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Igor Kolomojskij kauft 3% der Central European Media Enterprises

Igor Kolomojskij wurde am Ende doch Mitbesitzer von “Studija 1+1”. Gestern erklärte der Hauptaktionär des Senders, die amerikanische Central European Enterprises (CME), dass der Unternehmer 3% der Aktien des Unternehmens an der NASDAQ für 110 Mio. $ erworben hat. Doch damit erschöpft sich der Einfluss Igor Kolomojskijs auf “1+1” nicht: er wurde in den Aufsichtsrat von CME aufgenommen. Diese Entscheidung verschlechterte die die Beziehungen zwischen den Aktionären von “1+1” – der Teilhaber des Kanales Boris Fuksman nannte das Verhalten der CME unkorrekt. Experten merken an, dass die Entscheidung der CME davon zeugt, dass Kolomojskij möglicherweise der neue Hauptpartner des Konsortiums in der Ukraine werden könnte.

Davon, dass gestern Igor Kolomojskij für 110 Mio. Dollar 3% der Aktien einer der größten Medienfirmen in Zentral- und Osteuropa kaufte, wurde gestern in einer offiziellen Mitteilung der CME berichtet, die gestern abend verbreitet wurde. Die Stammaktien in Höhe von 1,275 Mio. Stück wurde von Kolomojskij in New York an der NASDAQ erworben.

Die CME besitzt einige Dutzend Fernsehsender in Zentral- und Osteuropa. In der Ukraine gehören ihr mit jeweils 60% “Studija 1+1”, “Kino” und “City”. Der Reinerlös im 1. Halbjahr stieg um 30,96% auf 364,2 Mio. Dollar, das EBITDA um 32,18% auf 126,99 Mio. Dollar im Vergleich zur gleichen Periode des Vorjahres. 65% der stimmberechtigten Stammaktien gehören dem Firmengründer Ronald Lauder. 85%, der, nicht stimmberechtigten, Vorzugsaktien wurden bis gestern an der NASDAQ und der Prager Börse gehandelt. Die Kapitalisierung der CME betrug 3,096 Mrd. Dollar.

Neben dem Kauf von 3% der Aktien der CME, trat Igor Kolomojskij in den Aufsichtsrat der CME ein. “Ich kenne Igor Kolomojskij seit langem und sehe ihn als erfahrenen Unternehmer. Momentan untersuchen wir die Möglichkeit von gemeinsamen Investitionen in Mediaaktiva in der Ukraine.” – erklärte gegenüber dem Kommersant-Ukraine
der Hauptaktionär der CME Ronald Lauder. Im Detail, seinen Worten nach, ist das Unternehmen daran interessiert den Fernsehsender NTN und den Kabelfernsehanbieter “Volia” zu erwerben. CME ist eines der dynamischsten Medienunternehmen auf der Welt und ich gehe davon aus, dass eine Anlage im Kauf seiner Aktien lohnenswert ist.”, wird Igor Kolomojskij in der Mitteilung der CME zitiert.

Bis jetzt war die Beziehung von Igor Kolomojskij und der CME verbunden mit dem größten Streit auf dem ukrainischen Mediamarkt. Der “Kommersant-Ukraine“ erinnert daran, dass im März 2005 die Teilhaber von “1+1” Alexander Rodnjanskij und Boris Fuksman Gespräche über den Verkauf ihrer 40% an Igor Kolomojskij für 100 Mio. Dollar führten. Doch die CME, ihr Vorzugsrechte nutzend, verbot den Besitzern 40% ihres Anteils an die “Privat”-Holding zu verkaufen, da sie selbst diese 40% erwerben wollte. Kolomojskij wiederum ging vor Gericht mit der Forderung, dass 70% des Stammkapitals von “Studija 1+1” ihm zugeschrieben werden sollten. Jedoch nach anderthalb Jahren wies das Höchste Gericht der Ukraine die Beschwerde Igor Kolomojskijs zurück (”Kommersant-Ukraine“ vom 1.03.2007).

Die Union von CMS und Igor Kolomojskij, verschlechterte die Beziehung des Konsortiums mit ihren Partnern in der Ukraine. “Die Entscheidung der CME Igor Kolomojskij in den Aufsichtsrat aufzunehmen, ist offensichtlich ein Teil des Deals, welcher von beiden Seiten im Verlaufe der Verhandlungen während der Gerichtsstreitigkeiten, geschlossen wurde. Wir beurteilen die Handlung der CME in Beziehung zu ihren ukrainischen Partnern als nicht korrekt.”, erklärte gegenüber dem “Kommersant-Ukraine“ Boris Fuksman. Seinen Worten nach, setzte CME, am Vorabend des Kaufes von Igor Kolomojskij, Alexander Rodnjanskij und Boris Fuksman in Kenntnis davon, dass die CME nicht beabsichtigt ihnen den Kauf von Anteilen an “Kino” und “City” zu ermöglichen. “Das spricht gegen die interne Abmachung, welche zwischen den Aktionären geschlossen wurde, und wir haben bereits eine Klage vor dem Pariser Schiedsgericht eingereicht.”

Mit dem Kauf von Anteilen an der CME erhält Igor Kolomojskij einen Zugang zu Mediaaktiva in Zentral- und Osteuropa, merkt der Analyst der Investmentfirma “Troika Dialog” Jewgenij Grebenjuk an. Doch gibt der Anteil von 3% an der CME und die gleichzeitige Mitgliedschaft im Aufsichtsrat Kolomojskij nicht die Möglichkeit von bedeutenden Vollmachten in der Leitung von CME und “Studija 1+1”. “In Anbetracht dessen wie Igor Kolomojskij seine Geschäfte führt, daran zu glauben, dass er in CME mit dem Ziel investierte, um längerfristig Gewinne zu erzielen, ist schwierig. Wahrscheinlich sind ihm die Medienressourcen für eine weitere Einflussnahme im politischen und wirtschaftlichen Bereich der Ukraine wichtiger. Nicht ausgeschlossen ist, dass das Geschäft teil einer außergerichtlichen Vereinbarung im Laufe der Gerichtsstreitigkeiten ist.”, denkt Grebenjuk.

Der Meinung Fuksmans nach, ist ein Grund für die Aufnahme Kolomojskij in den Aufsichtsrat der CME die Mediaaktiva Kolomojskijs. “Igor Kolomojskij vereinigte seine Mediaaktiva mit denen Alexander Tretjakows und kaufte nach inoffiziellen Informationen den Fernsehsender TET. Wenn das der Wahrheit entspricht, rechnet man damit in der CME.”, so er.

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 821

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