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Aus der Gefangenschaft in die Übersiedlerschaft. „Man hat uns wegen einer Karte verhaftet“

Wjatscheslaw Bondarenko, Lugansker Journalist und Aktivist bei „Wostok SOS (Ost-SOS)“, berichtet über die Gefangenschaft bei den Separatisten und seine Erfahrungen der notgedrungenen Umsiedlung.
Wjatscheslaw Bondarenko aus LuganskWjatscheslaw Bondarenko aus Lugansk nach Kiew geflohener Journalist

„Der Wachmann weigerte sich“

Ich arbeitete damals als Redakteur der Lugansker Site „Obsor (Überblick)“ und der Sender ZIK bat mich um eine Übertragung für ihn am Tag der Präsidentenwahl, dem 25. Mai. Ich fuhr nach Kiew, um die Ausrüstung zu holen, und dieser Rucksack spielte später noch eine Rolle.

In diesem Moment eroberten die Separatisten gerade den SBU (Inlandsgeheimdienst – Anm. d. Übers.) und standen an den Kontrollpunkten, aber es war ausreichend ruhig, sodass man durchfahren konnte. Und die Züge fuhren noch.

Ich fuhr mit Maxim Osowski. Wir begannen im Norden des Gebiets, wo die Präsidentschaftswahlen stattfanden, wahrscheinlich von Swatowo, und von dort nach Süden in Richtung Lugansk. Der Fahrer war auch ein Freund von uns. Wir wollten noch einen Wachmann mitnehmen, aber der Wächter weigerte sich (lacht).

Maxim nahm sich für die Fahrt eine Flasche Whisky mit, setzte sich nach vorn und trank, wie ich es sah. Er spricht, dachte sich eine Geschichte aus: wir fahren zur Datsche, um uns zu erholen. Trinkt und lacht, dass wir uns maskieren.

Nun, aber ich trinke nicht bei der Arbeit, vor allem nicht während der Aufnahme. Aber ich musste trotzdem meinen Mund mit Whisky ausspülen. Und tatsächlich war es so einfacher, wenn man uns überprüfte. Sie spürten der Geruch, sahen die Flasche – und weitere Fragen erübrigten sich. Wenn sie gewusst hätten, dass wir Journalisten sind und im Auftrag unterwegs sind, ich denke, dann wären wir nicht weit gekommen.

„Spione, die Ausrüstung ist gestohlen“

Und so fuhren wir den ganzen 25. Mai durch das Gebiet und filmten für den Fernsehkanal ZIK. Ich druckte eine einfache Karte des Lugansker Gebiets aus, diese spielte dann auch noch eine verhängnisvolle Rolle. Eine einfache Karte, Umrisse und die wichtigsten Punkte unserer Fahrstrecke.

Der letzte Versuch, live zu senden, war bei einem Auto, in der Nähe irgendeines Kontrollpostens. Das Auto haben wahrscheinlich Separatisten beschossen. Auf dem Fahrersitz waren Blutspuren und wahrscheinlich Gehirn. Die Verbindung war schlecht, eine Livesendung war nicht möglich.

Etwa zehn Uhr abends, nach dem Arbeitstag, fuhren wir an einem Kontrollposten bei Stschastja vorbei. Da begann gerade die Sperrstunde.

Bei der Durchsuchung fand man meine Karte. Sofort beschuldigte man uns, Spione zu sein, bemerkten die Kontrolleure. Sie suchten weiter und fanden den Rucksack mit der Ausrüstung. Darauf stand Ustream – der Name der Herstellerfirma. Sie sagten, wir hätten die Ausrüstung irgendeinem russischen Sender mit gleich klingendem Namen gestohlen (lacht).

Und dann schlug man mit aller Kraft ins Genick und da endet mein Film. Ich erinnere mich verschwommen, wie sie mich fuhren.

„Viele waren in den Kellern“

Maxim Osowski nahmen sie auch fest. Den Fahrer ließen sie frei.

Mich hielt man zweieinhalb Tage im eroberten Gebäude des SBU fest. Man fuhr mich zu meinem Arbeitsplatz – einen Computer überprüfen.

Ja, sie schlugen, verhörten uns, damit wir zugaben, dass wir Spione sind. Maxim „gestand“. Ihn ließ man etwas eher gehen. Es ergab sich, dass ich nicht gestand. Sie schlugen recht kräftig. Die Hände banden sie hinter dem Rücken fest zusammen. Einmal verbrannten sie meinen Arm mit einer Zigarette, und hier, siehst du, haben sie mit einer Zange in die Rippen gezwickt.

Sieh, das ist ein anderer unserer Aktivisten, MRT. Man sieht, wie sie ihm den Schädel zerschlagen haben. (Zeigt Fotos, wie sie nach ihrer Befreiung im Krankenhaus ausgesehen haben – will sie dann aber doch nicht veröffentlichen.)

Viele waren dort in den Kellern. Die, die für die Ukraine waren.

„Warum habt ihr betrogen?“

Zum Schluss haben meine Frau und Freunde mich irgendwie eingesammelt. Sie hatten die ganze Zeit versucht, wenigstens irgendwelche „Fetzen“ zu finden, alles, was sie nur konnten. Sogar über irgendwelche Banditen.

Und meine Freunde, die in der örtlichen Regierung arbeiten, zum Beispiel im Pressedienst des Gebietsrats, versuchten auch, irgendwelche Auswege zu finden.

Als man mich gehen ließ, brachten mich Verwandte sofort ins Krankenhaus. Unter fremdem Namen. Ein Arzt kam lange nicht, und Sweta, meine Frau, ging um zu sehen, womit er beschäftigt war.

Trat ein, aber er telefonierte. Und sagt ihr: „Warum haben Sie gelogen, dass er diesen und jenen Namen hat, wo er doch soundso heißt?“ Und nennt meinen richtigen.

Kurz, der Arzt rief die Kumpels im Gebäude des SBU an, die mich entlassen hatten, und bestellte sie erneut. Die kamen, um mich zu holen, aber Freunde schafften es, mich mitzunehmen und versteckten mich bei ihren Verwandten.

Am nächsten Tag übersendete man mich nach Kiew. Ich war in sehr rüstigem Zustand. Drei Wochen lag ich in Kiew im Krankenhaus, und danach fuhr ich zu Maxim ( Aktivist und Rechtsanwalt – Anm. d. Red.).

Seit diesem Tag wohnen meine Frau, unser 9-jähriger Sohn und ich bei Maxim. _(Zählt an den Finger ab) _Juni, Juli, August, September, Oktober… Mein Sohn ging hier schon zur Schule.

„Ich dachte nicht, dass es für lange sei“

Wir dachten doch nicht, dass es für lange sei. Eine Schule für unseren Sohn haben wir im letzten Moment gesucht. Die ganze Zeit haben wir gehofft, dass es nur kurz ist. Besonders als im Sommer die Ukraine den Druck erhöhte, Soldaten schon in Lugansk einmarschierten. Wir: das wars, jetzt räumen sie dort auf und dann fahren wir alle nach Hause. Aber so kam es nicht.

Ich sage immer, dass ich sehr viel Glück hatte. Freunde haben uns aufgenommen, dank derer wir leben. Ja, wir fühlen, dass wir die Menschen einschränken, aber Max sagt: „Lebt, sorgt euch nicht. Wir sagen euch schon, wenn wir euch satt haben.“ Bisher haben sie es nicht gesagt (lacht).

Weißt du, viele Übersiedler haben Angst, etwas zu erzählen, weil sie dort Verwandte haben. Warum weit gehen? Die Eltern meines Freundes, der in Kiew ist, sind schon seit einigen Monaten in Gefangenschaft, weil er Aktivist war. Die Eltern gingen, um nach der Wohnung zu sehen, in der ihr Sohn mit seiner Frau lebte. Einfach nur nachsehen, wie es dort aussieht. Aber die Nachbarn riefen sofort an, und das war’s. Die Eltern nahmen sie mit, damit der Sohn kommt.

Dort gelten zurzeit „denunzieren“ und „weitergeben“ als völlig normal. Viele denken ja, dass um sie herum wirklich alle Faschisten sind. Es werden drei Sender ausgestrahlt: Rossija-24, Lugansk-24 und LifeNews. Und da wirst du von Tag zu Tag „geprügelt“. Jetzt sogar jene, die ich für zurechnungsfähig hielt… Das ist schließlich ein Mittel der Massenpropaganda, die Leute arbeiten professionell.

„Hier arbeitet man auch mit Propagandamitteln“

Im täglichen Leben fühle ich keinerlei Diskriminierung.

Aber einigen meiner Freunde sagte man bei der Suche nach einer Wohnung: „Zugewanderte aus dem Osten nehmen wir nicht.“ Das kommt vor, und es verwundert mich nicht. Hier arbeitet man ja eigentlich auch mit Propagandamitteln. Man erzählte, dass die Übersiedler getarnte Watniki (Russland-Patrioten – Anm. d. Übers.) sind.
Bahnhofsszene in der UkraineBahnhofsszene in der Ukraine

Ja, ich versuche hier schon zu zeigen, dass es verschiedene Übersiedler gibt, aber im Sommer, erinnere man sich, gab es nicht eine so-o-olche Welle. Und der Fernseher und das Internet: was soll’s, fuhren weg, bezahlten nicht, stahlen… Oder dass Übersiedler rausgeworfen wurden, wegen Frechheit oder wegen russlandfreundlichen Ansichten… Das ist doch auch Massenpropaganda.

„Hilfe nicht nur von Freunden“

Ich empfand und erhielt sehr viel Hilfe nicht nur von Freunden, sondern auch von Fremden. Sie kauften Medikamente. Eine Frau, sie heißt Natascha, erfuhr im Krankenhaus, dass ich aus Lugansk bin. Sie brachte mir ins Krankenhaus Borschtsch, Medizin. Artjom, meinem Sohn, hat sie Bücher gekauft.

Auf dem Markt hat man meine Frau und mich einmal belauscht. Ich sage zur Frau: „Bei uns sind wahrscheinlich auch schon die Erdbeeren reif.“ Eine Frau fragt: „Bei Ihnen – wo ist das?“ „In Lugansk“. Die Frau: „Oh Gott, oh Gott.“ Läuft irgendwo hin. Kommt wieder zurück: ein Glas rote Johannisbeeren, ein Glas schwarze. Sie läuft über den Markt, man gibt ihr für uns. Die Frau weint und ich kann die Tränen auch kaum noch halten.

„Alle Übersiedler als Watniki zu bezeichnen nutzt jenen…“

Aber es gibt auch das Gegenteil. Verstehst du, jeder hat seine Geschichte. Ich habe eine Freundin, eine beeindruckende Journalistin. Sie zog nach Ternopil. Sie ist voll für die Ukraine, in Lugansk hat man sie als Journalistin verfolgt.

Sie fuhr nach Ternopil. Geht mit ihrer Mutter durch Ternopil, spricht auf Russisch und hört von hinten: „Oh, Watniki!“. In den Rücken ruft man ihr das nach. Das ist beleidigend, schrecklich.

Sie konnte keine Wohnung in Ternopil finden. Sobald du sagst, woher du kommst….

Es gibt wirklich unterschiedliche Fälle.

Allerdings bin ich überzeugt, dass die Not die Menschen vereint hat. Ja, viele sind müde. Wir „Wostok SOS“ erhalten jetzt weniger Sachen, aber viele versuchen uns zu unterstützen.

Das ist alles Mist, den man jetzt auch schon versucht, im Inneren des Landes aufzubauen… Ich denke, Übersiedler als Watniki zu bezeichnen nutzt denjenigen Kräften, die auch in Lugansk alles durcheinander gebracht haben. Wenn man beginnt zu sagen „trollt euch zurück“, scheint mir, das ist die Arbeit derjenigen, die alles begonnen haben.

Man muss die Stereotypen aufbrechen. Schlussendlich ist es Zeit, den Kopf einzuschalten.

„Ach was, in Kürze wird bei euch hier der Rubel rollen“

Leider weiß kaum jemand, wie es in Lugansk tatsächlich war. Viele sagen: Ihr wolltet eure „LNR“, jetzt lebt damit. So ein Mist. Wir waren dort. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen. Ja, da waren auch Ortsansässige. Aber so viele waren dorthin gebrachte, von Anfang an.

Bei der Besetzung der Gebietsverwaltung…wann war das noch mal? Der Geburtstag von Schewtschenko…Ja, 9.März. Am 9. März waren da eine Menge Touristen aus Belgorod, aus Rostow. Sie zeigten ihre Pässe und versuchten an den Kiosks Bier mit Rubeln zu kaufen. Und als man ihnen Nichts verkaufte, sagten sie: „Was soll’s, bald wird hier bei euch der Rubel im Umlauf sein. Sie machten Videos, Selfies „Gruß nach Rostow!“

Alles geschah vor unseren Augen. Wir sahen: das ist das Ziel. Wir kannten Einheimische aus der Regierung, die das alles in Bewegung brachten. Aus diesen „regionalen“ Einheimischen. Da ist Alexander Charitonow, ein Bekannter meiner Frau, ein echter Verladearbeiter vom Markt, von der örtlichen PSPU (Progressive Sozialistische Partei der Ukraine – Anm. d. Übers.). Man hat ihn gekauft, in als „Bürgermeister“ eingesetzt, er hatte sofort Geld, ins Café zu gehen (lacht).

Aber in Kiew verstehen das viele bis heute nicht. Wenn du sagst, wir hatten unseren eigenen Maidan, von Anfang an, kaum dass er in Kiew aufkam… Nun, wir haben nicht auf den Plätzen übernachtet, aber jeden Tag demonstrierten wir. Solange das möglich war. Dann wurde es einfach gefährlich.

Wir hatten unsere eigene Verteidigung. Selbst als sie den SBU besetzten, und bei ihnen Schusswaffen auftauchten, bildeten wir eine Kette, obwohl wir wussten, dass das wenig Sinn hatte.

„Der Staat an der Seite“

Der Staat hielt sich von Anfang an irgendwie raus.

Mein Pass ist dort geblieben, im Gebäude des SBU, man hat ihn mir weggenommen. Weiß der Teufel, wer das war. Als sie mich gehen ließen, warteten sie auf den „Waldgeist“. Dort gibt es so viele Gruppierungen. Herauszufinden, wer die wichtigste ist, ist unmöglich…

Ich kam ohne Pass nach Kiew, und als man mich aus dem Krankenhaus entließ, ging ich sofort zur Pass-Stelle. Man sagte mir, dass man ihn am Wohnort erneuern müsse. Ja.

Aber buchstäblich ein paar Tage später eröffneten Sie für Übersiedler eine Abteilung an der Metrostation „Universität“, und ich schaffte es bereits am ersten Tag, meine Papiere einzureichen.

Jetzt haben sie begonnen, Unterstützung auszuzahlen: für ein Kind etwa 800 Hrywnja (gerade etwa 40 Euro), für den Erwachsenen, scheint mir, entweder 600 oder 400. Ich ging aus Interesse zum Sozialamt. Sie zahlten noch nicht, nahmen aber schon Anträge entgegen. Die Beantragung erwies sich als relativ schnell, nur einen ganzen Tag haben wir gebraucht.

Der Staat ist seltsam. Als sie mich gehenließen, kamen auch welche von der OSZE zu mir und ausländische Journalisten und unsere Rechtsanwälte. Sie machten Fotos. Aber vonseiten des Staates – nichts.

Ich dachte doch, dass der SBU wenigstens zu einer Befragung kommt. Sie wussten ja nicht, dass man mir auf den Kopf geschlagen hat und ich mich an Nichts erinnere (lacht). Zumindest die Ermittler hätten sich an mich wenden können. Nein, nichts und niemand. Und zu Maxim Osowki, den man zusammen mit mir gefangen genommen hat, kam auch niemand vom Staat.

Nicht deshalb, weil sie plötzlich die „LNR“ zu lieben begannen“

Welche Bedingungen hat noch im Sommer der Staat nicht für die Leute geschaffen? Als alle massenweise kamen auf das Territorium der … Ukraine, sagen wir so, obwohl auch dort ukrainisches ist, nur eben besetzt.

Schau, wie viele Leute nach Kiew kamen und genötigt waren zurückzufahren? Nicht deshalb, weil sie plötzlich die „LNR“ zu lieben begannen.

Die Menschen kehrten ja nicht nur aus Kiew zurück. Gut, dass einige Freiwilligenorganisationen von Dorf zu Dorf und umsiedelten. Ich weiß, dass im Dnepropetrowsker Gebiet umgesiedelt wurde. Sie wandten sich an uns, schlugen das vor, aber wir hatten damals keine Verbindung zu den Dörflern. Doch jetzt erschienen welche, die das wünschten, aber es gibt keine Häuser mehr.

Viele Leute konnten keine Wohnung für sich finden, Arbeit – Arbeit in erster Linie. Wenn man eine ordentliche Arbeit hat, findet man auch Wohnraum. Man muss auch wieder verstehen, wie viel man in Kiew für die Wohnung zahlt. Und deshalb kehren sie jetzt nach Lugansk zurück, obwohl man ihnen dort auch kein Gehalt zahlt.

Uns als Aktivisten ruft man an und sagt: „Tun Sie irgendwas“. Verflixt, wir täten mit Vergnügen etwas, nur was?

„Wir sind für die Ukraine, wir sind Ärzte und Dozenten, wir sind proukrainisch, aber man hat aufgehört, uns zu bezahlen.

„Eine dumme Entscheidung, die gegen die Ukraine spielt“

Was stellst du dir vor? Nun gut: die Evakuierung aller staatlichen Strukturen? Evakuiert man die Poliklinik, was dann? Wo sollen alle behandelt werden?

Eine dumme Entscheidung, die gerade jetzt gegen die Ukraine spielt. Weshalb jetzt auch die, die die Ukraine unterstützt haben, zu zweifeln beginnen. Nicht nur, dass ihnen jeden Tag „Rossia-24“ den Kopf mit allem möglichen Unsinn füllt, so sehen sie auch noch, dass die Ukraine auf sie einschlägt.

Oder sogar die befreiten Territorien. Hier, wir fahren dorthin. Zum Beispiel Trjochisbenka im Slawjanoserbsker Kreis – kein Strom, nichts zum Heizen. Kälte. Bei uns ist Steppe. Das Auto voll Holz kostet zweitausend Hrywnja. Woher soll man die nehmen.

„Niemals daran gewöhnen“

Das schlimmste ist, dass wir beginnen mit dem Bewusstsein zu leben, dass Krieg etwas Normales ist.

Das alles ging in einen fortlaufenden Konflikt über. Wenn die Menschen in dem Bewusstsein leben, dass Krieg etwas Normales ist. Wenn Menschen, die Nichts verstehen, beginnen, Ratschläge zu geben: „Na los, zieht alle von dort weg! Was hindert euch? Ihr seid selbst schuld, dass ihr dort unter Beschuss bleibt und nicht wegzieht“.

Verflixt, da ist ein Mensch siebzig Jahre alt, zum Beispiel. Ja, vielleicht auch vierzig. Wohin? Er hat hier ein Haus. Viele sind auch schon weggefahren, als es ganz schlimm war. Und jetzt kamen Sie zurück und wohnen in diesem Trjochisbenka ohne Holz und ohne Strom. Naja, im Laden gibt es Brot und Wodka. Hervorragend! Aber Arbeit gibt es nicht, es gibt nichts.

Man darf nicht mit dem Krieg leben, verstehst du. Genauer gesagt, nicht so. Mit ihm leben, darf man, sich daran gewöhnen, niemals!

12. Dezember 2014 // Artjom Tschapaj

Quelle: The Insider

Übersetzerin:   Anja Blume  — Wörter: 2614

Anja Blume ist Sozialpädagogin und übersetzt - zwischen eigener poetischer Tätigkeit - auch immer wieder Märchen und Lieder aus dem Russischen ins Deutsche. Ehrenamtlich ist sie im Bereich der internationalen Jugendarbeit tätig.

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