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Union ohne Russland

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Anfang Oktober soll in Vilnius eine Vereinbarung über den Beitritt Litauens, Aserbaidschans und Georgiens zum Projekt des Baus der Erdölpipeline Odessa-Brody unterzeichnet werden, welche die Versorgungsunabhängigkeit der osteuropäischen Staaten im Rohstoffbereich von Russland sicherstellen soll. Derweil wird das Projekt von Experten als vor allem politisches bezeichnet, ihrer Meinung nach wird dessen Realisierung noch lange brauchen.

Am Freitag informierte das Wirtschaftsministerium Litauens, dass im Oktober die Vertreter Litauens, Polens, der Ukraine, Aserbaidschans und Georgiens beabsichtigen eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Realisierung des Projekts der Verlängerung der ukrainischen Erdölpipeline Odessa-Brody nach Polen zu unterzeichnen. Dies soll während der internationalen Konferenz zur Energiesicherheit am 10./11. Oktober in Vilnius stattfinden. Dabei soll eine fünfseitige Vereinbarung zwischen den Ministerien unterzeichnet werden und eine zweite zwischen den entsprechenden Firmen.

Das Projekt schlägt den Bau einer Erdölpipeline in der Länge von 250km vor, welche Odessa-Brody mit dem polnischen Adamowo-Zastawa am nördlichen Strang der Drushba/Freundschaft Pipeline verbindet. Von dort geht die Leitung weiter zu den Raffinierien in Płock und Gdansk weiter. Falls die Verbindung gebaut werden sollte, verbindet sie die Regionen des Kaspischen und Schwarzen Meeres mit dem Baltikum und wird ein neuer Weg für den Erdöltransport nach Europa. Momentan wird noch die Finanzierung des Projektes in Höhe von 400 Mio. Dollar aus Strukturfonds der Europäischen Union diskutiert. Doch vorher ist es unumgänglich den Preis der Erdöllieferung zu definieren.

Die Initiatoren des Projektes – “Ukrtransnafta” und der polnische Erdöltransportmonopolist PERN – gründeten hierfür im Juli 2004 das Joint Venture Sarmatia. Den Informationen des Kommersant-Ukraine nach, erhalten nach dem Beitritt jeweils 24,75% der Aktien die Staatliche Erdölfirma Aserbaidschans (SEA), die Staatliche Georgische Erdöl- und Gaskorporation, PERN und “Ukrtransnafta”. 1% erhält das litauische Erdölterminal Klaipedos Nafta.

Odessa-Brody mit einer Kapazität von 9 Mio. t Erdöl im Jahr, gebaut im Jahr 2001, wurde errichtet als Teil eines Systems für die Lieferung kaspischen Erdöls nach Europa über das Schwarze Meer. Doch bisher fanden sich keine Abnehmer. Seit 2004 wird die Leitung in die andere Richtung genutzt, wobei Öl aus Russland von der “Drushba” aus Brody ans Schwarze Meer befördert wird. Zum Projekt Sarmatia ist Kasachstan bislang nicht zugestoßen. Im Mai, als in Krakau die Konferenz unter der Teilnahme der fünf Staatsoberhäupter der potentiellen Teilnehmerstaaten durchgeführt wurde, kam der Präsident Kasachstans Nursultan Nasarbajew nicht vorbei. Er plante die Konferenz zu besuchen, doch sagte die Teilnahme, aufgrund des Besuches des russischen Präsidenten Wladimir Putin, ab. Damals teilte Nasarbajew mit, dass “…Kasachstan dem treu bleibt, dass ein großer Teil, wenn nicht gar alles Erdöl, über das Territorium Russlands geliefert wird.”

“Ressourcen für die Auslastung der Pipeline gibt es nicht, aber ohne diese können lediglich die Politiker die Zweckmäßigkeit der Pipeline beurteilen.”, stimmt der Direktor für Entwicklung von Argus Michail Perfilow zu. “Die Leitung auslasten könnten nur internationale Erdölfirmen, welche Förderstätten in Kasachstan und Aserbaidschan und Kapazitäten zur Verarbeitung in Polen und Deutschland besitzen. SEA verfügt nicht über freie Erdölvorräte, und die anderen Firmen, welche am Projekt teilnehmen, sind Transportfirmen.”, stimmt das Mitglied des Parlamentsausschusses für Energiefragen Michail Wolynez ebenfalls zu. Die Wahrheit ist, dass Russland Gespräche über die Ausweiterung des Erdöltransports von Kasachstan nach Noworossijsk von 31 Mio. t auf 67 Mio. t führt. Und gleichzeitig beabsichtigt Russland eine Erdölleitung mit einer Kapazität von 35 – 50 Mio. t Erdöl im Jahr vom bulgarischen Burgas ins griechische Alexanderoupolis zu bauen. Dies erlaubt das Kasachische Erdöl ans Mittelmeer zu bringen und dabei die überlasteten türkischen Pipelines zu umgehen. Außerdem, erinnert der Analyst der Investmentfirma “Troika Dialog” Walerij Nesterow, sind die Raffinerien Osteuropas für die Verarbeitung des Öls der Sorte “Urals” ausgerüstet, so dass für eine Verarbeitung von Erdöl anderer Sorten erst eine Umrüstung erfolgen müsste. Doch, merkt der Experte an, könnten die Firmen diese Opfer bringen, um die Lieferungen zu diversifizieren und die “russische Bedrohung” zu verringern.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 653

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