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Ukrainische Zentralbank bereitet sich auf eine Krise der Wirtschaft vor

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Gestern entschied sich der Zentralbankrat, nach Konsultation mit internationalen Experten, die makroökonomischen Prognosen des Kabinetts für 2009 – eine Erhöhung des BIP um 6%, bei einer Inflation von 9,5% – zu unterstützen, wo noch am Vortag die Mitglieder des Rates keine einheitliche Position ausarbeiten konnten. Eine solche einheitliche Meinung zeigte die Zentralbank (NBU) in Erwartung der Rezession der Weltwirtschaft. Mit der Inflation beabsichtigt der Regulierer mithilfe der Ausgabe von Einlagezertifikaten und der Entnahme von Geld aus dem Wirtschaftskreislauf zu kämpfen. Banker gehen davon aus, dass die NBU sich auf eine Krise der ukrainischen Wirtschaft vorbereitet, wenn sie damit rechnet, dass Zertifikate zum einzigen Mittel der Sicherung von Mitteln werden.

Der Zentralbankrat billigte gestern die makroökonomischen Prognosen des Kabinetts und bestätigte die “Hauptprinzipien der Geld- und Kreditpolitik für das Jahr 2009”. “Dem ging eine nicht einfache, doch jeglicher politischer Note entbehrende Diskussion voraus.”, informierte der Leiter des NBU-Rates Pjotr Poroschenko. “Am Morgen habe ich in der Zentralbank einen großen Expertenkreis versammelt, welche die Leiter der Mission der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds repräsentierten, lud Vertreter des Kabinetts und der Premierministerin ein. Die Weltbank und der IWF betonten, dass die Ukraine wie noch nie abgestimmte Handlungen benötigt. Die Zentralbank muss in den Grenzen ihrer Kompetenzen vorgehen und die Ziele erfüllen, welche von den makroökonomischen Vorgaben benannt wurde, vorbereitet vom Kabinett.”

Das Ministerialkabinett erwartet 2009 eine Inflation auf dem Niveau von 9,5%, ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 6%. Den Angaben des Statistikamtes nach, betrug die Inflation von Januar-August 2008 14,8%, 2007 – 16,6%. Das BIP stieg in den acht Monaten um 7,1% und in 2007 um 7,6%.

Poroschenko erläuterte, dass die Mitglieder des NBU Rates, welche von der Werchowna Rada und dem Präsidenten ernannt werden, auf Widerstand gegen die Inflationsprognose aufgrund der Vertiefung der Weltfinanzkrise verzichteten, die gestern vom “Krach” um zwei der größten Investmentbanken der USA hervorgerufen wurde. “Wir müssen diesen Fakt mit einberechnen, dass in der Welt die größte Krise des Finanz- und Bankensektors seit der Großen Depression herrscht.”, erklärte der Leiter des NBU-Rates. “Und wir können konstatieren, dass das wahrscheinlichste Szenario für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft eine Rezession ist, welche die USA und die Mehrheit der Länder der Eurozone betrifft. Ohne Frage muss die NBU auf solche Entwicklungsszenarien vorbereitet sein und muss bestimmte Risiken den Entwicklungsvarianten der Geldpolitik zu Grunde legen.” Den Daten des “Kommersant-Ukraine“ nach, hatten die Ratsmitglieder noch am Vortage keine einheitliche Position. Am Freitag und Sonnabend konnte die Arbeitsgruppe des Rates nicht entscheiden, ob man die Position des Kabinetts unterstützen oder die eigene bestätigen soll. Der Währungskorridor wurde von der NBU auch fast nicht geändert: die Prognose des offiziellen Kurses der Hrywnja wurde auf einem Niveau von 4,85 Hrywnja/$ beibehalten, mit einem 1% höheren Korridor von plus/minus 5%. Die NBU erkannte an, dass Hrywnja von 4,6 bis 5,1 Hrywnja/$ schwankt.

Als interessanter erwies sich eine andere Ziffer, die gestern von der Zentralbank gebilligt wurde. Die NBU verringerte im Vergleich zum laufenden Jahr die Höhe der Einnamen, die sie 2009 für das Staatsbudget zu überweisen beabsichtigt. Den Worten von Poroschenko nach, verdient die NBU 2009 2,3 Mrd. Hrywnja (ca. 329 Mio. €), wo in diesem Jahr der Regulierer bereits die Planziffer übetroffen hat und 4,2 Mrd. Hrywnja (ca. 600 Mio. €) verdiente. “Die Ausgaben der NBU steigen, daher wird sie aktiv das Instrument der Einlagenzertifikate verwenden.”, betonte er. “Sie sollen die entsprechende Rentabilität sicherstellen, um Geld anzuziehen. Wir wollen den Mechanismus der Erhöhung der Rentabilität und der Erhöhung der Mengen erweitern.” Eine aktive Nutzung dieser Instrumente soll die Inflationsrisiken über den Entzug von Hrywnjaliquidität aus dem Umlauf senken.

Banker betonen, dass die Einlagenzertifikate der NBU für sie gerade nicht von Interesse sind. “Die Einlagen der Bevölkerung rentieren sich mit bis zu 20%, wo die Rentabilität der NBU Zertifikate im einstelligen Bereich liegt.”, erläutert Dmitrij Gridshuk, Vorstandsvorsitzender der Bank “Chreschtschatyk”. Den Angaben der NBU nach, werden im September Zertifikate mit 6% p. a. verkauft und Kredite mit 16-16,2% vergeben. Banker sagen, dass die Wertpapiere der Zentralbank keine Nachfrage aufgrund der geringen Liquidität des Marktes haben, doch die NBU setzt den Verkauf von Wertpapieren fort. “Nur im pessimistischsten Szenario – einer Weltrezession – werden die Banken die Zertifikate kaufen, sich vor Anlagen in Unternehmen fürchtend. Doch das verstärkt nur die Krise unserer Wirtschaft.”, betont Gridshuk. “Die Ukraine steht erst am Beginn einer Krise.”, ist sich Leonid Grebinskij, Vorstandsvorsitzender der Industrialbank, sicher. “Momentan haben wir Probleme mit dem Bau und der Metallwirtschaft und nach der Gaspreiserhöhung werden die Chemie und der Agrarsektor hart landen. Auf eine Krise sollte sich das ganze Land vorbereiten und nicht nur die Zentralbank. In Verbindung damit, dass die NBU sich bereits seit langem eine Angleichung des Bankensystem vorgenommen hat, ist sie bei uns besser auf eine Krise vorbereitet.”

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 831

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