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Was änderte sich für die „Front Smin/Front der Veränderungen“?

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Lange Zeit hielt niemand Arseni Jazenjuk für einen ernsthaften Politiker.

Wahrscheinlich spricht „gegen ihn“ das nach landeseigenen Maßen jugendliche Alter. Und das Fehlen von ernsten Entscheidungen, obgleich das Verbot der Depositenaushändigung an das im Herbst 2001 wegen einer möglichen Abwertung der Hrywnja von einer Panik ergriffene Volk, durch ihn als de facto Hauptperson der Nationalbank aufgestellt wurde.

„Gegen ihn“ – seine politischen „Sprünge“: bis 2005 ein Mann Kutschmas, nachher zum Beispiel bei den vorzeitigen Parlamentswahlen 2007 Nr. 3 der Partei „Unsere Ukraine“.

„Gegen ihn“ – die finanzielle Unbescheidenheit; nicht überzeugend klangen seine Worte „ich kenne alle – Achmetow, Gaiduk, Tarutu, Pintschuk, Poroschenko und andere. Aber zwischen ‘sie kennen’ und ‘von ihnen Geld nehmen’ gibt es große Unterschiede.“

Nun muss man Jazenjuk als ernsthaften Politiker sehen. Dazu verpflichtet das Resultat der Lokalwahlen. 3,79% bis 6,8% sagen ihm verschiedene Exit-Pools voraus. Ja, das ist wie „die durchschnittliche Temperatur im Krankenhaus“, aber Jazenjuk bekommt mit den von ihm durchgekommenen Direktkandidaten mehr. Tatsächlich Fraktionen in den Gebiets- und den Stadträten des Landes.

Ein nicht geringer Prozentsatz bei den Bürgermeisterwahlen der Millionenstädte, starke Positionen von Eduard Gurbiz in Odessa. Anscheinend werden die „Frontkämpfer“ Bürgermeister von Meshigirja im Gebiet Transkarpatien, von Tlumatsch, Rogatin und Kolomyn im Gebiet Iwano-Frankowsk, von Borislaw, Sambor, Sosnowka, Truskawez und Pustomyt im Lemberger Gebiet, von Netischin und Wolotschisk im Gebiet Chmelnizki und von Nowodnestrowska im Tschernigowsker Gebiet.

Ja, das ist politisches Franchising. Jazenjuk gewährte die Marke „Front der Veränderungen“ zum Gebrauch. Unter dieser Marke gingen viele durch. Aber wer sagte, dass sich das politische Franchising in dem gegebenen konkreten Fall nicht als effektive politische Technologie erweisen würde?

Ja, das ist in vielerlei Hinsicht eine künstliche Marke. Am Montag war ich in der Show „Swoboda Slowa“ von Andrei Kulikow auf ICTV. Mit bloßem Auge war erkennbar, dass man Jazenjuk „die Manier eines Predigers“ aufsetzte. Ich beobachtete die Klassiker der Art von öffentlichen Auftritten: Rede und Reaktionen im Verhalten wie bei einem Missionar, die Fertigkeit, einen Gedanken zu betonen, Gesten, die die wichtige Ausstrahlung „des Positiven“ begleiten und den Abschluss der Rede mit einer rhetorischen Frage. Natürlich war die Ausführung zu schematisch und banal, aber wer sagt, dass das nicht effektiv sei?

Ja, Jazenjuk hat es nicht nötig, ähnlich wie Sergei Tigipko, sich für seine Position an der Macht rechtzufertigen, da er ja nicht an der Macht ist. Sergei Leonidowitsch (Tigipko) war auch sehr überzeugend in seiner „eisernen Reformation“, er erklärte, warum es anfangs schlecht sein werde und danach gut. Aber in der Politik ist das Resultat wichtig, in diesen Wahlen war es bei Tigipko nicht besser.

Im trocknenen Überrest wird Jazenjuk für die Sponsoren interessant. Auf jeden Fall in den unmittelbaren Wahlen. Wir werden sehen, wir weit sich ihm die Sphären der mehrstündigen Show eröffnen.

Aber nun steht Jazenjuk vor der Aufgabe nicht abzurutschen. Das Resultat zu halten, nachdem man es in etwas für die Wählerschaft Anziehendes umgeschmolzen hat. Ob er das kann? Einige ernste Umstände könnten stören. Jazenjuk hängte seine Verfolger ab, diesen Umstand berücksichtigen bestimmt all jene, für die es angenehmer ist, ihn „platt zu machen“, als das eigene Rating aufzuschrauben.

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Da man weiß, wie emotional Arseni Petrowitsch ist, wie schnell er sich gekränkt fühlt, und einen Zwischenfall mit einem „Milizbolzen“ bis hin zu Rücktritten im Innenministerium mit Beteiligung des Staatshaupts entfacht, versuchen seine Gegner diesen Umstand zu nutzen. Sie sind auch verantwortlich dafür, dass einstweilen niemand ernsthaftes, kompromittierendes Material gegen Jazenjuk realisiert hat, und man darf nicht glauben, dass es solch ein Material nicht gibt.

Das zweite Problem – falls Jazenjuk (wie auch andererseits „Swoboda/ Freiheit“ von Oleg Tjagnybok) sein politisches Spiel in den Widersprüchen von Macht und Opposition nicht findet, erwartet ihn die „Auflösung“ in diesen beiden „Kesseln“.

Das dritte Problem – auf gegebener Stufe ist die Fähigkeit Jazenjuks überzeugend zu reden eher intonatorisch als gehaltvoll. Wenn man sich in den Inhalt davon, was er spricht, hineindenkt, stößt man bei Jazenjuk auf Probleme. Auf viel Zweideutigkeit, große Leere und wenig Gedanken.

Und, schlussendlich, die Achillesferse von Arseni Petrowitsch, außer persönlicher Charakterzüge, ist seine chronische Unfähigkeit, eine wirksame politische Truppe zu formieren. Wenn man sich seine „Regierung der Veränderungen“ ansieht, wird man kaum den Generalmajor der Luftfahrt Michail Baschkirow oder den Religionsführer Wiktor Elenski zum Minister machen. Mit den anderen, zum Beispiel mit dem Eigentümer von „Furschet“ Igor Balenko, heißt es, habe Jazenjuk Schwierigkeiten.

Aber Jazenjuk muss ja eine Liste für die Parlamentswahlen aufstellen. Wird er die Unbedeutenden, aber Kontrollierbaren nehmen? Die Persönlichkeiten, aber Unabhängigen?

8. November 2010 // Wjatscheslaw Pichowschek

Quelle: Lewyj Bereg

Übersetzer:   Armin Weber — Wörter: 748

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