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Die Wahl der Ukrainer. Wie es wirklich ist.

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Am 31. Oktober, an dem Tag der Kommunalwahlen ist der Sonderfotoberichterstatter Max Levin durch die Dörfer der Region Kiew gereist – er hat den Wahlgang beobachtet und mit einfachen Menschen gesprochen. Mit denen, auf die Journalisten ihre Aufmerksamkeit selten lenken, mit denen, die von Politikern unpersönlich – “Wählerschaft”- genannt werden, aber um deren Stimmen sie so verzweifelt kämpfen.

Max hat einfache Fragen wie: Was soll die Regierung allgemein tun?; Wird es Änderungen nach der Wahl geben? … gestellt. Die Antworten waren viel intensiver als nur “Reflexionen über ein bestimmtes politisches Thema”.

Іwan Denisowytsch, Dorf Jablunіwka, Makarіwskij Rajon

Was denken Sie, wird sich etwas nach der Wahl ändern?

Und wenn es besser war, jeder machte es für sich, nicht für jemanden. Sie geben sich Geld untereinander und das ist alles, und für andere, nö… weiß ich nicht…

Für wen haben sie denn abgestimmt und warum?

Ich weiß nicht … ich kenne niemanden… Alle sind mir unbekannt

Katja ist schlecht, sie nahm das Geld nur in die eigene Tasche, und nicht für irgend jemanden …

Was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?

Ich war Bürgermeister im Dorf im Rowenska Gebiet. Und die Menschen haben gewollt, dass ich weitermache, ich wollte aber nicht. Ich wollte nicht. Ich bin zum Handel gegangen, bin zum Vorsitzenden der Dorfkonsumgenossenschaft geworden und habe gut gearbeitet, alle waren mit mir zufrieden, ich wurde gelobt. Ich hatte elf Geschäfte. In allen habe ich altes verkauft, habe Autos genommen, habe auf den Markt gefahren, alle hatten es gut…

Also was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?

Ich möchte, dass sie alle gute Führer wären und das ist alles…

Und für Sie persönlich?

Ich sage doch, dass sie gut sein sollen, dass der Ortsvorsteher gut sein soll, sein Sekretär gut…

Und für Sie? Wollen Sie vielleicht eine höhere Rente?

Nichts, ich brauche nichts, nee.

Ich bin Kriegsteilnehmer, habe neun Jahre gedient, deshalb danke ich dem Gott, dass während der Sowjetzeit viel gemacht wurde, viel gemacht wurde…So zum Beispiel hat man damals nicht einen Liter Milch, sondern drei-vier Liter gekauft. Und dort, wo ich mein Haus gekauft habe, waren dies ihr Gemüsegarten und ihr Haus. Sie hat verkauft, und ich habe bei einer anderen gekauft… Und was denken Sie, es gab hier einen Bürgermeister, der für die Frauen eine Schwäche empfunden hatte. Er hat diese Motja zu sich geholt, geholt und hat mir meinen Gemüsegarten weggenommen. Ich hatte 35 Quadratmeter, es sind nur noch 15 geblieben…

Es ist keine Regierung, sie muss gehängt werden, Gesindel…

Eine ältere Dame, 82 Jahre, Dorf Tschornohorodka, Makariwskij Rajon

Was denken Sie, wird sich etwas nach der Wahl ändern?

Ich denke, dass es vielleicht besser wird, vielleicht werden sich die Menschen bessern.

Werden sie aufhören zu stehlen?

Na ja, sie werden aufhören zu stehlen (mit Zweifel). Die Hände, oder zumindest einen Finger genauso wie in Deutschland hätte man abhacken können…

Was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?

Gesundheit.. Das den alten Menschen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, dass sie verstehen, dass alle alt werden, wer das hohe Alter noch erreicht, dass Menschen ein hohes Alter erreichen… Und für das Dorf dasselbe. Und ich möchte, dass die Menschen gut sind, aber niemand sorgt sich um die Kirche… Die Kirche muss renoviert werden, niemand braucht die Kirche, der Vater/Priester, der hierher geschickt wurde, wurde krank und jetzt fährt man durch die Dörfer und sucht. Denn der Vater/Priester wird bei Beerdigungen gebraucht, denn wir sind so…

Für wen haben Sie abgestimmt und warum?

Für Dobrjanskij… Er ist von der Partei der Regionen, ja stimmt… ich unterstütze die Partei der Regionen.

Iwan Jakowytsch, 71 Jahre

Was denken Sie, wird sich etwas nach der Wahl ändern?

Wir hoffen das Beste, aber wer weiß das schon…Uns wurde versprochen, aber es gibt nichts besseres… Sie lösen ihre Versprechen nicht so gut ein. Uns wurde gesagt, dass zur Rente etwas dazugeben und noch was, aber sie haben ein wenig dazugegeben und dann wieder zurückgenommen,,,

Was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?

Wenn die Preise etwas… es ist unmöglich auf diese Rente überleben, dieses Gas ist so teuer geworden, dass wer weiß, wie man das machen soll… Und Winter, was wäre, wenn es ein harter Winter gäbe? Was soll man machen? Wir wollen das eine, aber das gelingt nicht…

Für wen haben Sie abgestimmt und warum?

Ich … Ich habe nicht geschaut, es gab nur zwei für den Gemeinderat, wo auch mein Cousin… Mein Bruder… wie man sagt, der eigene, Seinige für Seinigen.
Und für die Partei irgendwelche, BJuT (Block Julia Timoschenko) wurde rausgestrichen, ich habe deshalb für die Sozialistische Partei, wo Moros ist… Oder dort ist nicht mehr Moros, ah?…

Galyna Iwaniwna, 71 Jahre

Was denken Sie, wird sich etwas nach der Wahl ändern?

Vielleicht wird es besseres Leben geben. Dass die Renten erhöht, die Preise gesenkt werden, dass es keine hohen Preise gibt, wie sie jetzt sind… So, mein Sohn…

Was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?
Wer macht was? Alles ist teuer, und die Renten werden nicht angehoben, Gas ist teuer. Was soll das, dass das Gas so teuer ist. Ich habe viel gearbeitet, seit ich 14 bin, habe ich gearbeitet, das Gas ist teuer. Das haben wir, die Menschen, gemacht. Und mein Großvater hat mehr als 40 Jahre als Traktorfahrer gearbeitet und was hat er für die Rente, 800 Hrywnja (weniger als 80 Euro) – ist das eine Rente? Das ist keine Rente.

Für wen haben Sie gestimmt und warum?

Ich habe abgestimmt…Vergessen… ich wollte die Partei Batkiwschtschyna wählen, es gab sie aber nicht…

Wassyl Mykolajowytsch, Byschiw, 54 Jahre

Was denken Sie, wird sich etwas nach der Wahl ändern?

Vielleicht ändert sich etwas für die Jüngeren, für mich jedoch nicht mehr. Es wird sich nichts ändern, dieselben Kriminellen, die waren, kommen, die Geschäftsleute sind doch alle Kriminelle

Was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?

Von der Regierung… es bedarf einer normalen Regierung, die Ordnung überall macht, dass es Arbeit für die Jüngeren gibt. Damals wurden solche wie ich angestellt und was ist heute… Es sind die Jüngeren, die jemanden suchen, fahren als Wachschutz nach Kiew… Nein, es wird nichts besseres geben.

Für wen haben Sie gestimmt und warum?

Für niemanden, gegen alle. Ich sehe in Byschiw keinen ehrlichen Menschen.

Ältere Frau Lena, 70 Jahre, Byschiw

Hören Sie, 3 Kilometer bis hierher, ich habe ein Pferdchen, ich bin selbst gefahren, und wie viele alte Menschen es dort gibt, machen sie es richtig? Sie machen es falsch. Man könnte es richtig machen, dass alle hierher gemeinsam gefahren werden. Ich bin gekommen, aber werde dorthin nicht gehen, ich habe ein Pferdchen, ich bin allein… Ich habe keinen Pass mitgenommen, Hören Sie, 3 Kilometer, aus dem Dorf Kostjasch, dort gibt es sehr viele Alte… ich, das ist mein Pferdchen, ich bin selbst gefahren… Ich mache mir Sorgen, warum soll ich sie nicht mitnehmen, warum sollen meine Ljuba, Marija, Oljunja, nicht mitgenommen werden, ich kann doch nicht das Pferd sein… Sie sollen in die Häuser kommen, warum mit dem Bus? Sie haben es vor, sie machen es nur “für die eigenen“, Sie verstehen?

Was denken Sie, wird sich etwas nach der Wahl ändern?

Hörst Du, Söhnchen, ich würde, denke ich, gehen zu denen, die mit diesen Emblemen sitzen, und sagen: ??“Warum sitzt Ihr da? Nehmt alle Menschen, ja, ja, alle, es gibt doch in Byschiw nicht so viele…

Was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?

Hörst Du, was ich Dir sagen möchte, warum haben sie die Menschen, die wählen sollen, nicht eingesammelt.

Ich brauche nichts… Wir haben nichts, wir haben kein Gas. Es gibt Pilze.

Für wen haben Sie abgestimmt und warum?

Hm…

Werden Sie nicht sagen, ist das ein Geheimnis?

Ich sage, ich sage, für Miroschkin – es ist der Bürgermeister im Dorf

Ein älterer Herr mit seiner Frau, Dorf Plesetske, Wahllokal im Dorfclub

Wer hatte das Recht, einen Menschen als Kandidaten aufzunehmen, der mehr als 40 Jahre nicht mehr im Dorf lebt? Von der Partei der Regionen. Wir sollten die Abgeordneten selbst wählen und nicht mit diejenigen, die uns vorgesetzt werden. Aber das ist noch nicht alles… für das bezahlte Geld … 20 Tausend weggenommen… Hier wurde den Menschen 50 Hrywnja ausbezahlt. Budko Walentyna Juchymiwna, für die Partei der Regionen. Aber das ist noch nicht alles Sie haben sich eine eigene Republik im Wald gemacht, der Wald wächst, sie holzen ihn ab, sie stehlen und verkaufen ihn… Das ist Budko und ihre ganze Sippschaft. Genauso, wenn Sie es schreiben werden… Sie haben den Wald dort, bis zur Station Kortschi, kaputt gemacht.

Budko, Walentyna Juchymiwna will Bürgermeisterin werden, sie waren im Garten, sie haben dort Drogen gekocht, dann haben sie Salate gemacht, das ganze Dorf hat gestunken, und jetzt will sie Bürgermeisterin werden. Warum?.Sie wurde Mitglied in der Partei der Regionen.

Was denken Sie, wird sich etwas nach der Wahl ändern?

Es muss sich etwas ändern, wir werden streiken, werden versuchen bis zur Werchowna Rada, zum Präsidenten zu kommen, wir brauchen keine solche Leute, wir haben eigene fähige Kinder.

Was persönlich wollen Sie, was die Regierung machen sollte?

Dass die Regierung kein Geld mehr für solche Raffer gibt, denn dies sind keine Menschen, sondern Raffer. Dass unsere Menschen aus dem Dorf als Kandidaten aufgenommen werden. Das sind die Gründe, warum sie keine Bürgermeisterin werden kann.

Und welche Probleme müssen gelöst werden?

In der Realität? Zum einen, der Klub befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Zum anderen, dieser Bürgermeister Mykola Danylowytsch Luzenko, hat viel für das Dorf gemacht, wir sind mit ihm zufrieden, sogar sehr. Warum haben sie ihn …

Für wen haben Sie gestimmt und warum?

Ich habe für Luzenko und für unseren einheimischen, es gibt Schust, Wiktor Iwanowytsch, gestimmt. Dieser Schust, zu welcher Partei gehört er? Zu Partei der Regionen? Ich habe für Wiktor abgestimmt… Und für Parteien… für die Sozialistische Partei… Moros…

11.01.2010 // Max Lewin

Quelle: Lewyj Bereg

Übersetzerin:   Ilona Stoyenko — Wörter: 1649

Ilona Stoyenko stammt aus Krementschuk (Ukraine) und hat an der Ludwig-Maximilians Universität München das Fach Wirtschaftswissenschaften mit einem Bachelor abgeschlossen. Dem folgte ein Master-Abschluss an der Fernuniversität Hagen. Sie arbeitet als Key Account Managerin bei der RYDOS UG (haftungsbeschränkt) und von Zeit zu Zeit trägt sie zu den Ukraine-Nachrichten bei.

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