Gestern stellte die Ukraine ihr neues Passagierflugzeug An-158 vor. Für dieses gibt es bereits mehr als 20 Bestellungen in Höhe von 500 Mio. $. Deren Erfüllung ist übrigens kaum ohne finanzielle Unterstützung Russlands möglich und die Entscheidung zur Endmontage der An-158 im Flugzeugwerk Woronesh, wo bereits die An-148 produziert wird, ist bislang nicht gefällt worden. Die Sache ist die, dass die Version des Flugzeugs mit bis zu 100 Plätzen ein direkter Konkurrent zum ambitioniertesten russischen Flugzeugprojekt ist – dem SukhoiSuperJet-100.
Das Flugzeug An-158 wurde gestern beim Staatsunternehmen „Antonow“ in Kiew vorgestellt. Die An-158 ist eine Modifikation des regionalen Flugzeugs An-148 und ist maximal mit ihm abgestimmt/vereinheitlicht. Doch im Vergleich zum bereits in Serie gefertigten An-148-100 (auf 68-85 Passagiere ausgelegt), ist die An-158 dank des verlängerten Rumpfs fähig bis zu 99 Passagiere über eine Entfernung von 2500-3100km zu transportieren. Das neue Modell ist auch sparsamer. „Wir haben den Rumpf verlängert und die interne Anordnung verändert, verbesserten die Konstruktion und haben aerodynamische Endflächen installiert. Dank dessen ist die Treibstoffeffizienz der An-158 um 10-17% höher als die der An-148 in Abhängigkeit von der Ausstattung“, erzählte dem “Kommersant-Ukraine“ der Generalkonstrukteur von „Antonow“, Dmitrij Kiwa.
Das Portfolio fester Bestellungen und vorvertraglicher Vereinbarungen für die An-158 zählt bereits mehr als 20 Maschinen, teilte man bei der russischen Leasingfirma „Iljuschin Finance Co“ (IFC) mit, die das Marketing und den Verkauf der An-158 betreibt. Insbesondere das russische Flugzeugunternehmen „Atlant-Sojus“ hat einen Vertrag über zehn An-158 abgeschlossen, eine Option auf weitere fünf vereinbarend. Sechs Maschinen bestellte die kubanische Fluggesellschaft „Cubana“.
Am Flugzeug interessiert sind auch ukrainische Unternehmen. „Wir haben Verhandlungen mit ‘Antonow’ über zwei Modelle geführt – die An-148 und die An-158 – und sind bereit die neue Maschine zu Bedingungen eines ‘wet leasing’ Vertrages zu nutzen“, teilte der Assistent des Generaldirektors von „Aerosvit“ für Öffentlichkeitsarbeit, Sergej Kuzyj, mit. Den Informationen der IFK nach, findet der erste Flug der An-158 bereits innerhalb einer Woche statt. Der Abschluss der Zertifizierung und die ersten Lieferungen sollen im I. Quartal 2011 stattfinden. Der Katalogpreis des Flugzeugs beträgt 25-30 Mio. $.
Bislang plant man übrigens die Endmontage der An-158 nur in Kiew zu eröffnen. „In Russland muss man für die Produktion dieses Flugzeugs eine neue Produktionslinie schaffen, wofür etwa anderthalb Jahre nötig sind“, betonte der Leiter des Direktoriums des Unternehmens „Motor-Sitsch“, Wjatscheslaw Boguslajew. Doch Kiwas Worten nach wird für die Zukunft auch die Organisation der Produktion in der Russischen Föderation geprüft, wo bereits die An-148 montiert wird. Die Organisation der Produktion in Russland ist prinzipiell wichtig für „Antonow“, meinen Experten. „Bedeutende Kapitalinvestitionen sind für den Beginn der Serienproduktion der An-158 in der Ukraine nicht nötig, doch für die Produktion der gesamten Flugzeuglinie und die Erfüllung der Bestellungen innerhalb der Frist hat die Ukraine nicht genügend Mittel“, meint der Direktor des Zentrums für politische und ökonomische Analysen, Alexander Kawa. „Zumal, wenn die OAK (Objedinennaja Awiastroitelnaja Korporazija) bereits feste Bestellungen für die An-158 hat, so gibt es diese bei ‘Antonow’ selbst bislang nicht“.
„Antonow“ hat sich bereits über die Lackierung und den Innenausbau der in Kiew montierten An-158 im Werk der Woronesher Flugzeugbaugesellschaft, die zur OAK gehört, geeinigt, teilte man bei der IFK mit. Doch wurde bislang keine Entscheidung zur Verlegung der Endmontage der An-158 nach Woronesh getroffen.
Den Worten von Branchenexperten nach, befindet sich die 99-sitzige An-158 in der gleichen Marktlücke, wie das von dem russischen Unternehmen „Suchoi“ projektierte Regionalflugzeug SukhoiSuperJet 100 (SSJ, Basisversion – 95 Plätze). Derweil denkt Dmitrij Kiwa nicht so. „Im Durchschnitt nehmen wir 85-89 Passagiere. Das ist bereits eine andere Nische“, sagt er. „In Russland wird das Flugzeug vor allem auf unbefestigten Flughäfen genutzt, darunter in Sibirien, was für den Superjet unzulässig ist“. Nichtsdestotrotz bezeichnete man beim Pressedienst der SAO (Geschlossene Aktiengesellschaft) „Grashdanskije Samoljoty Suchogo“ (GSS) die An-158 als direkten Konkurrenten des SukhoiSuperJet-100. „Eine mögliche Entscheidung für eine Produktion des Flugzeugs An-158 auf dem russischen Territorium wird das Erscheinen einer unbegründeten Konkurrenz bedeuten“, betonte man bei der GSS gegenüber dem “Kommersant-Ukraine“. Übrigens der Meinung von Oleg Pantelejew, Leiter des Analysedienstes der Agentur „Aviaport“, nach, erfordern beide Projekte bedeutende Investitionen, daher wird die Konkurrenz zwischen ihnen nicht nur um Klienten, sondern auch um eine Unterstützung aus dem russischen Budget gehen.
Jelena Sinizyna, Alexej Jekimowskij
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“