsweise ist nicht klar, wo sie 44 Mrd. Hrywnja (ca. 4,19 Mrd. €) an Haushaltsmitteln für die Refinanzierung des Bankensektors auftreiben will”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ der Stellvertreter des Leiters des Budgetausschusses der Rada, Alexander Pekluschenko. Den Worten der Stellvertreterin des Leiters des Radaauschusses für Fragen der Wirtschaftspolitik, Irina Akimowa, nach, erwarten die Ukraine zum Ende des Jahres bei Weitem keine optimistischen Werte. “Im besten Falle wird das Inflationsniveau bei 15-17% und das BIP-Minus beträgt 3% im Vergleich zu 4% in anderen GUS-Staaten. Dabei darf man nicht vergessen, dass sich der Druck in Richtung einer weiteren Abwertung der Hrywnja verdoppeln kann”, betonte sie. “Die Premierin kann nicht definieren, welchen Wert wir bei der Arbeitslosigkeit haben (Julia Timoschenko verkündete einen Anstieg um mehr als 30%). Dabei beschuldigte sie sich selbst, dass diese Zahlen verschwiegen werden. Derzeit gibt es mehr als 1 Mio. Arbeitslose, innerhalb von ein paar Monaten erreicht diese Zahl 3-4 Mio. Das heißt die Arbeitslosigkeit wird auf einem Niveau von 10-13% liegen”, sagte der Erste Stellvertreter des Radaausschusses für Fragen der Steuer- und Zollpoliti, Nikolaj Kruglow.
“Dem Kabinett wird es sehr schwer fallen zusätzliche Mittel über Auslandskredite anzuwerben, da kaum jemand in die schwächste Wirtschaft der GUS investieren will”, regte sich Pekluschenko auf. “Den realen Sektor der Wirtschaft zu retten, ist bereits unmöglich”, erklärte Akimowa. “Das Kabinett muss den regulativen Druck auf die Wirtschaft senken und alle Anstrengungen unternehmen, um die administrativen Barrieren für Unternehmen zu entfernen”.
Marija Zaturjan
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“