Beim Fonds für Staatseigentum (FSE) begann man erneut über den Verkauf der 76% der Aktien von “LuganskTeploWos” zu reden. Ende letzter Woche wurden die Aktien des Werks vom ehemaligen Eigentümer des Werkes, der russischen “TransMaschHolding”, dem Fonds übertragen. Der Investor beabsichtigt jedoch nicht sich mit dem Verlust des Aktivs abzufinden und zählt andernfalls auf die vollständige Kompensation seiner Ausgaben durch den Staat. Beim FSE sagt man, dass man das Geld für die vorherige Ausschreibung erst nach dem erneuten Verkauf zurückerstattet. Jedoch wird es kaum gelingen “LuganskTeploWos” teurer zu verkaufen, als im Jahre 2007, warnen Analysten.
Am vorigen Donnerstag entfernte der Registerinhaber “Zentr-Registrator” 76% der Aktien der Holding “LuganskTeploWos” von den Konten des Unternehmens “Brjansker Maschinenbauwerk” (gehört der “TransMaschHolding”) und schrieb sie dem Konto des Fonds für Staatseigentum gut. Am Freitag bestätigte der Pressedienst des FSE diese Information, dabei auf Kommentare zu den Entwicklungsplänen des Aktivs verzichtend.
Im März des Jahres 2007 wurden 76% der Aktien von “LuganskTeploWos” durch die Strukturen der “TransMaschHolding” gekauft. Das Paket der Staatsaktien kostete das Unternehmen 292,5 Mio. Hrywnja (damals ca. 41 Mio. €), bei einem Startpreis von 292 Mio. Hrywnja. Doch im November des gleichen Jahres stellte das Oberste Gericht die Ungesetzlichkeit des Verkaufs der Aktien auf Klage von “DneprWagonMasch” hin fest, die von der “Privat”-Gruppe und TAS kontrolliert wird. Die Strukturen dieser Gruppen wurden zu der Ausschreibung nicht zugelassen. Die Überschreibung der Aktien von “LuganskTeploWos” auf das Konto des FSE wurde vom Wirtschaftsgericht der Lugansker Oblast am 29. September und 12. Oktober 2007 angewiesen.
Bei der “TransMaschHolding” beabsichtigt man nicht das Aktiv an den Staat zurückzugeben. Den Worten des 1. Stellvertreters des Generaldirektors des Unternehmens, Anatolij Meschtscherjakow, nach, arbeiten die Juristen der “TransMaschHolding” an dieser Frage. Gleichzeitig schaffte es der kommissarische Vorsitzende des FSE, Dmitrij Parfenenko, bereits “Interfax” von den Plänen der Behörde in Bezug auf das Unternehmen zu verkünden: “Wir werden es sofort wieder zum Verkauf stellen”. Seinen Worten nach, werden dem “Brjansker Maschinenbauwerk” dem Gesetz nach erst nach dem erneuten Verkauf des Staatspakets Kompensationen gezahlt. Und für die Vorbereitung des Verkaufs sind wenigstens drei Monate notwendig.
“LuganskTeploWos” produziert Rangierloks und Hauptloks mit Diesel- und Elektroantrieb, Straßenbahnen, Lokomotivdrehscheiben und Ersatzteile für den Eisenbahntransport. Hauptauftraggeber des Unternehmens sind die “UkrSalisnyzja/Ukrainischen Eisenbahnen” und die “Rossijskije Shelesnyje Dorogi/Russischen Eisenbahnen”. Die reinen Einnahmen des Unternehmens betrugen 2008 1,27 Mrd. Hrywnja (derzeit ca. 105,8 Mio. €), der Reingewinn – 1,081 Mio. Hrywnja (derzeit ca. 90 Mio. €).
Die “TransMaschHolding” gewährleistete als strategischer Partner der Russischen Eisenbahnen einen großen Teil der Aufträge von “LuganskTeploWos” und im Falle des Verlusts der Kontrolle über das Werk, wird der Lokomotivhersteller mit einem starken Auftragsdefizit für die Produktion konfrontiert sein, denkt man bei der Investmentfirma “Sokrat”. Die “UkrSalisnyzja” sind, den Berechnungen von “Sokrat” nach, lediglich in der Lage “LugansTeploWos” zu 25% auszulasten und der Hersteller vermochte es selbst nicht, sich auf anderen Märkten außer Russland und der Ukraine festzusetzen. “Das russische Unternehmen ist die beste Variante eines Besitzers für ‘LuganskTeploWos’, da Russland einer der größten Absatzmärkte für die Produkte des Werkes ist”, fügt Inna Perepeliza, Analystin der Investmentfirma KBC Securities, hinzu. “Die ‘TransMaschHolding’ ihrerseits, liefert Montageteile für die Produktion von ‘LuganskTeploWos’ und hat ein starkes Konstruktionsbüro”.
Eben aufgrund der unzureichenden Kapazitätsauslastung (nicht mehr als 30% in den Jahren 2007-2008) und der starken Kapitalbedarfs für die Arbeit ist “LugansTeploWos” seit 2002 im Verlustbereich, sagt man bei KBC Securities Ukraine. Den Ergebnissen des laufenden Jahres nach erwartet man beim Unternehmen große Verluste: das Bestellvolumen hat sich in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr halbiert (etwa 600 Mio. Hrywnja; ca. 50 Mio. €), betont Denis Sakwa, Analyst bei Dragon Capital. “Das Unternehmen kann erst bei einer Auslastung von wenigstens 50% rentabel arbeiten”, sagt Perepelniza. Derzeit erfüllt das Unternehmen, den Worten des Generaldirektors von “LuganskTeploWos”, Wiktor Bykadorow, nach, einen Auftrag der Russischen Eisenbahnen über ein Dutzend Dieselloks: “Und das ist die ganze Auslastung des Unternehmens, wo die ‘UkrSalysNyzja’, deren geplante Bestellung so oder so halbiert wurde, bislang noch keine Ausschreibung für den Kauf von Fahrzeugen durchgeführt hat. Genauso unbestimmt sind die Bestellungen für 2010”.
Im Falle einer erneuten Privatisierung gelingt es dem Staat wohl kaum das Aktiv teurer zu verkaufen, als im Jahr 2007, denken Branchenanalysten. Der aktuelle Marktwert einer Aktie von “LuganskTeploWos” beträgt 3,2 Hrywnja (0,39$) im Vergleich zum Privatisierungspreis von 1,76 Hrywnja (0,34$ zum Kurs im Moment des Verkaufes) am 23. März 2007. “Die Schwächung der Hrywnja beachtend, erwarten wir nicht, dass der neue Preis im Dollaräquivalent bedeutend über 58 Mio. $ liegen wird, die für das Aktienpaket im März 2007 gebracht wurden”, hebt Irina Perepeliza hervor. Dabei, berücksichtigend, dass der Staat in den letzten Jahren nicht ein großes Aktiv verkauft hat, und die Privatisierung solcher Unternehmen, wie des Odessaer Hafenwerks, der “UkrTelekom” und von “LuganskTeploWos” mehrfach scheiterten, könnte das russische Unternehmen auch keine Kompensationen erhalten. “Ich schließe nicht aus, dass eben das Unternehmen, welches mit der “TransMaschHolding” in Verbindung steht, zum Käufer der Aktien im Falle des Wiederverkaufs werden wird; wir erwarten kein besonderes Interesse der aktiven Handelsteilnehmer der Vergangenheit”, sagt man bei “Sokrat”. Es gelang am Freitag nicht Kommentare bei der Privatbank und der TAS-Gruppe zu erhalten.
Vor Gericht die Überschreibung der Aktien von “LuganskTeploWos” nach der Niederlage beim Obersten Gericht zu erreichen, wird für die “TransMaschHolding” schwierig, denkt der leitende Partner der Anwaltskanzlei “Asters”, Alexej Didkowskij. “Obgleich das Unternehmen versuchen könnte diese Entscheidung vor internationalen Gerichtsinstanzen anzufechten oder an das Regierungsabkommen zwischen Russland und der Ukraine zu appellieren”, hob er hervor. Dabei hat der Investor allen Grund vom Staat nicht nur den Wert des Kaufpreises, sondern auch der weiteren Kapitalanlagen zu fordern, wenn diese in Dokumenten bestätigt wurden. “Dabei sollten die Mittel dem Unternehmen bereits jetzt zurückerstattet werden. Das steht in keiner Beziehung zur zukünftigen Ausschreibung”, ist der Jurist sicher.
Jelena Sinizyna, Roman Sudolskij
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“