FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Russisches Außenministerium veröffentlicht offizielle Dokumente zum Holodomor in der Ukraine

0 Kommentare

Mit dem Holodomor/Golodomor/Hungertod in der Ukraine kämpfte das Zentralkomitee der Kommunistischen Allunions-Partei (Bolschewiki) über Resolutionen.

Russland hat einen Teil der offiziellen Dokumente veröffentlicht, welche den Hunger in der UdSSR von 1930-34 in Verbindung mit der beginnenden Kollektivierung der Bauernwirtschaften und der Industrialisierung – darunter in der Ukraine, Kasachstan, dem unteren Wolgagebiet, dem Ural und Weißrussland – betreffen.

Kopien der veröffentlichten Materialien sind auf der offiziellen Seite des Außenministeriums von Russland veröffentlicht worden.

Aus den veröffentlichten Dokumenten folgt, dass, beginnend mit dem Mai 1930, das Zentralkomitee der Kommunistischen Allunions-Partei (Bolschewiki) aus den Hauptpolitverwaltungen der Republiken der Sowjetunion Informationen über Lebensmittelknappheiten, Defiziten an Getreide und Brot bekam. Auf der Grundlage der erhaltenen Informationen haben das Politbüro des ZKs der Kommunistischen Allunionspartei und der Rat für Arbeit und Verteidigung der UdSSR fast täglich Anordnungen zur Lebensmittelhilfe für die betroffenen Regionen getroffen. Insbesondere in Bezug auf die Ukraine zur Saatguthilfe und der Ausgabe von Roggen und Roggenmehl aus dem Staatsfonds für die Versorgung der Republiken, über die Rückgabe von Mais und Weizen aus den Häfen und den zusätzlichen Kauf von Getreide in Persien und dem Fernen Osten für die Ukraine und so weiter.

Golodomordokumente
Andererseits, sind auf der offiziellen Seite des Außenministeriums von Russland solche Materialien ausgebreitet, die von der Tatenlosigkeit der ukrainischen Parteiführung in Verbindung mit der Lebensmittelkrise in der Republik zeugen. Insbesondere ein N. Shiwanow (lt. UNIAN ist dessen Funktion nicht weiter erklärt) schrieb in seinem Brief an den Ersten Sekretär des ZKs der Kommunistischen Partei der Ukraine (Bolschewiki) Stanislaw Kossior : “Öffnen Sie Ihre Augen für die Tatsachen. Was Sie mit Ihrer Politik machen, Sie stummen Knechte Moskaus. Sie haben in zwei Jahren die Ukraine, die Landwirtschaft zu Grunde gerichtet: Sie haben die gesamte ukrainische Parteiorganisation in einen Papageienschwarm umgewandelt, der sich eingepaukt hat, dass man ‘unrealistisch’ nicht sagen kann, das ist Opportunismus. Diese Papageien haben im letzten Jahr die ukrainische Wirtschaft ohne ein Stück Brot gelassen, ohne Kartoffeln, ohne Korn und Mais. Sogar Saatgut wurde niemandem ausgegeben und die Kolchosniki, standen wie wilde Wölfe und gingen auf das Feld die heruntergefallenen Körner aufzusammeln. Haben Sie wenigstens gezählt, wie viele Kinder und Greise bei uns an Hunger gestorben sind. Haben Sie sich wenigstens die Mühe gemacht und allen Mut zusammengenommen, die Opfer zu zählen und Moskau mit dem Resultat unseres sorg- und verantwortungslosen ‘Kampfes’ für den ‘Sozialismus’ bekannt zu machen.”

Gleichzeitig wird die Eingabe des Sekretärs des ZK der Kommunistischen Partei der Ukraine (Bolschewiki) Mendelej Chatajewitsch an das ZK der Kommunistischen Allunions-Partei über den Anstieg der epidemischen Krankheiten in der Ukraine vom 2. Januar 1933 angeführt.

“In der Ukraine lässt sich ein Anstieg der epidemischen Erkrankungen beobachten, insbesondere Flecktyphus (epidemisches Fleckfieber, Läusefleckfieber, Typhus exanthematicus d. Ü.). Die allgemeine Anzahl der an Flecktyphus erkrankten betrug für ganz 1931 8.384 Fälle und von Januar bis November 1932 gab es 15.458 Erkrankungen.”, schreibt M. Chatajewitsch.

Golodomordokumente
Bereits am 17. 1933 bereitet die geheime politische Abteilung der Vereinigten Staatlichen Politverwaltung eine spezielle “Auskunft” zu den Lebensmittelschwierigkeiten in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik mit Angaben von Fakten zu massenhaftem Sterben und Kannibalismus vor. “Wolodarsker Kreis. Kiewer Oblast. In der Ortschaft Rudoje, ihre drei minderjährigen Kinder im Haus zurücklassend, verließ die Einzelbäuerin Ja. die Ortschaft. Über keinerlei Nahrungsmittel verfügend. Nach Verabredung mit der älteren Schwester, brachte der 9-jährige Junge das 3-jährige Mädchen (die Schwester) um, wonach sie ihr den Kopf abschnitten und im rohen Zustande das Fleisch der Leiche aßen.”, heißt es in der Spezialauskunft.

Solche Beispiele werden in hoher Zahl aus unterschiedlichen Nachforschungen in unterschiedlichen Kreisen der Ukraine und anderen Regionen der ehemaligen Sowjetunion angeführt.

Beim Außenministerium Russlands betont man, dass die veröffentlichten digitalisierten Kopien der Originaldokumente aus dem Fonds der russischen Föderalarchive – dem Russischen Staatsarchiv für Sozialpolitische Geschichte (ehemaliges Zentrales Parteiarchiv des Institutes für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der KPdSU), dem Staatsarchiv der Russischen Föderation, dem Russischen Staatsarchiv der Wirtschaft und ebenfalls dem Zentralarchiv des Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation – entnommen wurden.

“Sie (die Dokumente) stellen nur einen Teil des Dokumentenberges dar, der die große Not der Völker der UdSSR widerspiegelt – der Hunger, dessen Vorbedingung in den Jahren 1929-30, in der beginnenden Kollektivierung der Bauernwirtschaften und der Industrialisierung lag – die danach einen bedeutenden Teil der Regionen der UdSSR befiel. Die Dokumente enthüllen das Wesen der damaligen politischen Entscheidungen in den Bereichen der Landwirtschaft, der Lebensmittelversorgung der Völker des riesigen Landes, des Exports und Imports von Lebensmitteln, die Umsetzung der Beschlüsse in den Partei- und Staatsstrukturen der UdSSR auf unterschiedlichen Ebenen, die Beziehung von unterschiedlichen Bevölkerungskategorien dazu. Sie geben ein reales Bild des Beginns der Lebensmittelschwierigkeiten und des darauffolgenden katastrophalen Mangels an Nahrungsmitteln in der Stadt und auf dem Land.”, heißt es im Vorwort zu den Materialien.

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

In der Einführung heißt es ebenfalls, dass die “Autoren der angeführten Auswahl an Dokumenten sich bemühten, die Entwicklung der tragischen Erscheinung des Hungers in der UdSSR zu zeigen, daher sind die Dokumente in dieser in streng chronologischer Reihenfolge angeordnet.”

Quellen:

Unian.net
Die Dokumente einzeln.
Das ganze Archiv der Fotokopien im RAR-Format, ca. 570 MB. Downloadspeed zwischen 20 und 30 Kb/s

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 864

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.6/7 (bei 5 abgegebenen Bewertungen)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)12 °C  Ushhorod14 °C  
Lwiw (Lemberg)11 °C  Iwano-Frankiwsk14 °C  
Rachiw9 °C  Jassinja10 °C  
Ternopil14 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)13 °C  
Luzk15 °C  Riwne14 °C  
Chmelnyzkyj13 °C  Winnyzja10 °C  
Schytomyr12 °C  Tschernihiw (Tschernigow)11 °C  
Tscherkassy13 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)13 °C  
Poltawa10 °C  Sumy10 °C  
Odessa15 °C  Mykolajiw (Nikolajew)14 °C  
Cherson12 °C  Charkiw (Charkow)10 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)12 °C  Saporischschja (Saporoschje)11 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)11 °C  Donezk9 °C  
Luhansk (Lugansk)10 °C  Simferopol13 °C  
Sewastopol15 °C  Jalta11 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“

„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


“

„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


“

„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


“

„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“