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An der "UkrTelekom" ist anscheinend nur Rinat Achmetow interessiert

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An der Ausschreibung zum Verkauf der „Ukrtelekom“ plant nur ein Unternehmen teilzunehmen, welches mit Rinat Achmetows SCM (System Capital Management) in Verbindung gebracht wird. Am Ende der Frist zur Einreichung von Anträgen auf Teilnahme am Handel gab es keine anderen Anwärter. In Verbindung damit müssten die Privatisierungsbedingungen geändert werden: das Aktiv sollte zu einem Preis verkauft werden, der von einem unabhängigen Schätzer festgelegt wird. Wahrscheinlich wird er sich nicht sehr vom Startpreis unterscheiden, meinen Experten.

Gestern endete die Frist für die Einreichung von Anträgen auf eine Beteiligung am Wettbewerb zur Privatisierung der „UkrTelekom“, der für den 28. Dezember angesetzt wurde. Ein Informant des “Kommersant-Ukraine” beim Fonds für Staatseigentum erzählte, dass bis 18.00 Uhr nur der Antrag einer Struktur eingegangen ist; einem Unternehmen, welches mit der SCM Gruppe von Rinat Achmetow verbunden wird. Für den heutigen Tag ist eine Pressekonferenz des Vorsitzenden des Fonds für Staatseigentum, Alexander Rjabtschenko, geplant, im Verlaufe derer die weiteren Perspektiven der Privatisierung des Unternehmens verkündet werden, teilte man beim Pressedienst des Fonds mit. Der Direktor für Geschäftsentwicklung von SCM, Ilja Archipow, verzichtete auf Kommentare, doch beim Pressedienst von SCM erklärte man, dass man die Information über die Einreichung des Antrages weder bestätigen noch dementieren kann.

Vorher wurde eben SCM als Hauptanwärter auf die „UkrTelekom“ in einer Reihe mit der russischen MTS, welcher der AFK „Sistema“ gehört, genannt (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 13. Oktober). Gestern sagte der Generaldirektor der „MTS-Ukraina“, Andrej Dubowskow, dem “Kommersant-Ukraine”, dass das Unternehmen keinen Antrag auf eine Beteiligung am Wettbewerb eingereicht hat. Den Worten der Vizepräsidentin der AFK „Sistema“, Irina Potechina, hat die Holding ebenfalls keinen Antrag auf Teilnahme an der Privatisierung eingereicht. „Das Aktiv ist im Rahmen der derzeitigen Ausschreibungsbedingungen aus Sicht des Wachstumspotentials überbewertet.“, erklärte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine”.

Gemäß der Position zur Ordnung bei der Durchführung von Privatisierungswettbwerben ist der Fonds für Staatseigentum, im Falle das nur ein Unternehmen den Wunsch am Handel teilzunehmen bekundet hat, dazu verpflichtet, das zum Verkauf gestellte Aktienpaket den Ergebnissen einer unabhängigen Expertenschätzung nach zu verkaufen, erläuterte dem “Kommersant-Ukraine” der Informant beim Fonds. „Jetzt muss der Fonds für Staatseigentum den Schätzer für das Staatspaket der Aktien der ‘UkrTelekom’ wählen, dabei wird der im Verlaufe der Schätzung erhaltene Wert nicht unter dem verkündeten Startpreis, das heißt 10,5 Mrd. Hrywnja, liegen“, teilte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine” mit. Seinen Worten nach wird der Fonds für Staatseigentum nach der Schätzung dem Teilnehmer eine Offerte für den Kauf des Aktienpakets machen. Auf diese Art gelingt es in diesem Jahr nicht mehr das Aktiv zu verkaufen, da allein für die Durchführung der Ausschreibung zur Festlegung des Schätzers 15 Tage vergehen und danach bis zu 30 Tage für die unmittelbare Bewertung.

Branchenanalysten halten den Startpreis für die „UkrTelekom“ nicht für überhöht. „10,5 Mrd. Hrywnja ist ein Marktpreis“, ist der Analyst Alexander Paraschtschij von BG Capital sicher. Den Worten des Analysten von Concorde Capital, Jegor Samussenko, nach übersteigt eine faire Bewertung der „UkrTelekom“ unter der Voraussetzung der Existenz eines effektiven Eigentümers den verkündeten Startwert fast um das Doppelte.

Experten vermuten, dass die unabhängige Bewertung der „UkrTelekom“ wahrscheinlich nahe am verkündeten Startpreis liegen und SCM ihr Recht auf den Kauf nutzen wird. Der Meinung von Jegor Samussenko nach wird der unabhängige Schätzer wahrscheinlich von der mittleren gewichteten Bewertung des Staatspaketes der Aktien der „UkrTelekom“ des letzten halben Jahres ausgehen. Der Experte betont, dass der mittlere Preis der Papiere des Staatsunternehmens in diesem Zeitraum 57,9 Kopeken für die Aktie betrug, das heißt 10,06 Mrd. Hrywnja für das gesamte Staatspaket. Neben der Zahlung des Preises für das Unternehmen, erwarten den Käufer ernste Investitionen; Samussenkos Worten nach, wird der neue Eigentümer allein 2011 in das Unternehmen nicht weniger als 1,5 Mrd. Hrywnja investieren müssen.

Analysten meinen, dass eben SCM die besten Möglichkeiten für eine effektive Entwicklung der „UkrTelekom“ hat. „Die Rentabilität der ‘UkrTelekom’ hängt in vielem von der staatlichen Regulierung des Kommunikationsmarktes ab und SCM hat bessere Lobbymöglichkeiten als die anderen potentiellen Anwärter auf das Unternehmen“, sagt Jegor Samussenko. Der Meinung von Alexander Paraschtschij nach wird es im Falle eines Kaufes der „UkrTelekom“ der SCM gelingen im Parlament ein Gesetz zur Schaffung eines Fonds für Universaldienstleistungen durchzusetzen, der die Verluste aus der Bereitstellung von Kommunikationsdienstleistungen im ländlichen Raum ausgleicht. Der Kauf der „UkrTelekom“ gestattet es SCM ebenfalls den Mobilfunkbetreiber „Astelit“ (SCM besitzt 45 Prozent des Unternehmens, weitere 55 Prozent gehören der Turkcell) effektiver zu entwickeln, meinen die Analysten. Jegor Samussenko erwartet, dass SCM infolge des Kaufs der „UkrTelekom“ versuchen wird seinen Anteil an „Astelit“ auf Kontrollniveau zu bringen und danach die „UkrTelekom“ gehörende einzige UMTS Lizenz an den Mobilfunkbetreiber zu übertragen. Seinen Prognosen nach erlaubt das dem Operator seinen Marktanteil auf 15 Mio. Abonnenten zu bringen.

Roman Sudolskij, Alexander Tschernowalow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 806

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