Die “Privat” Holding fand einen Käufer für die vor zwei Jahren erworbene Fabrik “Lisitschanskaja Soda”. Sie wurde von der “Russkaja Sodowaja Kompanija” des russischen Unternehmers Michail Guzerijew erworben. Nach der Bewertung von Experten, kostete der zweitgrößte Hersteller von kalzinierten Soda in der Ukraine die Russen 35 – 45 Mio. $. Analysten gehen davon aus, dass die veraltete Fabrik für die russische Firma notwendig ist, um den eigenen Wert vor dem Verkauf zu erhöhen.
Die Offene Aktiengesellschaft “Lisitschanskaja Soda” wurde 1892 von der belgischen Firma “Solvay” gegründet. Das Unternehmen steht an zweiter Stelle bei der Herstellung von kalzinierten Soda in der Ukraine. Den Daten der Investmentfirma “Alfa – Kapital” nach, betrug der Umsatz des Unternehmens im letzten Jahr 38,2 Mio. $, der Gewinn 15.000 $. Etwa 80% der Aktien der “Lisitschanskaja Soda” gehörten der “Privat” Gruppe. Bei der Investmentfirma “Alfa Kapital” wird der Umfang des Marktes für kalzinierte Soda im letzten Jahr in der Ukraine mit 463.000 t angegeben, was einer Summe von 100 Mio. $ entspricht. Die zwei Hauptproduzenten, “Krimskij Sodowyj Sawod” (kontrolliert von der Gruppe DF des Unternehmers Dmitrij Firtasch) und “Lisitschanskaja Soda”, stellen insgesamt 950.000 t kalizifizierte Soda mit einem Umsatz von 230 Mio. $ her.
Darüber, dass die Aktionäre der “Russkaja Sodowaja Kompanija” das Kontrollpaket der “Lisitschanskaja Soda” erwarben, informierte gestern die Nachrichtenagentur “Ukrainskije Nowosti” mit dem Hinweis auf einen Informanten nahe zum Geschäft. Diese Information wurde dem “Kommersant-Ukraine“ vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der “Privatbank”, die bei dem Geschäft beratend tätig ist, Timur Nowikow bestätigt. “Die Aktionäre der ‘Lisitschanskaja Soda’ verkauften mehr als 80% der Aktien an die ‘Russkaja Sodowaja Kompanija’ (RSK)”, teilte er mit. Von weiteren Kommentaren nahm Nowikow Abstand. Jedoch wurde von einem anonym bleibenden Informanten aus der “Privat” Gruppe dem “Kommersant-Ukraine“ bestätigt, dass die Holding vor zwei Jahren Eigentümerin der Aktien der “Lisitschanskaja Soda” durch Kauf von kleinen Paketen wurde. “Das gehörte nicht zum Kerngeschäft für ‘Privat’ und als die RSK sich mit dem Vorschlag des Verkaufs des Unternehmens an uns wandte, waren wir sofort einverstanden.”, sagte er. Nach den Worten des Informanten des “Kommersant-Ukraine“, zahlte die RSK “einen sehr guten Preis” für die Fabrik. “Die Verkäufer waren sehr zufrieden.”, so der Informant. Die Summe zu nennen weigerte er sich jedoch. Beim Pressedienst der “Russkaja Sodowaja Kompanija” gab man ebenfalls keine Kommentare ab. Der Analyst der Investmentfirma “Concord Capital” Wladimir Nesterenko vermutet, dass 100% der Aktien der Firma wahrscheinlich mit 35 – 45 Mio $ bewertet werden.
Wahrscheinlich stellt der aktuelle Besitzerwechsel nicht den letzten für “Lisitschanskaja Soda” dar. Experten gehen davon aus, dass der Erwerb von Aktiva in der Ukraine eine Vorbereitung zum Verkauf der RSK darstellt. Ihr Besitzer der russische Milliardär Michail Guzerijew stieß vor einem Jahr mit den russischen Machtstrukturen zusammen. In 2006 wurden gegen eine Reihe von “Töchtern” der dem Unternehmer gehörenden Ölfirma “Russneft” und in 2007 gegen den Unternehmer selbst Verfahren eröffnet. Informanten des “Kommersant-Ukraine“ bestätigen, dass die Vorfälle auf Konflikte Guzerijews mit “hochgestellten Beamten aus der Regierung des Präsidenten” zurückzuführen sind. Im Juni wurden 50% der Aktien “Russnefts” beschlagnahmt und daraufhin erklärte Guserijew seinen Rückzug aus allen seinen russischen Unternehmungen, dabei bereits den Verkauf von “Russneft” an Oleg Deripaska vereinbarend.
Die “Russkaja Sodowaja Kompanija” hält 92,03% der Aktien der Offenen Aktiengesellschaft “Beresinskowij Sodowij Sawod”, dem größten Lieferanten für kalzinierte Soda in Russland. Der Erlös betrug in 2006 74,5 Mio. $, der reine Gewinn 980.000 $.
Für die “Russkaja Sodowaja Kompanija” fanden sich bereits Interessenten. Den Wunsch zum Kauf des “Beresinskowij Sodowij Sawod” äußerte der russische Unternehmer Sergej Makarow und Quellen bei “Renova” Wiktor Wekselbergs. Der Direktor der analytischen Abteilung der Investmentfirma “Antanta Kapital” Georgij Iwanin geht davon aus, dass die RSK “Lisitschanskaja Soda” erwarb, um den eigenen Wert am Vorabend des Verkaufs zu steigern. “Ich hörte davon, dass Guzerijew das Unternehmen verkauft in Verbindung mit der Entscheidung seine unternehmerische Tätigkeit einzustellen.”, so Iwanin. Analysten fügen hinzu, dass den neuen Aktionären hohe Investitionen in den Betrieb bevorstehen, um dem “Krimskij Sodowyj Sawod” Marktanteile abzunehmen. “Die vorherigen Besitzer haben praktisch nicht in die Modernisierung des Werks investiert, so dass die Ausrüstung stark veraltet ist.”, sagt der Analyst von “Alfa-Kapital” Dennis Schawruk.
Aljona Golubjewa, Alexander Tschernowalow
Quelle: Kommersant-Ukraine


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