Gestern fanden in Baku Verhandlungen zwischen Präsident Wiktor Juschtschenko und seinem aserbaidschanischen Kollegen Ilham Alijew statt. Die Staatsoberhäupter diskutierten die Perspektiven der Programme der “Östlichen Partnerschaft” und einigten sich darauf die Möglichkeiten der Lieferung von kaspischem Erdgas nach Europa zu untersuchen. An die Hauptfrage der beiderseitigen Beziehungen – die Lieferung von Erdöl für die Pipeline Odessa-Brody – erinnerten die Präsidenten nur beiläufig.
Hauptziel des zweitägigen offiziellen Besuches von Wiktor Juschtschenko in Aserbaidschan war die Durchführung der ersten Konferenz des Rates der Präsidenten. Die Entscheidung zu dessen Gründung wurde im letzten Jahr auf Initiative der ukrainischen Seite hin getroffen – in Kiew geht man davon aus, dass das neue Organ dabei hilft die Lösung des gesamten Komplexes der beiderseitigen Probleme voranzutreiben. Analoge Räte sind bereits auf der Ebene des Präsidenten der Ukraine und der Russischen Föderation bzw. Rumäniens aktiv.
Übrigens, noch vor Beginn der gestrigen Sitzung des Präsidentenrates wurde bekannt, dass in der Hauptfrage der ukrainisch-aserbaidschanischen Beziehungen – dem Beginn der Arbeiten am Eurasischen Erdöltransportkorridor (EANTK) – es nicht gelingen wird einen spürbaren Fortschritt zu erreichen. “Dieses Mal werden keine konkreten Fristen (des Beginns der Arbeiten) verkündet werden”, erzählte den Journalisten der bevollmächtigte des Präsidenten für Fragen der internationalen Energiesicherheit, Bogdan Sokolowskij.
Den Worten von Sokolowskij nach, besteht der Hauptgrund in der Verzögerung der Umsetzung des Projektes der EANTK im Widerstand des Ministerkabinetts. Er erinnerte daran, dass noch am 22. Mai des letzten Jahres das Staatsoberhaupt einen Erlass zum Übergang der Erdölpipeline Odessa-Brody, welche Teil des Erdöltransportkorridors ist, vom reversen in den aversen Betrieb (d.h. in Richtung Brody von Odessa aus) unterzeichnete, in dem vorgesehen war, dass die Regierung ein entsprechendes Projekt ausarbeitet. “Doch bislang gibt es diesen Entwurf nicht”, konstatierte der Bevollmächtigte des Präsidenten mit Bedauern. Bogdan Sokolowskij merkte übrigens an, dass das Projekt des EANTK nicht eingefroren ist und die Arbeiten zu dessen Umsetzung fortgesetzt werden. Insbesondere plant man am 24. April in Warschau eine feierliche Unterzeichnung der technisch-ökonomischen Grundlagen des Projektes.
Den Ergebnissen der Konferenz des Rates der Präsidenten nach, die in geschlossener Form stattfand, entschieden sich die Staatsoberhäupter keine traditionelle Pressekonferenz durchzuführen und beschränkten sich auf kurze Erklärungen für die Presse. Wiktor Juschtschenko teilte mit, dass eines der Gesprächsthemen die Perspektiven der “Östlichen Partnerschaft” wurden – eine neue Form der Zusammenarbeit der Europäischen Union und sechs postsowjetischer Staaten, darunter der Ukraine und Aserbaidschan. Wie bekannt ist, hat Brüssel bereits konstatiert, dass in den Dokumenten der “Östlichen Partnerschaft” keine Erwähnungen der europäischen Perspektiven der Partnerländer enthalten sind (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 25. März. Doch erklärte Juschtschenko gestern, dass die Europäische Union die Position zu der gegebenen Frage ändern soll. “Wir (die ukrainische Seite) gehen davon aus, dass dieses Projekt sich die Aufgabe stellen soll den sechs Ländern eine Vision der Perspektiven der Annäherung und Integration (mit der Europäischen Union) geben soll”, sagte der Präsident.
Ein weiteres öffentliches Ergebnis der Konferenz wurde die Erklärung von Juschtschenko darüber, dass die Außenministerien der Ukraine und Aserbaidschans Konsultationen zur Frage der Lieferung aserbaidschanischen Gases in die Länder der Europäischen Union durchführen. Er betonte, dass dieser Frage “eine große Aufmerksamkeit im Verlaufe der Verhandlungen” gewidmet wurde, doch konkretisierte er nicht, von welchen Liefermengen und -wegen die Rede ging.
Wie erwartet wurde, enthielt der Auftritt der Präsidenten keine Neuigkeiten zu den Perspektiven der Pipeline Odessa-Brody. Wiktor Juschtschenko erwähnte lediglich kurz, dass “sich das Projekt des EANTK im finalen Stadium befindet”.
Sergej Sidorenko
Quelle: Kommersant-Ukraine
Bilder vom Empfang finden sich auf der Seite des Präsidenten


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“