Die Fleischhersteller sicherten sich die Unterstützung von Präsident Wiktor Juschtschenko im Kampf für die Rücknahme des Imports von Fleisch, der von Premierministerin Julia Timoschenko eingeleitet wurde. Gestern unterzog das Staatsoberhaupt die Tätigkeit der Regierung einer heftigen Kritik, dabei von ihr fordernd, “den Import von hauptsächlich billigem und minderwertigem Fleisch” einzuschränken. Marktteilnehmer betonen, dass sie mit der billigeren Produktion nicht konkurrieren können, daher werden sie, wenn der Fleischimport nicht eingeschränkt wird, ihre Produktionsmengen verringern.
Präsident Wiktor Juschtschenko schickte an die Adresse der Premierministerin Julia Timoschenko einen Brief, in dem er seine Beunruhigung hinsichtlich der Situation auf dem Fleischmarkt ausdrückte. “Die Entwicklung der negativen Tendenzen kann zu einer Einschränkung der Binnenproduktion und des Verbrauchs von hochwertigem Fleisch und Fleischprodukten führen und gleichzeitig zu einer Verringerung von Preisen für landwirtschaftliche Produkte.”, zitiert der Pressedienst des Präsidialamtes den Präsidenten. “Als hauptdestabilisierender Faktor erscheint das aktive Wachstum des Imports von hauptsächlich billigem und minderwertigem Fleisch, das ausschließlich für die Industrieverarbeitung geeignet ist.”
Den Bedarf des Landes an Fleischimporten bewertet das Präsidialamt mit 230.000 t im Jahr. Dabei wurden, den Angaben des Präsidialamtes nach, nur im II. Quartal 2008 in die Ukraine 143.000 t Fleisch importiert, was 8,4 mal mehr ist als im I. Quartal und 2,5 mal mehr als in der analogen Periode des Vorjahres. “Dies führte seit Anfang des Jahres zu einer Verringerung des Viebestandes bei großem Hornvieh um 10,1% (auf 6,05 Mio. Stück) und bei Schweinen um 19,3% (auf 6,76 Mio. Stück).”, heißt es in der Mitteilung.
Den Angaben der Assoziation “Vereinigung der Geflügelzüchter der Ukraine”, wurden im I. Halbjahr 160.000 Fleisch der Summe 189 Mio. $ importiert, weitere 30.000 t nur für die Verarbeitung und anschließenden Export, für die Schlachtung wurden 1,31 Mio. t Vieh und Vögel in lebender Form eingeführt. Experten prognostizieren, dass der Fleischverbrauch in der Ukraine 2008 2,06 Mio. t betragen wird.
Um eine Verschlechterung der Situation nicht zuzulassen, forderte Wiktor Juschtschenko von der Regierung bis zum 1. September die Gesetze zurückzunehmen, welche es der Staatlichen Reserve erlaubten importiertes Fleisch auf dem Binnenmarkt zu Dumpingpreise zu verkaufen. Des Weiteren soll die Kontrolle zu Importen von Fleisch erhöht, bis zum 1. Januar 2009 die Einfuhr von Fleisch für den Export nach der Verarbeitung verboten werden und er fordert eine Überprüfung der Unternehmen einzuleiten, welche nach diesem Schema arbeiten. Darüber hinaus sollen neue Standards für die Herstellung von Fleischprodukten erlassen werden, die neue Normen bei den Inhaltsstoffen bei Fleischprodukten vorsehen.
Wie dem “Kommersant-Ukraine“ der erste Stellvertreter des Leiters des Präsidialamtes, Alexander Schlapak, mitteilte, studierte Wiktor Juschtschenko die Situation auf dem Fleischmarkt von allen Seiten nach vielzähligen Eingaben von Assoziationen von Fleischherstellern. “Wenn die Regierung nicht auf seine Empfehlungen hört, dann hat der Präsident das Recht die Geltung der entsprechenden Erlasse und Verordnungen über das Verfassungsgericht aufzuheben.”, teilte er mit, betonend, dass Juschtschenko bislang noch keine endgültige Entscheidung über den Gang vor Gericht getroffen hat.
Mitte Juli erklärte Julia Timoschenko, dass vor dem Hintergrund der Deflation bei “faktisch allen Produktpositionen” sich bei Hühnerfleisch die Inflationsprozesse fortsetzen. Der Wert der Inflation im I. Halbjahr erreichte den Rekordwert von 15,5% (”Kommersant-Ukraine“ vom 9. Juli). Den Worten von Timoschenko nach, sinken die Preise bei Geflügel “aufgrund einer Monopolabsprache zwischen zwei Hauptproduzenten” nicht, den Unternehmen “Mironowskij Chleboprodukt” und “Agromars”, die einen Anteil an der Produktion von Hühnerfleisch von fast 50% im Land haben. Dabei steht “Mironowskij Chleboprodukt”, den Worten von Timoschenko nach, unter Kontrolle von Igor Tarasjuk, dem Vorsitzenden der “Staatlichen Verwaltung der Angelegenheiten der Ukraine”.
Für die Verringerung der Preise gab das Kabinett eine Anordnung über die Einfuhr von Fleisch für die Staatliche Reserve heraus, welches auf dem Binnenmarkt ohne Berechnung von Einfuhrzöllen verkauft wird und wies ebenfalls die “Staatliche Steuer Administration der Ukraine” und die Staatliche Inspektion zur Kontrolle von Preisen an, die Grundlage der Preisbildung auf dem Markt für Geflügelfleisch im Lande zu untersuchen. Damals erklärte Julia Timoschenko, dass sie eine Senkung der Preise für Hühnerschenkel von 22-23 Hrywnja/kg (ca 2,90 €) auf 13,5 Hrywnja/kg (ca. 1,78 €) erreichen will.
Der Vorsitzende der Staatlichen Reserve, Michail Poshiwanow, teilte gestern mit, dass seine Behörde jeden Monat in die Ukraine bis zu 25.000 t billiges Fleisch einführe. Die Einkaufsmenge soll auf 50.000 t steigen. Das Fleisch wird zum Preis von 10,7 Hrywnja/kg (ca. 1,41 €) verkauft und unter Einberechnung einer Handelsspanne soll es im Einzelhandel 13,5 Hrywnja/kg kosten. “Das ist eine Banditeneinfuhr. Qualitätsfleisch kann nicht so billig sein.”, erklärte Jewgenij Sigap, Parlamentsabgeordnete der Fraktion Block Julia Timoschenko (den Angaben von Marktteilnehmern nach, Mitbesitzer von “Agromars”). Seinen Worten nach, ziehen es die Fleischkombinate vor billig einzukaufen, “minderwertige Abfälle und Hackfleisch”, auf teurere Produkte der einheimischen Produktion verzichtend. “Dabei sinken die Preise im Einzelhandel nicht.”, betont der Leiter der Vereinigung der Geflügelzüchter der Ukraine, Alexander Bakumenko.
“Wenn das so weiter geht, dann werden die einheimischen Produzenten innerhalb von zwei Monaten buchstäblich vernichtet.”, ist sich Sigal sicher. Bei der Union der Geflügelzüchter der Ukraine unterstreicht man, dass “wenn die Tempi des Wachstums des Importes von Fleisch und Fleischprodukten auf dem jetzigen Niveau beibehalten werden, dann verringert sich im Laufe von drei bis vier Monaten der Bestand an Geflügel, Schweinen und großem Hornvieh bedeutend und die heimische Produktion dieser Fleischarten wird wesentlich niedriger als im Vorjahr ausfallen.”
Quelle: Kommersant-Ukraine


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„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Nur Ihr BG wird gekürzt, wie viel weiß ich nicht. Erkundige Dich mal in diese Richtung.“