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Russland als Ressource

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Viele Russen denken, die Ukraine sei entweder Russland oder ein anderes Russland. Warum verdienen die Ukrainer nicht daran?

Nicht jeder in Russland ist ein Oligarch oder bedeutender Beamter. Oder sonst irgendeine wichtige Person. Das heißt, es kann nicht jeder in Russland nach Großbritannien emigrieren, seine Kinder und Liebschaften oder „sein“ Geld dorthin schicken. Genauso kann nicht jeder nach Österreich auswandern, wie die Frau Luschkows oder nach Deutschland wie Putins Tochter. Oder nach Spanien, wie die postsowjetischen Banditen, oder nach Montenegro, wie zweitklassige Unternehmer. Nicht nur deswegen, weil das zu teuer wäre, sondern auch weil nicht alle in ein fernes und ganz anderes Land wollen.

In Russland jedoch möchte fast jeder erstens ein anderes Leben (nicht unbedingt in erster Linie dafür, um, sagen wir, eine politische Wahl zugunsten der Partei „Anderes Russland“ zu treffen), und zweitens möchte fast jeder in die Ukraine kommen. Das bedeutet zumindest Geld (wie zum Beispiel Moskauer, die über Wochenenden und Feiertage nach Kiew kommen), und maximal Erfahrung und Talent (wie zum Beispiel Persönlichkeiten wie Jewgenij Kisseljow) in die Ukraine zu bringen. Warum sollte man sich das nicht zunutze machen? Warum macht man diese Migration nicht zu einer der Prioritäten der ukrainischen Staatspolitik? Zumal wir es hier in der Ukraine ohne Migranten bald sehr schwer haben werden…

Die Migration der Russen in die Ukraine hätte drei Vorteile: Leute, Geld und Einfluss auf die Politik in Russland. Noch dazu sind diese Leute uns ähnlich. Geld ist uns begreiflich. Und der Einfluss ist unbedingt notwendig.

Also, eines nach dem anderen.

Leute.

Warum gibt es in der Ukraine Probleme mit dem Rentensystem? Warum gibt es in der Ukraine so viel Provinzielles? Weil die Ukraine unter einem Mangel an Menschen leidet. Unter einem Mangel an wirtschaftlich und gleichsam kulturell aktiven Personen.

Es mangelt nicht an jenen, welche nur fähig sind als Arbeitnehmer angestellt zu werden, sondern an jenen, die andere in Dienst nehmen. Nicht aber nur für Fabriken, welche schon zu Stalins Zeiten erbaut wurden, oder für Werke der alten Industrie, beschlagnahmt vom Staat unter Kutschma. Und auch nicht an jenen, welche fähig sind, nur die eigene Qualifikation und den eigenen Bildungsstand zu steigern, sondern an jenen, die dazu imstande sind, Qualifikation und Bildungsstand eines anderen zu heben. Zumindest im persönlichen Gespräch außerhalb des Rahmens irgendeines Bildungsprogramms.

Wenn es heißt, auf einen Rentner kommen bei uns zu wenig Arbeiter vergisst man zu sagen, dass bei uns auf einen der fähig ist Geld auszugeben, viel zu wenige kommen, die fähig sind Geld zu verdienen und auf einen der fähig ist Dinge zu ersinnen, kommen viel zu wenige, die fähig sind ein System für die Umsetzung des Erdachten zu organisieren.

Auch die Kulturträger werden weniger. Unsere Gesellschaft drängt solche Ukrainer in die Emigration. Unsere Gesellschaft nötigt diese Ukrainer, sich nicht so viel mit der Verwirklichung ihrer Begabungen, wie mit dem Aufstellen eines persönlichen Sicherheitssystems, zu beschäftigen. Trotzdem jedoch bemüht sich unsere Gesellschaft nicht im Überleben und im Zwang, wie sich darin zum Beispiel die russische Gesellschaft bemüht. Eben deshalb gibt es in der Ukraine jemanden, den man irgendwo zu einem Zweck aufnehmen kann. Bei uns ist es schlechter als im Westen, aber besser als in Russland.

Zweitens: Geld. Die Russen werden in der Ukraine kaum den Djihad irgendwo in Pakistan sponsern wie die Araber in England. Kaum werden sie auch das Geld sparen, um in die Ukraine irgendein Dorf/Kischlak, einen Aul und weitere Verwandten zu importieren. Und sie werden keine Stadtviertel zu Ghettos umgestalten. Das sind Europäer. Und uns nahestehende Menschen – Individualisten. Für die Russen bedeutet die Ukraine etwas wie einen Kurort: ein südliches Land mit besseren Menschen, niedrigeren Preisen und einem leichteren Staat. Leichter in dem Sinne, dass er nicht mit seiner übertriebenen Größe, wie die Leber eines Alkoholikers, auf einem lastet. Wenn die Ukraine noch das Recht auf Eigentum und die persönliche Sicherheit verteidigen würde, wie man das auch in anständigen Ländern macht, aber nie in Russland machen wird, wäre das nicht mit Geld zu bezahlen.

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Außerdem grenzt die Ukraine an Russland. Das bedeutet hierher kann man nicht nur fliegen, sondern auch fahren. Zumindest auf ein Wochenende. Auch spricht man hier in der Muttersprache Russisch.

Das heißt, um es den Auswanderern von Russland leicht zu machen, ihr Geld auszugeben, ihre Talente und die Initiativen in der Ukraine zu realisieren, muss man alles so machen, dass es leichter ist als in Russland und dass das wirtschaftliche Resultat und die kulturelle Identität besser bewahrt werden als in Russland.

Es ist sehr schade, dass ukrainische Nationalisten und Kremlphobe nicht verstehen, wie vorteilhaft diese Fakten sind. Vorteilhaft, wenn die Ukraine lernt, ein Expansionsstaat zu sein.

Der Reiz für Migranten ist die Basis für Expansion in der zeitgenössischen Welt.

Drittens: die Politik. Die Ukraine wälzt sich nun schon zwanzig Jahre zwischen dem Wunsch Russland in die NATO zu entkommen und den Versuchen in einem Bündnis mit Russland unter diesen und jenen Bedingungen zu leben hin und her. Ich möchte nicht sagen, dass es Zeit ist, aufzuhören sich hin- und herzuwälzen, denn trotz allem ist das hin und her interessant zu beobachten. Ich möchte damit sagen, dass die Ukraine für manche Russen schon ein besseres Heim und auch ein angenehmerer Urlaubsort ist als Russland. Wenn man noch ein bequemeres Rechtssystem und eine schnellere Transportverbindung mit Russland hinzufügen könnte, dann würde das Wachstum der Integration von Menschen auch die Ukraine zu einer entwickelteren machen und die Gründe für das hin und her der Ukraine wären beseitigt.

Außerdem würde dieses Wachstum einerseits in gewissem Maße den Kreml verschonen von Bürgern, welche mit ihm unzufrieden sind oder die Unzufriedenheit zumindest reduzieren, und andererseits würde es nicht endgültig und unwiderruflich befreien von Bürgern, wie das Wachstum der Integration von Russen am Beispiel Englands. Tatsächlich ist das eine Aussicht auf Zusammenarbeit.

Und auch die Chance, die Ukraine kalkulierbarer zu machen für Leute, die eine Entscheidung treffen über Projekte wie „South Stream“. Wie wichtig das ist brauche ich, glaube ich, nicht zu erklären.

Die Migration benötigende Ukraine hat also direkt an ihrer Grenze eine wunderbare menschliche Ressource. Die Geld brauchende Ukraine grenzt an einen Staat, auf dessen Territorium man ziemlich gut Geld verdienen, aber nicht das Recht auf Eigentum bewahren und auf persönliche Sicherheit hoffen kann. Und die Ukraine, welche ein zivilisierteres Verhältnis zu Russland braucht, hat die Chance diese Beziehung endlich effektive haltbar und auf lange Zeit in Ordnung zu bringen.

Warum sollte man sich das nicht zunutze machen? Letzten Endes kann man viele Probleme der Ukraine, darunter auch das Problem des Mangels an einer wirtschaftlich aktiven Bevölkerung und damit auch das Problem des zu langsam wachsenden Bruttoinlandsprodukts auch ohne die sogenannten europäischen Standards zu erreichen. Es genügt, lediglich Leben und Eigentum bedeutend mehr zu sichern als sie in Russland gesichert werden.

01.11.2010 // Dmitrij Litwin

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Quelle: Lewyj Bereg

Übersetzer:   Armin Weber — Wörter: 1120

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„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“