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Zentralbank ergreift neue Maßnahmen zur Stützung der Hrywnja

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Die Leitung der Zentralbank ging, verstehend, dass verbale und Marktinventionen nicht ausreichend zur Stützung des Kurses der Hrywnja sind, zu harten administrativen Maßnahmen über. Gestern sandte der Regulierer einen Brief an die Banken, in dem er diese verpflichtete Devisen zum einem Kurs zu verkaufen, der nicht über dem von der NBU (Nationalbank der Ukraine) festgelegten liegt, andernfalls können die Banken keine Devisen bei der NBU erwerben und später überhaupt ihre Lizenz verlieren. Banker betonen, dass der NBU die Reserven ausgehen und daher treibt diese die Banken zum Konflikt mit den Kunden, welche Währungsoperationen zum Marktkurs durchführen. Experten fügen hinzu, dass mit den neuen Methoden es der NBU nur für kurze Zeit gelingt, den Kurs unter 8 Hrywnja/$ zu senken.

Dem “Kommersant-Ukraine“ liegt der Brief der NBU #38-012/896-2112 vor, der am 11. Februar an alle Banken verschickt wurde und in dem der Regulierer “seine tiefe Beunruhigung über die Handlungen der Banken ausdrückte, die Devisenoperationen (darunter auch im Auftrag von Kunden) zu Kursen durchführen, die spürbar den mittleren Marktkurs übersteigen”. Die Zentralbank berechnete, dass gestern um 14:00 Uhr der mittlere gewichtete Kurs 7,973 Hrywnja/$ bei einem mittleren Handelsvolumen von 190 Mio. $ betragen hat. “Wir teilen mit, dass die Nationalbank beginnend mit dem 11. Februar zeitweilig den Banken keine Devisen verkaufen wird, die Devisenoperationen zu Kursen, die über dem mittleren gewichteten liegen, durchführen”, wird im Brief vom kommissarischen Vorsitzenden der NBU, Anatolij Schapowalow, hervorgehoben. ??“Bei Banken, die systematisch Devisenoperationen zu Kursen über dem mittleren gewichteten durchführen, wird die Geltung des Generalvertrages über die Durchführung von Operationen auf dem Interbankenmarkt ausgesetzt und andere
Einflussmaßnahmen angewendet werden.”??

Den Daten des Informationshandelssystems UkrDealing.com nach, bei dem viele Banken ihre Handelsnotierungen ausstellen, eröffnete gestern der Interbankenmarkt auf einem Niveau von 8,1/8,2 Hrywnja/$ und schloss bei 8,0595/8,2000 Hrywnja/$. Die niedrigsten Notierungen wurden um 15:10 Uhr bei einem Niveau von 8,0595/8,1590 Hrywnja/$ und die höchsten um 12:19 Uhr bei 8,1019/8,2092 Hrywnja/$ verzeichnet. Den Angaben des Leiters der Beratergruppe des NBU Vorsitzenden, Walerij Litwizkij, nach, verkaufte der Regulierer gestern auf dem Markt 55 Mio. $ zu einem Kurs von 7,79 Hrywnja/$, das allgemeine Handelsvolumen beim Dollar betrug 270 Mio. $. Litwizkij erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur “Interfax-Ukraina”, dass die NBU täglich ihren Einfluss auf dem Markt verringert, obgleich sie im Februar bereits 724 Mio. $ verkauft hat und “bereit ist die Bewegung des Marktkurses in Richtung des offiziellen zu unterstützen”. Den offiziellen Kurs hält die Zentralbank seit Ende des letzten Jahres unverändert bei 7,7 Hrywnja/$.

Banker betonen, dass der Brief der NBU großen administrativen Druck auf den Kurs der Hrywnja ausübt. “In den letzten zwei Tagen gab es aus der Abteilung der Währungsregulierung der NBU Anrufe bei den Finanzabteilungen der großen Banken mit der Forderung, dass die Banken alle Devisentauschvorgänge, darunter mit Kunden, zu Kursen unter 8 Hrywnja/$ durchführen”, erzählte einer der Banker unter der Bedingung der Anonymität. Seine Informationen wurden bei anderen Banken bestätigt: “Aber wie können wir die Klienten dazu zwingen zu Kursen unter dem Marktkurs zu verkaufen? Und bei der Nationalbank hat man sich nicht nur auf Anrufe beschränkt, jetzt droht man mit dem Entzug der Lizenz”.

Die NBU entschied sich zu harten Maßnahmen überzugehen, da ihre Limits an internationalen Reserven enden, die sie im I. Quartal für Interventionen eingeplant hatte und ihre Äußerungen sind ungenügend dafür, dass die Hrywnja sich festigt, denken Banker. “Die Zentralbank versucht den Verkauf von Devisen ohne bedeutende Infusionen zu stimulieren und den Kurs unter das Niveau von 8 Hrywnja/$ zu drücken”, erläutert der Kassenwart der “Tochterbank der Sberbank Rossii”, Dmitrij Solotko. Doch Banker bezweifeln, dass es dem Regulierer gelingen wird, die Aufgabe auf diesem Wege zu lösen. “Wir versuchen einige unserer Klienten sich vom Verkauf zu hohen Kursen zu enthalten, doch der Mehrheit kann man das nicht beibringen”, bekräftigt der Kassenwart einer der größten Banken mit ausländischem Kapital. “Warum soll er Geld verlieren, wenn die Zentralbank selektiv Devisen ohne Begründung ihrer Handlungen verkauft”, Vorher hatte die NBU Banken einen Brief geschickt, in dem sie den scharfen Anstieg von Devisen auf Kundenkonten um 1 Mrd. $ feststellte und die Banken bat, dabei zu helfen, dass die Klienten ihre Devisen verkaufen (”Kommersant-Ukraine“ vom 6. Februar).

Eben den selektive Verkauf von Devisen an Banken aufgrund von Verträgen mit Kunden nennen Banker als Grund für die Existenz verschiedener Kurse – des offiziellen und des Kurses auf dem Markt. “Dann taucht eine unbefriedigte Nachfrage auf, welche den Marktkurs nach oben treibt”, sagt der Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden einer der Banken. “Dazu kommt, dass die NBU in den letzten Tagen nur die Hälfte der Anträge bedient hat. Und einige wurden am Mittwoch zurückgewiesen, damit argumentierend, dass die Bank Devisen zu höheren Kursen verkauft hat, als sie das wollen. Natürlich werden die Banken einige Tage lang den Lizenzentzug fürchten und versuchen den Kurs unter 8 Hrywnja/$ zu senken. Doch wird kaum jemand verkaufen und mit diesen Interventionsmengen der NBU halten wir uns nur wenige Tage. Danach wird es einen scharfen Anstieg geben, falls es keine Unterstützung aus Reserven des IWF oder anderer Quellen gibt, von denen die Premierministerin spricht”. Den Angaben der NBU nach, verringerten sich die Reserven der Zentralbank zum 1. Februar auf 28,82 Mrd. $ (unter Einbeziehung des IWF Kredites von 4,5 Mrd. $). Unter Einberechnung der erwarteten zweiten Tranche von 1,8 Mrd. $ sollten die Bruttoreserven der NBU bis Ende März 28,1 Mrd. $ betragen.

Ruslan Tschornyj

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 935

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