Gestern hat das Parlament in Kiew Gesetze verabschiedet, die Nichtregierungsorganisationen als „ausländische Agenten“ pauschalisieren und deren Arbeit praktisch unmöglich machen. Sie dürfen zum Beispiel keine Finanzierung aus dem Ausland mehr annehmen. Auch friedliche Proteste werden erschwert. Dazu sagt Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament:
„Die gestern von der Rada verabschiedeten Gesetze machen die demokratischen Fortschritte in der Ukraine zunichte. Sollten die Gesetze in Kraft treten, hätte das katastrophale Folgen für die ukrainische Gesellschaft. Die Stabilität auf dem gesamten Kontinent wäre in Gefahr. Willkür und politische Justiz bedrohen Oppositionelle und die Aktiven des Euromaidan genauso wie Journalisten.
Das Anti-Agenten-Gesetz, mit dem Vladimir Putin die Opposition in seinem Land unterdrückt, wird übertroffen. Die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen würde praktisch unmöglich. Es gibt bereits Hinweise auf schwarze Listen für Politiker, Experten und NGO-Mitarbeiter, die mit Einreiseverboten rechnen müssen.
Die Europäische Union darf diesen Putsch, für den das Parlament nur als Kulisse gedient hat, nicht hinnehmen. Die Beschlüsse von gestern verstoßen auch gegen bereits bestehende Abkommen. Wenn dieses Gesetz tatsächlich in Kraft tritt, muss die EU Sanktionen gegen die Regierung verhängen: Alle europäischen Konten der Mitglieder der ukrainischen Regierung, ihrer Vertreter und ihrer Familienmitglieder müssen eingefroren werden. Die Vergabe von Schengen-Visa an diese Personen muss gestoppt werden.
Besser wäre es, endlich mit den Parteien und den Vertretern der Zivilgesellschaft in der Ukraine auf demokratischem Weg den Kurs des Landes zu entscheiden.“
Werner Schulz, Mitglied EU-Ukraine Kooperationsausschuss, ergänzt:
„Als treue Vasallen Moskaus setzt die Regierungsmehrheit der Rada nun offenbar auf reinen statt Runden Tisch. Das ist ein Fausthieb ins Gesicht aller jener demokratischen Kräfte in der Ukraine und EU, die auch nach dem Vilnius-Gipfel für einen Weg der Ukraine nach Europa gehofft und gekämpft haben.
Alle politisch Verantwortlichen in der EU sind aufgefordert, sofort und mit aller Macht gegenüber der ukrainischen Regierung zu intervenieren – für eine demokratische Zukunft unseres europäischen Nachbarlandes.”
Werner Schulz wird vom 28. bis 30. Januar 2014 mit einer Delegation des Europäischen Parlaments zu politischen Gesprächen in die Ukraine reisen.
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Rebecca Harms MdEP
Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA
Europäisches Parlament
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B- 1047 Brüssel


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Falls dann da eine Erweiterung der APP kommt oder was neues, werde ich natürlich ausprobieren und dann berichten. Hab mir jetzt mal die APP geholt, derzeit funktionieren ja nur Busse und LKW, im Grunde...“
Obm100 in Recht, Visa und Dokumente • Re: Aufenthaltsgenehmigungen müssen wieder erneuert werden
„Ich vermute Geldmacherei! Immerhin kostet die bescheuerte Karte über 1000 Hrivnas+ Krankenversicherung für 2000 Hrivnas und ungefähr 300 Euro Absicherung beim Ernstfall, die aber kein Arzt der Ukraine...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bekannte (UA) ist gestern gegen 17 Uhr wieder in Korczowa eingereist - ca. 1h“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bin gestern Nachmittag um 15.00 Uhr Kiewzeit am Grenzübergang Zosin / Ustiluh eingereist. 12 PKW in der Schlange nach ca. 20 Minuten war ich im Grenzbereich, da erstmals die EU Spur nur EU Kennzeichen,...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Gestern ist ein Bekannter (Ukrainer) über Krakowez mit dem Auto ausgereist. 1h vor der Grenze und 0,5h im Grenzbereich“
Anuleb in Hilfe und Rat • Re: Mit ukrainischer Frau unter einem Dach
„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Womöglich keine gute Idee. Unser Sozialamt z. B. wollte die Nebenkosten in einer ähnlichen Situation detailliert...“
Bernd D-UA in Hilfe und Rat • Re: Mit ukrainischer Frau unter einem Dach
„Weshalb wollt ihr zusammenziehen, wenn Deine Rente nicht reicht? Du kannst diese Frau nicht ernähren? Dann ist sie doch bisher besser dran, hat ihr Bürgergeld und Wohnraum etc., Krankenversicherung hat...“