In den nächsten Tagen wird ein Expertenrat für Fragen der Beteiligung des Staates am Kapital von Banken das Schicksal zweier Probleminstitute entscheiden – der UkrPromBank und der „Nadra“ Bank. Wie der Zeitung „*Delo*“ ein Informant aus dem Finanzministerium mitteilte, gibt es bereits eine vorläufige Entscheidung zu diesen Banken. Es ist geplant die „Nadra“ Bank zu rekapitalisieren, doch erst nach der Restrukturierung der Auslandsverbindlichkeiten und die UkrPromBank erwartet die Liquidierung.
„??Die UkrPromBank wird liquidiert. Alle Anleger (physische Personen) werden vollständig zur Oschtschadbank überführt und den Zahlungsverpflichtungen ihnen gegenüber wird auf Kosten des Staatshaushaltes nachgekommen. Ein Teil der Verbindlichkeiten plant man mit Aktiva der UkrPromBank zu tilgen, doch diese hat fast keine. Gut wäre es, wenn sich 20% der Schuldsumme gegenüber den Anlegern finden??“, sagt der Vertreter des Finanzministeriums.
Dass die Lösungen für die UkrPromBank und die „Nadra“ Bank sich unterscheiden werden, verbirgt auch der kommissarische Finanzminister Igor Umanskij nicht. Seinen Worten nach, hat die „Nadra“ Bank die Perspektive rekapitalisiert zu werden, doch bezüglich der UkrPromBank wird das Ministerium wahrscheinlich die Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Anlegern übernehmen, doch diese nicht rekapitalisieren.
Die Liquidierung der UkrPromBank kostet den Staat weitaus weniger, als ihre finanzielle Gesundung. „??Von der Zentralbank haben wir (das Finanzministerium) zur UkrPromBank zwei Vorschläge bekommen. Erstens – das Kapital der Bank um 9 Mrd. Hrywnja (ca. 818 Mio. €) aufzustocken, weitere 2 Mrd. Hrywnja (ca. 181 Mrd. €) gibt die Refinanzierung durch die NBU (Nationalbank der Ukraine). Zweitens – die Übertragung der Passiva in die Oschtschadbank in Höhe von etwas weniger als 7 Mrd. Hrywnja (ca. 636 Mio. €; Anfang Juni beliefen sich die Einlagen der Bevölkerung bei der Bank auf 6,93 Mrd. Hrywnja). Der Preis für die Lösung Frage liegt bei 4 Mrd. Hrywnja (ca. 363 Mio. €). Wozu das Geld der Steuerzahler in den Wind werfen???“, erläuterte die Entscheidung des Staats der Vertreter des Finanzministeriums. Die Liquidierung der UkrPromBank ist nicht nur für die Million von Anlegern von Vorteil, deren Chancen auf Auszahlung ihrer Sparguthaben sich nach der Übertragung zur Oschtschadbank spürbar erhöhen. Eine weitere Seite, die von dieser Entwicklung der Ereignisse profitieren kann, ist die „Privat“ Gruppe.
Den Worten eines der zeitweiligen Verwalter, im Falle der Liquidierung des Finanzinstitutes, nach, wird es für „Privat“ um einiges leichter zum vollständig rechtmäßigen Besitzer des Tankstellennetzes zu werden, welches sie von den Eigentümern der UkrPromBank erworben hatten und das sich als Sicherheit beim Finanzinstitut befindet.
Bei der Regierung dementiert man den Zusammenhang zwischen der Entscheidung zur UkrPromBank und den Ansprüchen der „Privat“ Gruppe. „??Es existiert ein Interesse der ‘Privat’ Gruppe an der Liquidierung der Bank, doch es steht in keiner Beziehung zu Entscheidung über die Liquidierung??“, bekräftigte der Informant aus dem Finanzministerium.
Den Informationen von „*Delo*“ nach, wurde am 22. Juli die Berufung der UkrPromBank zur Entscheidung des Wirtschaftsgerichtes Kiew zur Anerkennung der Ungültigkeit der Hypothekarverträge zu zwölf Tankstellen und einigen Wirtschaftsgebäuden abgewiesen. „??Am Dienstag hat das Berufungsgericht die Entscheidung getroffen den Entscheid des Wirtschaftsgerichtes Kiew ohne Änderung zu belassen. Doch wir bleiben dabei nicht stehen. Anfang nächster Woche gehen wir in die nächste Instanz??“, teilte der Berater des zeitweiligen Verwalters der UkrPromBank, Alexander Majdanjuk, mit.
Das Finanzministerium hatte am 21. Juli die Auffassung der Zentralbank zur Rekapitalisierung der „Nadra“ Bank und der UkrPromBank erhalten. Darüber hatte der kommissarische Finanzminister, Igor Umanskij, in Dnepropetrowsk informiert.
Damals lief die Frist des halbjährigen Moratoriums zur Befriedigung der Forderungen der Kreditgeber der UkrPromBank aus. Nichtsdestotrotz haben die Anleger und Kreditgeber noch keinen Zugang zu ihren Mitteln erhalten.
Und davor erklärte Alexander Majdanjuk, dass die UkrPromBank das Einverständnis der Kreditgeber zur Restrukturierung von 99% der Auslandskredite erhalten habe, womit sich der Weg zum Beginn der Rekapitalisierung eröffnete.
„??Heute (am 8. Juli) haben wir einen Brief von unseren Kreditgebern für einen zusammengefassten/syndizierten Kredit über 34 Mio. $ mit der prinzipiellen Zustimmung zur Restrukturierung der Schuld nach der Rekapitalisierung durch den Staat erhalten??“, teilte „*Delo*“ der Hauptberater des zeitweiligen Vorstehers der UkrPromBank mit.
Am 30. Juni hatte der Umschuldung der UkrPromBank einer der am meisten fordernden Kreditgeber ukrainischer Banken zugestimmt – das Unternehmen Cargill.
Mitte Juni fasste der zeitweilige Verwalter der UkrPromBank den Entschluss zur Verringerung des Stammkapitals der Bank um 99,95% oder um 1,559 Mrd. Hrywnja (ca. 142 Mio. €) auf 0,836 Mio. Hrywnja (76 Tsd. €). Diese Entscheidung entsprach den normativen Forderungen, welche die Rekapitalisierungsprozedur der Banken auf Kosten von Haushaltsmitteln regeln und zeugte vom Wunsch das Finanzinstitut auf Staatskosten zu retten.
Noch im März hatte Witalij Wawrischtschuk, Analyst der Investmentfirma Dragon Capital, in einem Interview mit dem Internetportal von „*Delo*“, seine Zweifel bezüglich der Zweckmäßigkeit der Rettung der UkrPromBank ausgesprochen. „??Der zeitweilige Vorsteher von der NBU hatte erklärt, dass für die Wiederherstellung der Tätigkeit der UkrPromBank eine Refinanzierung in Höhe von 7 Mrd. Hrywnja (ca. derzeit ca. 636 Mio. €) notwendig ist, was etwa 44% der Aktiva der Bank deckt. Diese Einschätzungen zeugen von der schlechten Qualität des Kreditportfolios der UkrPromBank und der faktischen Lebensunfähigkeit des Finanzinstitutes??“, betonte der Experte.
Die UkrPromBank wurde im Jahr 1989 registriert. Den Daten der NBU nach, betrugen die Aktiva der Bank Anfang April 9,8 Mrd. Hrywnja (derzeit ca. 890 Mio. €), das Eigenkapital – 2,5 Mrd. Hrywnja (derzeit ca. 227 Mio €), die Mittel von juristischen Personen – 0,9 Mrd. Hrywnja (derzeit ca. 82 Mio. €), Mittel von physischen Personen – 7,3 Mrd. Hrywnja (ca. 664 Mio. €). Der reine Verlust der Bank lag im I. Quartal 2009 bei 4,4 Mrd. Hrywnja (ca. 0,4 Mrd. €).
Das Regionalnetz der UkrPromBank besteht aus 26 Filialen und 227 Zweigstellen, die Zahl der Bankautomaten beträgt 254, die Zahl der Bankterminals 515, die Zahl der Handelsterminals 394. Die Bank hat ca. 1 Mio. Anleger (physische Personen).
Lesja Wohtizkaja
Quelle: Delo


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