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Rodovid Bank bietet sich dem Staat an

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Die Rodovid Bank könnte zur ersten ukrainischen Bank werden, die freiwillig einer Teilhaberschaft des Staates zustimmt. Doch der Verkauf der Aktien an das Finanzministerium bedeutet nicht das Scheitern des Abkommens mit der Unternehmensgruppe ISTIL (International Steel and Tube Industries Limited), versichert man bei der Bank. Marktteilnehmer zweifeln an dem Erfolg des Doppelgeschäfts, da die neuen Aktionäre nur schwer ihre Einflussbereiche teilen können. Doch der Eintritt des Staates in das Kapital der Rodovid Bank sollte die Anleger beruhigen, sagen Banker.

Die Eigentümer der Rodovid Bank änderten den Sanierungsplan des Kreditinstitutes und entschieden am 26. Februar auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung die Frage der Notwendigkeit einer Beteiligung des Staates am Bankkapital zu untersuchen. Die Aktionäre möchten ebenfalls ihre Entscheidung vom 30. Januar zur Erhöhung des Stammkapitals der Bank um das 2,6-fache oder um 700 Mio. Hrywnja (heute ca. 60,34 Mio. €; damals ca. 66,7 Mio. €) zurücknehmen, zitierte die Agentur “Interfax-Ukraina” die Mitteilung der Bank. “Wir sehen den ersten Fall in der Ukraine, wo ein Investor gemeinsam mit dem Staat die Rekapitalisierung einer Bank durchführt und diese in die Top-10 des Marktes bringt”, erzählte dem “Kommersant-Ukraine” der kommissarische Vorstandsvorsitzende der Rodovid Bank, Dmitrij Jegorenko. “Das Sperrpaket wird dem Investor gehören. Innerhalb von drei Jahren hat er das Recht vom Staat dessen Aktienpaket aufzukaufen, gemäß dem Kabinettsbeschluss Nr. 960”. Im §4 des Beschlusses heißt es, dass die Kapitalisierung der Bank mit Beteiligung des Staates unter der Bedingung der Übergabe von 50%+1 Aktie in das Eigentum des Staates vor sich geht. Am vergangenen Mittwoch stimmte das Kabinett dem Aufkauf eines Minderheitspaketes zu.

Beim Pressedienst der Bank präzisierte man gegenüber dem “Kommersant-Ukraine”, dass man plant die Entscheidung zur Kapitalerhöhung zu revidieren und und einer größeren Kapitalinfusion zuzustimmen. “Die Verhandlungen zur strategischen Partnerschaft mit dem Unternehmen ISTIL werden fortgesetzt und die Frage zur Rücknahme des Geschäfts steht nicht auf der Tagesordnung”, versicherte man dem “Kommersant-Ukraine”. Vorher wurde vorgeschlagen, dass die Unternehmensgruppe ISTIL, Mohammed Zahoors, 39% der Rodovid Bank im März kauft. Es gelang gestern nicht Kommentare von der ISTIL Gruppe zu erhalten.

Die Rodovid Bank wurde im Jahre 1991 registriert. Den Angaben der Assoziation der ukrainischen Banken nach, belegte die Bank zum 1. Januar den 19. Platz den Aktiva (13,195 Mrd. Hrywnja; ca. 1,1375 Mrd. €) nach und den 20. dem Kapital nach (1,472 Mrd. Hrywnja; ca. 0,127 Mrd. €). Hauptaktionär der Rodovid Bank ist das Unternehmen “RB ‘Capital Group’”, welche 76,7798% der Aktien besitzt.

Die Rodovid Bank ist zum ersten Kreditinstitut geworden, welches öffentlich sein Interesse an einem Verkauf der Aktien an den Staat zugab. Wie der “Kommersant-Ukraine” berichtete, hatte das Finanzministerium Anfang Februar allen Banken einen Brief, mit der Bitte ihren Bedarf an staatlichem Kapital einzuschätzen, gesandt (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 19. Februar). Bei der Investmentfirma Dragon Capital, welche Aktien der Rodovid Bank im Verlaufe eines private placements erwarb, ist man nicht informiert über die Pläne Staatsgelder zur Finanzierung heranzuziehen. “Es ist möglich, dass der Grund für die Entscheidung das wurde, dass die Verhandlungen mit den Investoren schlecht endeten. Doch das ist ein seltsames Schema – es wird ihnen nicht gelingen, gleichzeitig einen Investor und den Staat heranzuziehen. Wie werden diese beide gemeinsam leben, wer wird die Entscheidungen treffen? Die einzige Variante ist – wenn der Investor eine Einlage hat und dafür Aktien erhält und der Staat für diese Einlage garantiert”, denkt der Direktor der Verwaltung der Investitions- und Bankendienstleistungen von Dragon Capital, Brian Best.

Allein im IV. Quartal 2008 haben sich die Einlagen von physischen Personen bei der Rodovid Bank um 534 Mio. Hrywnja (ca. 46 Mio. €) und die von Unternehmen um 1,139 Mrd. Hrywnja (ca. 98,1 Mio. €) verringert. Aufgrund der Probleme mit der Zahlungsfähigkeit senkte die Agentur Fitch das Rating der Rodovid Bank auf das Niveau D (“ein Zahlungsausfall bei allen finanziellen Verbindlichkeiten”) und rief es danach zurück (die Rodovid Bank beendete die Zusammenarbeit mit Fitch, Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 16. Februar). Daher wird der Fakt der Kapitalisierung der Rodovid Bank durch den Staat positiv aufgenommen. “Der Eintritt eines beliebigen Aktionärs ist bereits gut. Je mehr Investoren es gibt, um so besser, da eine Diversifikation der Aktionäre stattfindet und diese können mehr Geld einbringen. Über den Eintritt in das Kapital der Rodovid Bank wird der Staat zum stabilisierenden Faktor. Dies kühlt die heißen Köpfe der Anleger”, ist sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bank “Finansy ta Kredit”, Sergej Borissow sicher.

Jelena Gubar

Quelle: Kommersant-Ukraine

In der Zeitung Delo schreibt man ungefähr das Gleiche, doch wird zusätzlich nicht ausgeschlossen, dass auch die Rodovid Bank einer zeitweiligen Verwaltung seitens der Zentralbank unterliegen wird.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 798

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