Die “Ukrsalisnyzja” hat dem Investitionsimage der Ukraine den nächsten Fettfleck verpasst und wurde nach “Naftohas” zum zweiten Staatsunternehmen, welches 2009 im Zustand des technischen Defaults steht.
Am 11. November lief die Frist ab, zu der die Staatliche Verwaltung des Eisenbahntransports “Ukrsalisnyzja” eine zweite Zahlung für eine syndizierten Kredit durchführen sollte, der im Sommer 2007 bei der britischen Barclaysbank aufgenommen wurde.
550 Millionen Dollar wurden zum Zinssatz Libor+2,5% für den Abschluss des Baus der Auto- und Eisenbahnbrücke Darnizy in Kiew, die Modernisierung der Wegewirtschaft und die Erweiterung des Fuhrparks angeworben.
Der syndizierte Kredit wurde für die “Ukrsalisnyzja” gegen Garantie der sechs Eisenbahnen, die sie verwaltet, aufgenommen. Jedoch wurden keine Staatsgarantien für den Kredit gegeben, da er quasi-staatlich ist. Als Kreditgeber für das Staatsunternehmen traten zwei Fonds und 22 Banken auf. Barclays selbst gab keine Mittel und trat nur als Organisator des Kredites auf.
Für das Jahr 2009 waren zwei Zahlungen geplant, die erste fand bereits im August in Höhe von 118 Mio. Dollar statt. Die zweite sollte am 11. November geschehen und ebenfalls 118 Mio. Dollar betragen, wovon 110 Millionen zur Tilgung und 8 Millionen Zinszahlung sein sollten.
Jedoch wie Informanten der “Ekonomitschna Prawda” beim Ministerkabinett bezeugen, hat die “Ukrsalisnyzja” der Bank keine Mittel überwiesen und noch am 4. November einen Brief mit der Bitte um Umstrukturierung der Schuld abgeschickt, um die Möglichkeit zu erhalten für den Kredit bis 2010 nicht zu zahlen.
Am 11. November, als von von der “Ukrsalisnyzja” lediglich 8 Millionen Dollar eingingen und eine Tilgung des Kredites nicht stattfand, hat Barclays einen Brief als Antwort geschickt, in dem die Tatsache des Defaults/Zahlungsausfalls bei Verbindlichkeiten konstatiert wurde. Am gleichen Tag fand eine Konferenz statt, bei der die Kreditgeber die Wunsch verkündeten, die gesamte Schuldsumme einforderten.
Den Informationen von Informanten der “Ekonomitschna Prawda” im Kabinett nach wird sich die von der Arbeit mit “Naftohas” bekannte Squire Capital jetzt mit den Kreditgebern einigen.
Der Pressedienst der “UkrSalisnyzja” und ebenfalls der Stellvertreter des Direktors des Unternehmers, Wolodymyr Kornijenko, haben die Informationen über die Nichtzahlung weder kommentiert noch dementiert. Jedoch erinnerten sie daran, dass es bisher bei den Zahlungen zu keinen Verzögerungen kam.
Analysten erklären die Situation mit dem aufgekommenen Liquiditätsmangel.
“Das betrifft sowohl die ‘Ukrsalisnyzja’, als auch den Staatshaushalt, denn der Staat ist ebenfalls nicht daran interessiert sein Gesicht zu verlieren, doch die Reste auf den Staatskosten sind sehr gering. Die Liquiditätsprobleme wurden von der kürzlichen Anwerbung von Mitteln bei der Binnenanleihenauktion zu Rekordzinsen bestätigt”, sagt Maxim Schtepa, Analyst bei “Sokrat”.
Und der Leiter des Zentrums für politische und wirtschaftliche Analysten, Olexandr Kawa, betrachtet als Hauptgrund für die fehlenden Mittel bei der “Ukrsalisnyzja” die Ineffektivität ihrer Arbeit. “Es treten hohe Außenstände auf, wenn das Unternehmen Güter auf Kredit transportiert”, erklärte er.
Die Nichtzahlungen bei den Verbindlichkeiten führen nicht zur Insolvenz, sagen Analysten. “Die ‘Ukrsalisnyzja’ ist kein Unternehmen, sondern ein Machtorgan”, bestätigt Kawa.
Seinen Worten nach, wird die Bank gezwungen sein, einer Umstrukturierung der Schulden zuzustimmen, die Frage besteht nur in den Bedingungen. Im Einzelnen, ist der Kreditgeber, wie auch im Falle von “Naftohas”, an der Gewährung von Staatsgarantien für den Kredit interessiert.
Die “Schuld” von “Naftohas” “bestand in Euroanleihen und die der ‘Ukrsalysnizja’ in einem syndizierten Kredit. Ich denke, dass die Umstrukturierung dieser Schulden einfacher ist”, meint der Analyst.
Maxim Schtepa fügt hinzu, dass zur wahrscheinlicheren Variante der Lösung der Probleme ein Aufschub der nächsten Kreditzahlung werden wird.
“Soweit es in der Presse keine offiziellen Mitteilungen über Probleme mit dem Kredit gab, hofft die ‘Ukrsalysnizja wahrscheinlich darauf sich still mit der Bank, ohne Imageverlust, zu einigen”, nimmt der Analyst an.
Jedoch ist ebenfalls die Variante einer Refinanzierung der Schuld möglich.
“Die ‘Ukrsalysnizja’ arbeiten ziemlich eng mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zusammen. Beispielsweise erhielt sie 2009 einen Kredit in Höhe von 62,5 Mio. Dollar für die Erneuerung des Fahrzeugbestandes und die Elektrifizierung der Strecken”, macht der Analyst Hoffnung.
Eine Tilgung der Verbindlichkeiten durch Haushaltsmittel oder Emissionen ist sehr unwahrscheinlich, da die Mittel derart nicht einmal für “Naftohas” zur Bezahlung für den blauen Brennstoff bereitgestellt wurden.
Von einer öffentlichen Umschuldung kann man, der Meinung der Analysten nach, ebenfalls bislang nicht reden, wegen des negativen Einflusses auf das Image des Landes.
“Die ‘Ukrsalisnizja” möchte wahrscheinlich nicht die Beziehungen zu den Kreditgebern verderben, denn sie haben ernsthafte Pläne für eine Kreditvergabe von etwa 400 Mio. Dollar im Jahr 2010. Die Regierung möchte ebenfalls 2010 Euroanleihen ausgeben und durch eine Umschuldung ergeben sich große Imageverluste sowohl für die ‘Ukrsalisnyzja’ als auch für das Kabinett”, versichert Schtepa.
Also, falls die Verhandlungen über eine Stundung erfolgreich enden, wird die “Ukrsalisnizja” weiter Schulden anhäufen. Und nicht nur bei ausländischen Banken, sondern auch bei einheimischen Unternehmen. Den Angaben von “Sokrat” nach, schuldet sie dem Krjukowsker Wagonbauwerk etwa 60 Mio. Hrywnja (ca. 5 Mio. €).
Derweil bleiben die Gütertransportmengen und das bedeutet auch die Gewinne aus diesen bescheiden: in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 verringerten sich die Transportmengen um 29,4% im Vergleich mit dem analogen Vorjahreszeitraum.
11.11.2009 // Artem Sachartschenko
Quelle: Ekonomitschna Prawda


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