Maxym Butkewytsch, Journalist, Menschenrechtsaktivist und Mitgründer von Hromadske Radio, der unabhängigen Radiostation in der Ukraine, ist in russische Gefangenschaft geraten. Die Allianz Ukrainischer Organisationen appelliert an die internationale Gemeinschaft, die Freilassung von Butkewytsch zu erwirken und Information über seine Lage zu verbreiten.
Maxym Butkewytsch ist einer der bekanntesten ukrainischen Menschenrechtsaktivist*innen und Journalist*innen. In den letzten zwanzig Jahren ist er zu einem der aktivsten Menschenrechtler*innen im Land geworden, der sich gegen jegliche Art von Diskriminierung einsetzte und die Toleranz verteidigte. Im März 2022 ist er freiwillig in die ukrainische Armee eingetreten. Zwischen dem 21. und dem 24. Juni 2022 wurde er zusammen mit 13 weiteren Soldaten aus seiner militärischen Einheit in dem Gebiet Luhansk von der russischen Armee gefangen genommen. Die Eltern von Maxym haben zurzeit keinen Kontakt zu ihm und erfuhren Ende Juni aus russischen Medien von seinem Schicksal. Nach wie vor ist sein genauer Aufenthaltsort unbekannt.
Zu seiner Entscheidung sich freiwillig zur Armee zu melden sagte Butkewytsch folgendes:
„Mein ganzes bewusstes Leben war ich Antimilitarist und ich bleibe es in meinen Überzeugungen. Aber ich bin in die Armee eingetreten, um das Wertvollste zu verteidigen.“
Menschenrechtler*innen, Freund*innen und Kolleg*innen von Maxym in der Ukraine und anderen Ländern appellieren dringend an die internationale und europäische Gemeinschaft:
- Bitte helfen Sie, den genauen Aufenthaltsort der Kriegsgefangenen zu ermitteln und Zugang zu Maxym und anderen ukrainischen Gefangenen zu erhalten.
- Bitte unterstützen Sie den Prozess der Rückführung der Gefangenen nach Hause.
- Bitte fordern Sie die Einhaltung aller Rechte der Kriegsgefangenen ein, die in der Genfer Konvention festgehalten sind.
Die Allianz Ukrainischer Organisationen (AOU), ein Zusammenschluss von ukrainischen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Berlin, schließt sich diesem Appell an.
Oleksandra Bienert (AOU), eine in Berlin lebende ukrainische Aktivistin, beschreibt ihre Zusammenarbeit mit Maxym so:
„Maxym Butkewytsch war und ist einer unserer wichtigsten Partnern im Engagement für Menschenrechte in der Ukraine. Ein prominentes Beispiel war unser Einsatz für den nigerianischen Studenten Olaolu Femi, der in der ostukrainischen Stadt Luhansk Opfer eines rassistischen Überfalls wurde. Damals haben wir uns dank Butkewytsch mit anderen zusammen getan und Olaolu geholfen, Gerechtigkeit zu erlangen. Butkewytsch war und bleibt für uns ein Leuchtturm der Menschlichkeit, der immer denjenigen geholfen hat, die am schwächsten waren und der immer da hingeschaut hat, wo es am nötigsten war.“
Über Maxym Butkewytsch:
Maxym Butkewytsch ist ein ukrainischer Menschenrechtler und Journalist. Er ist Mitbegründer und Koordinator des Projekts No Borders, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Asylsuchenden und internationalen Migrant*innen in der Ukraine sowie Geflüchteten aus den von Russland seit 2014 besetzten ostukrainischen Regionen zu helfen. No Borders war eine der ersten Organisationen in der Ukraine, die eine antirassistische Agenda verfolgte und sich gegen die Verbreitung von Hassrede in Medien und Öffentlichkeit einsetzte. Zugleich hat Maxym für den UNHCR in der Ukraine, Moldau und Belarus als regionaler Manager für Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet.
Er war einer der Gründer des ZMINA Human Rights Center und von Hromadske Radio (Zivilgesellschaftliches Radio), wo er 2013 und 2014 als Journalist arbeitete. Er war ebenfalls für den BBC World Service tätig und hat mit verschiedenen ukrainischen TV-Sendern zusammengearbeitet.
Butkewytsch ist zudem eine prominente Figur in Kyjiw: Er unterrichtete als Gastlektor an der Nationalen Universität Kyjiw-Mohyla-Akademie und war Mitglied des ukrainischen Vorstands von Amnesty International. Darüber hinaus gehörte er dem zivilgesellschaftlichen Beirat des Innenministeriums an und beteiligte sich an der Organisation des Docudays UA International Human Rights Documentary Film Festival.
In den letzten Jahren koordinierte er die Umsetzung des Monitoringsystems „REAct“ der Public Health Alliance, welches auf Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine und anderen Ländern Osteuropas und Zentralasiens aufmerksam macht.
Kontakt zu dieser Pressemitteilung:
Oleksandra Bienert
Allianz Ukrainischer Organisationen
oleksandra.bienert@ukr-alliance.de
0176 481 338 62



Forumsdiskussionen
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