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Ukrainischer Automarkt schrumpfte im Januar auf ein Sechstel des 2008er Werts

Den Daten der Assoziation der Autohersteller der Ukraine, “UkrAwtoProm” nach, fielen die Verkäufe für neue Autos im Januar (im Jahresvergleich) auf ein Drittel: von 21.000 Autos im Januar 2009 auf 7.500 Autos im Januar 2010 (im Januar 2008 wurden noch mehr als 46 Tsd. Autos verkauft, d.Ü.). Der Rückgang der Verkäufe betrug im Vergleich zum Dezember 2009 40%.

Das ist das schlechteste Resultat für Autoverkäufe seit dem Beginn der Krise. Der vorhergehende Negativrekord lag im Februar 2009, als 10.900 neue Autos verkauft wurden. Der Januarrückgang der Verkäufe ist üblich im ukrainischen Markt, doch wurde er in diesem Jahr von der politischen Instabilität verstärkt.

“Die Bevölkerung verschiebt größere Anschaffung in Verbindung mit der Unklarheit bezüglich der politischen und ökonomischen Situation bis nach den Wahlen”, erläutert die Leiterin der Abteilung für Marketing der Gesellschaft “UkrAwto”, Irina Michaljewa.

Nicht zuletzt spielte auch die Erhöhung der Preise beim Absturz der Autoverkäufe eine Rolle.

Den Worten des Direktors der Allukrainischen Assoziation der Automobilimporteure, Oleg Nasarenko, nach steht der Nachfragerückgang in vielem mit dem Preisanstieg für neue Autos in Verbindung. “Im Verlaufe des vergangenen Jahres hatten die Händler die Möglichkeit Importautos, die in der Zwischenzeit zwischen den Kurssprüngen des Dollars und der Einführung des 13-prozentigen Importzuschlags eingeführt wurden, zu deutliche niedrigeren Preise als jetzt zu verkaufen”, erläutert Nasarenko. Zum Ende des Jahres verkauften die Händler ihre Lagervorräte und konnten bereits keine speziellen Aktionen mehr durchführen, die der Motor der Autoverkäufe im Jahre 2009 waren. “Sogar Grauhändler importieren Autos nur noch auf Bestellung. In den Beständen einiger Händler blieb noch eine kleinere Zahl von Autos, die vor der Krise eingeführt wurden und die mit großen Nachlässen verkauft werden. Hauptsächlich sind das Autos der Premiumklasse”, konstatiert Alexander Abarinow, Direktor der Assoziation “Allukrainische Vereinigung der Transportmittelhändler”.

Hoffnung auf den Frühling

Derweil verlieren Marktteilnehmer ihren Optimismus nicht setzen ihre Hoffnungen auf den März. “Traditionell wird nach den Wahlen eine Umverteilung des Kapitals beobachtet und die Mittel, die bei den Wahlen verdient wurden, werden in Immobilien und Autos investiert”, bekräftigt Alexander Abarinow.

Jedoch verheißt das Gesamtjahr 2010 dem Automarkt der Ukraine keine Wende zum Besseren. “Wir erwarten in diesem Jahr keine Verbesserung des Marktes. Die Verkäufe werden im Vergleich zum vergangenen Jahr noch mehr sinken. Unsere Prognose 150.000 Autos. Und das sind 12% weniger als im letzten Jahr. Dafür wird der Markt stabil sein. In diesem Jahr wird es die Preiskriege des letzten Jahres bereits nicht mehr geben”, prognostiziert Elja Fedorej, Leiterin der PR-Abteilung der “AIS” Gruppe.

In Europa gibt es Wachstum

Nicht besser steht die Sache der Autoverkäufe in Russland. Im Januar wurden im Land 74.100 neue Autos verkauft, was 37% unter dem Wert des letzten Jahres liegt. Dabei konnten vor allem Marken einheimischer Produzenten TarAS (um mehr als das 16-fache) und die Autos von Vortex – um das siebenfache – ein Wachstum zeigen. Außerdem verbesserten Audi und Daewoo ihre Werte um etwa 60%. Derweil zeigten 29 Marken einen Rückgang der Verkäufe, unter denen die russische ISH, Dodge, SAAB, Honda und Volvo waren.

Zur gleichen Zeit wiesen die Autoverkäufe in Europa ein Wachstum im Jahresvergleich um etwa 12,9% aus. Im letzten Monat wurden in der EU praktisch 1,1 Mio. Autos verkauft. Eine positive Dynamik wiesen 16 EU-Staaten aus. Die höchsten Werte gab es in Portugal. Im letzten Monat wurden dort 14,5 Tsd. Autos gekauft, was um 62,1% über dem analogen Wert des Vorjahres liegt. Weniger als in den anderen Staaten wurden Autos in Rumänien verkauft, wo 2,1 Tsd. Autos (-84,6%) gekauft wurden. Außerdem zeigten die Ergebnisse des Januars in Deutschland einen Rückgang der Verkäufe. Nach der Beendigung der Stimulierungsprogramme fielen die Autoverkäufe dort um 4,3% auf 181,2 Tsd.

Am populärsten unter den ukrainischen Konsumenten waren im Januar die Autos der Marken WAS (14%), SAS (9%) und Hyundai (8%).

Olga Dshelebowa

Verkäufe neuer Autos in der Ukraine von Januar 2008 bis Januar 2010, in tausend Stück

Monat200820092010
Januar46,89217,5
Februar49,7910,9-
März54,2513,9-
April61,0112,7-
Mai49,7312,7-
Juni51,3611,4-
Juli58,6613,2-
August51,9614,4-
September50,615,0-
Oktober57,7611,5-
November36,0311,4-
Dezember50,9412,7-

Quelle: Delo

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 739

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Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

KOLLEGGA mit 150 Kommentaren

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