Mit dem Holodomor/Golodomor/Hungertod in der Ukraine kämpfte das Zentralkomitee der Kommunistischen Allunions-Partei (Bolschewiki) über Resolutionen.
Russland hat einen Teil der offiziellen Dokumente veröffentlicht, welche den Hunger in der UdSSR von 1930-34 in Verbindung mit der beginnenden Kollektivierung der Bauernwirtschaften und der Industrialisierung – darunter in der Ukraine, Kasachstan, dem unteren Wolgagebiet, dem Ural und Weißrussland – betreffen.
Kopien der veröffentlichten Materialien sind auf der offiziellen Seite des Außenministeriums von Russland veröffentlicht worden.
Aus den veröffentlichten Dokumenten folgt, dass, beginnend mit dem Mai 1930, das Zentralkomitee der Kommunistischen Allunions-Partei (Bolschewiki) aus den Hauptpolitverwaltungen der Republiken der Sowjetunion Informationen über Lebensmittelknappheiten, Defiziten an Getreide und Brot bekam. Auf der Grundlage der erhaltenen Informationen haben das Politbüro des ZKs der Kommunistischen Allunionspartei und der Rat für Arbeit und Verteidigung der UdSSR fast täglich Anordnungen zur Lebensmittelhilfe für die betroffenen Regionen getroffen. Insbesondere in Bezug auf die Ukraine zur Saatguthilfe und der Ausgabe von Roggen und Roggenmehl aus dem Staatsfonds für die Versorgung der Republiken, über die Rückgabe von Mais und Weizen aus den Häfen und den zusätzlichen Kauf von Getreide in Persien und dem Fernen Osten für die Ukraine und so weiter.

Andererseits, sind auf der offiziellen Seite des Außenministeriums von Russland solche Materialien ausgebreitet, die von der Tatenlosigkeit der ukrainischen Parteiführung in Verbindung mit der Lebensmittelkrise in der Republik zeugen. Insbesondere ein N. Shiwanow (lt. UNIAN ist dessen Funktion nicht weiter erklärt) schrieb in seinem Brief an den Ersten Sekretär des ZKs der Kommunistischen Partei der Ukraine (Bolschewiki) Stanislaw Kossior : “Öffnen Sie Ihre Augen für die Tatsachen. Was Sie mit Ihrer Politik machen, Sie stummen Knechte Moskaus. Sie haben in zwei Jahren die Ukraine, die Landwirtschaft zu Grunde gerichtet: Sie haben die gesamte ukrainische Parteiorganisation in einen Papageienschwarm umgewandelt, der sich eingepaukt hat, dass man ‘unrealistisch’ nicht sagen kann, das ist Opportunismus. Diese Papageien haben im letzten Jahr die ukrainische Wirtschaft ohne ein Stück Brot gelassen, ohne Kartoffeln, ohne Korn und Mais. Sogar Saatgut wurde niemandem ausgegeben und die Kolchosniki, standen wie wilde Wölfe und gingen auf das Feld die heruntergefallenen Körner aufzusammeln. Haben Sie wenigstens gezählt, wie viele Kinder und Greise bei uns an Hunger gestorben sind. Haben Sie sich wenigstens die Mühe gemacht und allen Mut zusammengenommen, die Opfer zu zählen und Moskau mit dem Resultat unseres sorg- und verantwortungslosen ‘Kampfes’ für den ‘Sozialismus’ bekannt zu machen.”
Gleichzeitig wird die Eingabe des Sekretärs des ZK der Kommunistischen Partei der Ukraine (Bolschewiki) Mendelej Chatajewitsch an das ZK der Kommunistischen Allunions-Partei über den Anstieg der epidemischen Krankheiten in der Ukraine vom 2. Januar 1933 angeführt.
“In der Ukraine lässt sich ein Anstieg der epidemischen Erkrankungen beobachten, insbesondere Flecktyphus (epidemisches Fleckfieber, Läusefleckfieber, Typhus exanthematicus d. Ü.). Die allgemeine Anzahl der an Flecktyphus erkrankten betrug für ganz 1931 8.384 Fälle und von Januar bis November 1932 gab es 15.458 Erkrankungen.”, schreibt M. Chatajewitsch.

Bereits am 17. 1933 bereitet die geheime politische Abteilung der Vereinigten Staatlichen Politverwaltung eine spezielle “Auskunft” zu den Lebensmittelschwierigkeiten in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik mit Angaben von Fakten zu massenhaftem Sterben und Kannibalismus vor. “Wolodarsker Kreis. Kiewer Oblast. In der Ortschaft Rudoje, ihre drei minderjährigen Kinder im Haus zurücklassend, verließ die Einzelbäuerin Ja. die Ortschaft. Über keinerlei Nahrungsmittel verfügend. Nach Verabredung mit der älteren Schwester, brachte der 9-jährige Junge das 3-jährige Mädchen (die Schwester) um, wonach sie ihr den Kopf abschnitten und im rohen Zustande das Fleisch der Leiche aßen.”, heißt es in der Spezialauskunft.
Solche Beispiele werden in hoher Zahl aus unterschiedlichen Nachforschungen in unterschiedlichen Kreisen der Ukraine und anderen Regionen der ehemaligen Sowjetunion angeführt.
Beim Außenministerium Russlands betont man, dass die veröffentlichten digitalisierten Kopien der Originaldokumente aus dem Fonds der russischen Föderalarchive – dem Russischen Staatsarchiv für Sozialpolitische Geschichte (ehemaliges Zentrales Parteiarchiv des Institutes für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der KPdSU), dem Staatsarchiv der Russischen Föderation, dem Russischen Staatsarchiv der Wirtschaft und ebenfalls dem Zentralarchiv des Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation – entnommen wurden.
“Sie (die Dokumente) stellen nur einen Teil des Dokumentenberges dar, der die große Not der Völker der UdSSR widerspiegelt – der Hunger, dessen Vorbedingung in den Jahren 1929-30, in der beginnenden Kollektivierung der Bauernwirtschaften und der Industrialisierung lag – die danach einen bedeutenden Teil der Regionen der UdSSR befiel. Die Dokumente enthüllen das Wesen der damaligen politischen Entscheidungen in den Bereichen der Landwirtschaft, der Lebensmittelversorgung der Völker des riesigen Landes, des Exports und Imports von Lebensmitteln, die Umsetzung der Beschlüsse in den Partei- und Staatsstrukturen der UdSSR auf unterschiedlichen Ebenen, die Beziehung von unterschiedlichen Bevölkerungskategorien dazu. Sie geben ein reales Bild des Beginns der Lebensmittelschwierigkeiten und des darauffolgenden katastrophalen Mangels an Nahrungsmitteln in der Stadt und auf dem Land.”, heißt es im Vorwort zu den Materialien.
In der Einführung heißt es ebenfalls, dass die “Autoren der angeführten Auswahl an Dokumenten sich bemühten, die Entwicklung der tragischen Erscheinung des Hungers in der UdSSR zu zeigen, daher sind die Dokumente in dieser in streng chronologischer Reihenfolge angeordnet.”
Quellen:
Unian.net
Die Dokumente einzeln.
Das ganze Archiv der Fotokopien im RAR-Format, ca. 570 MB. Downloadspeed zwischen 20 und 30 Kb/s


Forumsdiskussionen
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