Gestern haben die Abgeordneten des XX. Kongresses der Allukrainischen Vereinigung “Swoboda/Freiheit” (ukrainische Rechtsausleger vergleichbar mit der deutschen NPD) einstimmig die Entscheidung über die Teilnahme des Parteivorsitzenden Oleh Tahnybok an den Präsidentschaftswahlen getroffen. Der Führer von “Swoboda” ist sich seines Sieges sicher und nach den auf dem Kongress verlautbarten Erklärungen, wird seine Kampagne auf Forderungen des Schutzes der Rechte der Titularnation, des Kampfes mit den Oligarchenclanen und den “Moskal” errichtet werden.
Lange vor Beginn des XX. Kongresses der Allukrainischen Vereinigung “Swoboda” konnte man vor dem Gebäude von “Kiewprojekt”, wo er stattfand, konnte man viele Leute in “Wyschiywanka” (ukrainische Tracht) sehen – das waren Delegierte und Gäste des Kongresses. Diese erwiesen sich als so viele, dass für einige die Plätze im Saal nicht reichten, der mit Plakaten mit dem Bildnis des Führers der OUN-UPA (Organisation Ukrainischer Nationalisten – Ukrainische Aufstandsarmee) Stepan Bandera und der Losung “Jeden Ukrainer erreichen” ausgeschmückt war.
“Wo sind die Leute aus Donezk” – fragte einer der Gäste des Kongresses nervös in die Gesichter der Vorbeigehenden blickend. Wie sich herausstellte, suchte das Mitglied von “Swoboda” seine Kollegen aus der Donezker Parteiorganisation.
Die sozialnationale Partei der Ukraine (SNPU, seit dem 14. Februar 2004 – Allukrainische Vereinigung “Swoboda”) wurde am 16. Oktober 1995 gegründet. Ihr Vorsitzender wurde Jaroslaw Andruschkiw. Bei den Wahlen im Jahr 1998 hatte die SNPU gemeinsam mit der Partei “Dershawna Samstijnist Ukrajiny” (Staatliche Eigenständigkeit der Ukraine) in einem Block namens “Weniger Worte” teilgenommen, dabei 0,16% der Wählerstimmen erlangend. Bei den Wahlen des Jahres 2002 hatte die SNPU Kandidaten nur in einmandatigen Wahlkreisen aufgestellt. Bei den Parlamentswahlen 2006 und 2007 nahm die Allukrainische Vereinigung “Swoboda” eigenständig teil, dabei 0,36% und 0,76% der Stimmen bekommend. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen unterstützte “Swoboda” Wiktor Juschtschenko.
“Bevor der Kongress beginnt, lasst uns die Stimmung mit einem Lied heben!”, sagte von der Bühne ein Mensch in schwarzer Wyshywanka, wonach er die Lieder “Ne Pora” und “Oj na hory ta ji sehnzy shnut” sang, sich selbst auf der Bandura begleitend. Danach erschien der Vorsitzende von “Swoboda”, Oleh Tjahnybok, auf der Bühne, über den Beginn der Arbeit des Kongresses informierend und die Wahl der Arbeitsorgane vorschlagend.
“Wer ist dafür, dass Oleh Tjahnybok zum Vorsitzenden des Kongresses gewählt wird?”, wandte sich Tjahnybok an den Saal, wonach die Delegierten freundlich ihre Kärtchen in die Höhe hielte. “Wer ist dagegen? Hat sich enthalten?”
Unerwartet hob der in der ersten Reihe sitzende Stellvertreter des Parteivorsitzenden, der nationale Artist, Bohdan Benjuk, sein Kärtchen.
“Ich berücksichtige dies bei der Zusammenstellung der Listen!”, rügte ihn Tjahnybok scherzhaft. Hauptpunkt der Tagesordnung des Kongresses wurde die Diskussion der politischen Situation in der Ukraine und die Vorbereitung von “Swoboda” auf die Teilnahme an den Präsidentschafts- und möglichen Parlaments- und Regionalwahlen. Vor den Delegierten auftretend, erklärte Tjahnybok, dass die Zeit gekommen ist “die oligarchischen Clane” zu ersetzen, die, der Meinung des Führers von “Swoboda” nach, das Land regieren, mit einer politische Kraft mit nationaler Ideologie, als die “Swoboda” erscheint.
“Die Ideologie soll das Basisprinzip bei der Errichtung des ukrainischen Staates werden!”, überzeugte Tjanybok seine Parteigenossen.
Nach dem Führer wurde das Wort an die Stellvertreter des Parteivorsitzenden übergeben, welche die These Oleh Tjahnyboks über die krisenhafte Situation der Dinge im Lande entwickelten.
“Die aktuelle Zeit kann man als Epoche der listigen Füchsin bezeichnen – das ist die Epoche des Flurhasens? (Seni-Krolik) und Julia, der Schwindlerin (Julja-Aferistka)!”??, erklärte von der Tribüne der Stellvertreter des Parteivorsitzenden, Olexandr Sytsch.
“Noch Stepan Bandera machte eine Prophezeiung über die so genannte Gasröhre. Das ist das einzige, was die Moskaly bislang nicht von uns gestohlen haben. Das verstehen die Moskaly sehr gut: lügen und stehlen, stehlen und lügen, lügen und stehlen!”, wurde die Abgeordnete des Lwiwer Oblastrates, Iryna Farion, unter dem Applaus der Delegierten nicht müde zu wiederholen.
Zur Untersuchung der Hauptfrage des Kongresses kam man erst zwei Stunden nach dem Beginn. Gemäß dem Vorschlag der Vertreter einiger lokaler Organisationen der Partei fassten die Delegierten einstimmig den Beschluss, dass die Allukrainische Vereinigung “Swoboda” an den Präsidentschaftswahlen teilnimmt und der Kandidat der Partei ihr Führer, Oleh Tjahnybok, sein wird. Ein gesonderter Punkt des Beschlusses lautet, dass nach dem offiziellen Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes “die Partei sich unverzüglich auf einem Kongress sammelt, auf dem sie juristisch diesen Beschluss bestätigt”.
Der Führer von “Swoboda” verzichtete darauf, mit den Journalisten die von ihnen erwarteten Wählerstimmen zu diskutieren, lediglich erklärend, dass “wir mit einem Sieg rechnen”. “Jedem von uns langt es in einem solchen Land zu leben, wo die Regierung Gas-, Image- und andere Kriege verliert. Wir beobachten das Erscheinen einer schrecklichen Ukrainophobie, welche von der derzeitigen Regierung zugelassen wird, wo die Ukrainer dafür getötet werden, dass sie Ukrainer sind”, erklärte Oleh Tjahnybok die Notwendigkeit seiner Beteiligung an den Präsidentschaftswahlen.
Sergej Golownjew
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“