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Ära Tschernomyrdin in der russischen Botschaft endet

Der Präsident Russlands, Dmitrij Medwedjew, hat gestern den Botschafter der Russischen Föderation in der Ukraine, Wiktor Tschernomyrdin, entlassen. Wie Informanten des “Kommersant-Ukraine“ bestätigen, hat Tschernomyrdin selbst um seine Entlassung gebeten, sich dabei auf Gesundheitsprobleme berufend. Neuer Botschafter wird wahrscheinlich Grigorij Karasin – Stellvertreter des Außenministers von Russland, der sich mit den Verbindungen zur Ukraine befasst.

Der Rücktritt des Botschafters der Russischen Föderation in der Ukraine, Wiktor Tschernomyrdin, wurde gestern Abend bekannt. Tschernomyrdin vom Botschafterposten entlassend, ernannte Dmitrij Medwedjew ihn zu seinem Berater für Fragen der ökonomischen Zusammenarbeit mit den Teilnehmerstaaten der GUS. Wiktor Tschernomyrdin hat die Information über seinen Abgang bereits bestätigt. “Mein Aufenthalt hier endet, doch ich bedauere die in der Ukraine verbrachten Jahre nicht … Ich danke ihnen für alles!”, erklärte er gestern Abend in Kiew auf einem Empfang anlässlich des Russlandtages, der am 12. Juni begangen wird.

Wiktor Tschernomyrdin, der am 9. April 71 Jahre alt wurde, war der älteste vom Alter und von der Akkreditierungsdauer Botschaftsleiter in der Ukraine. Auf diesem Posten arbeitete er genau acht Jahre, damit die Regel der regulären Rotation der Leiter der diplomatischen Vertretungen brechend. “Wiktor Stepanowitsch hätte länger gearbeitet, doch hinderten ihn objektive Gründe. Er war hinreichend oft ernsthaft erkrankt, wofür sein beträchtliches Alter spricht. Zu bestimmten Zeiten hinderte ihn das sogar die Botschafterpflichten wahrzunehmen”, sagte dem “Kommersant-Ukraine“ ein Informant in Diplomatenkreisen.

Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“ bestätigen, dass Tschernomyrdin bereits im Winter seinen Rücktritt eingereicht hat und im Kreml plante man seinem Antrag eher zu entsprechen. “Ich wusste davon, dass vor einigen Monaten ein Beschluss vorbereitet wurde und einige Kandidaten in Betracht gezogen wurden. Doch danach verlor diese Frage ihre Aktualität”, sagt Igor Alexejew, Sekretär des Radaausschusses für auswärtige Angelegenheiten. “Der Wechsel des Botschafters wurde von der Geschichte mit der Note gestört, die Tschernomyrdin vom (damaligen) Außenminister Wladimir Ogrysko übergeben wurde (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 18. Februar). In dieser Situation konnte der Kreml den Botschafter nicht entlassen, da dies wie eine Übereinstimmung mit den Ansprüchen der Ukraine ausgesehen hätte”, denkt einer der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“.

Dem “Kommersant-Ukraine“ wurde der Hauptkandidat für den Botschafterposten der Russischen Föderation in der Ukraine bekannt. Es ist vorgesehen, dass diesen der Stellvertreter des Außenministers der Russischen Föderation, Grigorij Karasin, besetzt, der sich mit den Beziehungen zur Ukraine beschäftigt. Diese Auskunft wurde dem “Kommersant-Ukraine“ sowohl beim ukrainischen, als auch beim russischen Innenministerium bestätigt. “Der Botschafter in der Ukraine – das ist sehr seriös und prestigereich, so dass für Karasin dieser Posten nicht als Erniedrigung, sondern möglicherweise als Aufstieg gilt. Außerdem hatte Grigorij Borisowitsch selbst den Wunsch geäußert nach Kiew zu reisen”, teilte einer der Diplomaten mit.

Das offizielle Moskau hat bisher nach Kiew keine Anfrage für eine Zustimmung gesandt. Befürchtungen in dieser Frage gibt es übrigens nicht; die Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine” sind sich sicher, dass Kiew seine Zustimmung zur Ernennung gibt. “Karasin ist der ideale Kandidat, seine Erfahrung, die Ausrichtung seiner Arbeit im Außenministerium und sein Alter (59 Jahre) berücksichtigend”, sagte ein hochgestellter ukrainischer Diplomat.

Sergej Sidorenko

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 529

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