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Ausländische Direktinvestitionen sinken im III. Quartal

Die globale Finanzkrise wirkte sich bereits auf den Zustrom an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) aus. Im III. Quartal stellte das Staatliche Komitee für Statistik den niedrigsten Zufluss an FDI seit Anfang des Jahres fest – 1,17 Mrd. $, obgleich aus dem Land lediglich 147 Mio. $ ausgeführt wurden. Den Hauptanteil des Kapital verwendeten Investoren für den Finanzsektor, den Handel und Immobilien. Übrigens, ist der weitere Investitionszufluss gefährdet. Experten erwarten, dass zum Jahresende in die Ukraine 2 Mrd. $ weniger als erwartet kommen – 9 Mrd. $. Und im Jahr 2009 verringern sich die Investitionen auf 7 Mrd. $ – es wird weniger in die Bauwirtschaft, in Immobilien und den Handel investiert, sagen Analysten.

Den Angaben des Statistikamtes nach, betrug der FDI Zufluss von Januar bis September 8,524 Mrd. $. Der reine Investitionszufluss – unter Berücksichtigung des Abflusses (659,4 Mio. $), Kursunterschieden (192,1 Mio. $) und unterschiedlichen Bewertungen – 8,079 Mrd. $. Das Gesamtvolumen an Investitionen betrug zum 1. Oktober 37,621 Mrd. $.

Im III. Quartal wurde der geringste reine Zufluss an FDI in die Wirtschaft der Ukraine seit Anfang des Jahres festgestellt – lediglich 1,17 Mrd. $, teilte gestern das Statistikamt mit. Im I. und II. Quartal wurde von Nichtresidenten wesentlich mehr in die Ukraine gesandt – 3,2 Mrd. $ und 2,96 Mrd. $. Zur gleichen Zeit, den Berechnungen des Statistikamtes nach, verringerte sich der Abfluss an Auslandskapital auf 146,8 Mio. $ (im I. Halbjahr 512,6 Mio. $) und das Investitionsportfolio verringerte sich aufgrund von Kursunterschieden (von Juli bis September verbilligte sich der Euro gegenüber dem Dollar) um 471,2 Mio. $. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren betrug der nominale Zufluss an FDI im III. Quartal 1,82 Mrd. $.

Die Führerschaft beim Investitionsvolumen hat, wie vorher auch, Zypern – im III. Quartal investierten Residenten 226,5 Mio. $ (innerhalb von neun Monaten – 2,587 Mrd. $). An der Spitze sind Österreich, die Niederlande, Frankreich und Großbritannien, welche 447,2 Mio. $ in die Ukraine sandten (1,684 Mrd. $ in neun Monaten). Mittel abgezogen haben Unternehmen aus Ungarn (-24,6 Mio. $), Russland (-10,3 Mio. $) und Italien (-2,8 Mio. $).

Am attraktivsten für Investitionen waren der Finanzsektor, der Handel und Operationen mit Immobilien, die trotzdem weniger Mittel als gewöhnlich erhielten. Nichtresidenten legten in deren Entwicklung 933,7 Mio. $ an, dabei das Investitionsvolumen auf 4,5 Mrd. $ erhöhend. Verringert haben sich die Anlagen nur in der Produktion von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (um 7,7 Mrd. $).

Prognosen von Experten sind nicht tröstlich. Der Meinung des Direktor des Büros für ökonomische und soziale Forschung, Walerij Gladkij, nach, rufen die Ausweitung der Investitionsrisiken in den Ländern Zentral- und Osteuropas, die Verschlechterung der Leistungsbilanz der Ukraine, fehlende Privatisierungen und der Nichtbeschluss der 2009er Budgets vor dem Hintergrund der politischen Instabilität im IV. Quartal eine Verringerung des Zuflusses an Investitionen um 700 Mio. $ hervor. “Niemand möchte Aktiva anderer Länder erwerben – westliche Investoren haben genügend eigene Probleme”, sagt der Analyst der Investmentgruppe “Sokrat” Michail Salnikow. Ein Rückgang der Investitionen zeigt sich Ende des Jahres im Bau, bei Immobilien und in der Bankensphäre. “Der Zufluss an Kapital in die Banken endete im ersten Halbjahr. Alle attraktiven Aktiva sind verkauft, es blieben kleine Banken, durch deren Verkauf man 100-200 Mio. $ herausschlagen kann”, merkt Gladkij an. “Aber diese Ziffer ist unattraktiv für ausländische Investoren. Alle erwarten einen Rückgang der Kapitalisierung und einen Anstieg des Anteils an Problemkrediten”. Daher senken Experten ihre Prognose für dieses Jahr von 11,5 Mrd. $ auf 9-10 Mrd. $.

Voraussetzungen für eine Verbesserung der Situation gibt es im nächsten Jahr ebenfalls nicht, ist Jelena Belan, Analystin der Investmentfirma Dragon Capital, überzeugt. In ihrem Unternehmen erwartet man einen Investitionszufluss von 7-7,5 Mrd. $ und prognostiziert, dass der Handel, der Immobilienbereich und der Bau allgemein in ihrer Entwicklung stehenbleiben. “Der Handel hängt von Krediten ab, die man momentan nur sehr schwer erhält”, erläutert die Expertin. “Investpren halten sich mit Anlagen in Immobilien zurück. Der Markt war überhitzt, es wirkte ein spekulativer Faktor – Immobilien wurden für den Weiterverkauf erworben. Das wird es bereits nicht mehr geben”, denkt Walerij Gladkij. Es ist möglich, dass sogar die Vorbereitung auf die EURO-2012 die Situation nicht verbessert. “2012 ist noch weit weg, daher warten die Investoren die Krise ab und beginnen mit Investitionen etwa 2010”, sagt Salnikow

Natalja Neprjachina

Die Entwicklung des FDI-Wachstums nach Branchen, in Mio. Hrywnja

BrancheFDI im I. HalbjahrFDI im III. QuartalAlgemeines Investitionsvolumen zum 1. Oktober
Finanzen2048,1425,57342,7
Handel524,1271,33.866,1
Immobilienhandel942,4236,93.849,4
Bau468,726,52.127
Produktion von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren195,3-7,71.748,8
Metallurgie75,742,41.715,2
Maschinenbau96,3551.164
Chemie und Erdölchemie104,422967,2
Land- und Forstwirtschaft27762,7897
Kultur, Sport und kommunale Wohnungswirtschaft150,556,5492,8

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 718

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«SEZESSION ist das Zauberwort!!!»

«Wenn die Ukraine gegen Russland Krieg führt, wieso bestehen dann noch immer diplomatische Kontakte zu Russland? Warum wird...»

«Auf Folter hinzuweisen und Bestrafungen zu fordern ist also einjämmerliches Spiel. Ich kenne bessere! Und bessere Kommentare...»

«Danke fuer die Analyse. Eindeutig Russland muss weltweit als Agressor und Kriegspartei anerkannt werden.»

«solange die verbrechen auf der anderen seite geringer ausfallen ist ja alles O.K! WUNDERAR! aber wie sagte es mal der bis...»

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