Die Regierung konnte das Problem mit der Nichtzahlung von Seiten der kommunalen Wärmeenergieversorger (TEK) nicht lösen. Gestern erzählte man bei „Gas Ukrainy“, dass man bislang nicht einen Vertrag mit den Energieversorgern abgeschlossen hat und das Niveau der Gaszahlungen fiel auf 43 Prozent. Im Unternehmen bereitet man sich darauf vor ganze Schuldnerregionen von den Lieferungen abzuschalten. Doch für eine Lösung der Probleme sind diese Maßnahmen ineffektiv und „Naftogas“ wird ein weiteres Mal gezwungen sein Kredite aufzunehmen, sind sich Experten einig.
Gestern meldete man beim Tochterunternehmen der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) „Naftogas Ukrainy“ – „Gas Ukrainy“, dass man bislang keine Abkommen mit den Wärmeenergieversorgern über die Belieferung mit Gas im Jahr 2011 abgeschlossen hat. „Gas Ukrainy“ hat den Wärmeenergieversorgern Vertragsentwürfe und die notwendigen Ausschreibungsdokumente zugesandt, doch die Unternehmen beeilen sich nicht diese zu unterschreiben. Bei „Gas Ukrainy“ verbindet man dies mit den Änderungen im System für staatliche Einkäufe. Gemäß dem im Juni 2010 verabschiedeten Gesetz „Über die Umsetzung von staatlichen Einkäufen“ müssen die TKE für Vertragsabschlüsse die Erlaubnis des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Handel erhalten. „Bei den Wärmeenergieversorgern meint man, dass wir die Erlaubnis erhalten müssen, doch in Wirklichkeit ist es ihre Aufgabe. Wegen dieses Wirrwarrs unterzeichnen die TKE die Verträge nicht und reduzieren die Abrechnungen“, sagt man bei „Gas Ukrainy“.
Im Ergebnis sank das Zahlungsniveau im Januar auf 43 Prozent. Zum Vergleich: im Januar vorigen Jahres betrug es 51 Prozent. Die Probleme bei der Abrechnung führten dazu, dass „Gas Ukrainy“ Verbraucher die Lieferungen abstellte. Am 19. Januar begann das Unternehmen aufgrund von Schulden mit einer schrittweisen Reduzierung der Gaslieferungen an „Kiewenergo“. Gestern erhielt das kommunale Unternehmen „Stadtwärmenetze“ in Saporoshje eine Mitteilung über die Einstellung der Gaslieferungen. Die Gesamtschulden des Unternehmens für Brennstoff, der in der Heizsaison 2010/2011 verbraucht wurde, betrugen 3,74 Mrd. Hrywnja.
In Saporoshje erwiesen sich die Gasabrechnungen als etwas niedriger als der Durchschnitt in der Ukraine, teilte der Sekretär des Saporoshjer Stadtrates, Wladimir Kalzew, mit. Die Schulden der städtischen Wärmeenergieversorgungsunternehmen gegenüber „Gas Ukrainy“ betragen 192 Mio. Hrywnja. Dabei erreicht das Zahlungsniveau von Seiten der Bevölkerung mehr als 90 Prozent konkretisierte die Assistentin des Bürgermeisters von Saporoshje, Inna Pugatschowa: „Offensichtlich ist das unter den jetzigen Bedingungen nicht ausreichend“. Zur gleichen Zeit unterstrich Wladimir Kalzew, dass es zu zeitig ist über eine Einschränkung der Lieferungen zu reden. „Wir haben Gespräche geführt, ich habe persönlich mit dem Leiter von ‘Gas Ukrainy’ geredet; wir haben uns auf ein Treffen am Dienstag in Kiew geeinigt“, teilte der Sekretär des Stadtrates mit.
Wie man beim Pressedienst von „Gas Ukrainy“ meldete, erhalten Dnepropetrowsk und die Krim in der nächsten Zeit ähnliche Warnungen. „Falls die TKE Unternehmen nicht zu zahlen beginnen, werden wir abschalten. Andernfalls reichen uns die Mittel einfach nicht, um für das russische Gas abzurechnen, für welches wir bis zum 5. Februar zahlen müssen“, erläuterte man beim Unternehmen.
Ein Informant des “Kommersant-Ukraine” beim Energieministerium versicherte, dass die Zahlung an „Gasprom“ unabhängig vom Zahlungsniveau der Energieversorger durchgeführt werden. „Sogar wenn es keine Gelder von den Energieversorgern gibt, wird das Unternehmen einen Kredit aufnehmen oder das Stammkapital über Staatsanleihen erhöhen. Bei Russland werden wir pünktlich bezahlen – Verwicklungen in den Beziehungen kann niemand gebrauchen“, versicherte der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine”.
Bei „Gas Ukrainy“ versuchte man bereits die Wärmeversorger zur pünktlichen Zahlung zu zwingen. Vorher hatte man bei der Generalstaatsanwaltschaft über die Aktivierung der Arbeiten zur Durchführung von Überprüfungen der Gasversorgungsunternehmen und der Unternehmen der Wärmeenergieversorger informiert, die Schulden gegenüber „Gas Ukrainy“ haben. Bei der Generalstaatsanwaltschaft konkretisierte man, dass im vorigen Jahr mehr als 500 Klagen zur Eintreibung von Schulden eingereicht wurden und mehr als 400 Schuldner zur Verantwortung gezogen wurden, wobei mehr als 500 Mio. Hrywnja für verbrauchtes Erdgas eingetrieben werden konnten. Auf Initiative von „Gas Ukrainy“ wurden bereits neun TKE Leiter entlassen (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 6. September 2010).
Der Meinung von Sergej Paschinskij, Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, nach wird „Naftogas Ukrainy“ wohl gezwungen sein Kredite aufzunehmen, um „Gasprom“ zu bezahlen. „Operativ das Stammkapital des Unternehmens aufzufüllen wird nicht gelingen, da dafür wenigstens ein Monat erforderlich ist. Daher wird das Unternehmen wohl einen Kredit aufnehmen, was seine auch so nicht einfache finanzielle Situation verschlechtern wird“, sagt der Experte. Maxim Schein aus dem Investmentunternehmen „BrokerCreditService“ meint, dass lediglich eine Liberalisierung des Gasmarktes die Situation prinzipiell ändern kann. „Das Problem der Nichtzahlungen wird dann gelöst werden, wenn die Gaslieferanten unmittelbar zu dessen Förderern werden, die niemals irgendeinem TKE Gas ohne Vorauszahlung liefern“, sagt er. Der Analyst erinnert daran, dass das im vorigen Jahr beschlossene Gesetz „Über die Reformierung des Erdgasmarktes“ eine schrittweise Entmonopolisierung des Segmentes vorsieht.
Oleg Gawrisch, Jakow Noskow
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“