Der Konflikt mit Russland in der Frage der Gaslieferungen zwingt die Regierung dazu Wege der Nutzung alternativer Brennstoffarten für die Industrie und Unternehmen des Brennstoff-Energiekomplexes zu suchen. Am Freitag wies das Ministerialkabinett das Energieministerium und das Ministerium für Industriepolitik an die Mehrzahl der Unternehmen von Erdgas auf Masut (Destillationsrückstand des Erdöls) umzustellen. Beim Energieministerium redet man davon, dass die energieerzeugenden Unternehmen mit Kohle versorgt sind, deren Vorräte bis zum Ende der Heizsaison reichen sollen. Doch in den Wärmekraftwerken der Oblaste verkündete man die Gefahr des Stillstandes – die Unternehmen erhalten alternative Brennstoffe erst danach, wenn sie die riesigen Schulden für Gas bezahlt haben.
Am Freitag hat die Regierung das Ministerium für Brennstoffe und Energie und das Ministerium für Industriepolitik angewiesen, Unternehmen des Brennstoff-Energie und des Industriekomplexes auf die Nutzung von Masut umzustellen. “Die Ministerien erhielten eine Anweisung zur Umstellung aller Unternehmen, die anstelle von Gas Masut nutzen können, auf diesen Brennstoff”, erklärte der Erste Vizepremier Alexander Turtschinow. Außerdem wird die Prozedur des Einkaufs von Masut erleichtert und dessen Kauf ohne Ausschreibung erlaubt – diese Anweisung wurde bereits vom Kabinett vorbereitet, teilte der Wirtschaftsminister Bogdan Danilischin mit.
In Verbindung mit der Unterbrechung der Gaslieferungen sind viele ukrainische Unternehmen zu Masut und anderen alternativen Brennstoffarten übergegangen. In der letzten Woche verkündeten dies der Hafen “Jushnyj”, das Metallkombinat “Saporoshstal”, das Saporoshjer Automobilwerk, das Saporoshjer Aluminiumkombinat, “Motor Sitsch”, “Neftechimik Prikarpathja”, das Charkower Blockheizkraftwerk Nr. 5 und das Krementschuger Blockheizkraftwerk. Das Pridneprower Blockheizkraftwerk ist zu Masut und Kohle übergegangen, zu Masut plant auch Kiewenergo überzugehen. Beim Pressedienst der Charkower Oblastverwaltung erklärte man am Freitag, dass der Übergang zu Masut es erlaubt Charkow in vollständiger Höhe mit Warmwasser und Wärme zu versorgen, dabei mehr als 80.000 Kubikmeter Gas in der Stunde einsparend.
Doch die Masutvorräte sind nicht ausreichend für die Anforderungen der ukrainischen Industrie. Den Worten des Pressesprechers des Energieministeriums nach, betrugen die Vorräte in der Ukraine am 10. Januar 62.100 t. Zum Vergleich – allein für die Funktion von “Kiewenergo” sind etwa 78.000 t Masut im Monat notwendig, erklärte am Freitag der erste Stellvertreter des Bürgermeisters, Anatolij Golubtschenko. Außerdem, teilte der Pressesprecher mit, dass in den Speichern der energieerzeugenden Unternehmen genügend Kohle angespart wurde: zum 10. Januar lagerten 3,115 Mio. t Kohle in den Kraftwerken, was 66,4% mehr ist als vor einem Jahr. “Diese Vorräte erlauben es zu sagen, dass bis Ende der Heizsaison die vereinigten Energiesysteme der Ukraine stabil arbeiten werden”, erzählte man beim Energieministerium.
Übrigens, Vertreter der kommunalen Energieversorger erklären, dass die Sphäre der Wärmeversorgung sich in einem kritischen Zustand befindet: die Unternehmen, welche Gasschulden haben, können kein Masut, keine Kohle und kein Gas erhalten, solange die Schulden nicht getilgt sind. “Wie können wir die Schulden tilgen, welche sich innerhalb von Jahren angesammelt haben, wenn die Bevölkerung schlechter für die Dienstleistungen bezahlt?”, fragt sich der Direktor der “Poltawateplokommunenergo”, Leonid Bratikow. “Außerdem kostete Anfang 2008 MAsut noch 800 Hrywnja, doch derzeit 1.860 Hrywnja pro tausend Kubikmeter – dies ist faktisch gleich zum Gaspreis”. Der Direktor der “Lwowteplokommunenergo”, Igor Martschak, sagt, dass die Wärmeversorgungsunternehmen sich an der Grenze zum Stillstand befinden: “Alle westukrainischen Unternehmen sind als große Schuldner verpflichtet worden für Gas zu zahlen, andernfalls wird es keine Zuteilungen von alternativen Brennstoffen geben. Wir könnten jeden Tag unsere Arbeit einstellen”.
Jelena Sinitsyna, Marija Zaturjan
Quelle: Kommersant-Ukraine


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