FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Russisches Sodaunternehmen kauft Fabrik in der Ukraine

0 Kommentare

Die “Privat” Holding fand einen Käufer für die vor zwei Jahren erworbene Fabrik “Lisitschanskaja Soda”. Sie wurde von der “Russkaja Sodowaja Kompanija” des russischen Unternehmers Michail Guzerijew erworben. Nach der Bewertung von Experten, kostete der zweitgrößte Hersteller von kalzinierten Soda in der Ukraine die Russen 35 – 45 Mio. $. Analysten gehen davon aus, dass die veraltete Fabrik für die russische Firma notwendig ist, um den eigenen Wert vor dem Verkauf zu erhöhen.

Die Offene Aktiengesellschaft “Lisitschanskaja Soda” wurde 1892 von der belgischen Firma “Solvay” gegründet. Das Unternehmen steht an zweiter Stelle bei der Herstellung von kalzinierten Soda in der Ukraine. Den Daten der Investmentfirma “Alfa – Kapital” nach, betrug der Umsatz des Unternehmens im letzten Jahr 38,2 Mio. $, der Gewinn 15.000 $. Etwa 80% der Aktien der “Lisitschanskaja Soda” gehörten der “Privat” Gruppe. Bei der Investmentfirma “Alfa Kapital” wird der Umfang des Marktes für kalzinierte Soda im letzten Jahr in der Ukraine mit 463.000 t angegeben, was einer Summe von 100 Mio. $ entspricht. Die zwei Hauptproduzenten, “Krimskij Sodowyj Sawod” (kontrolliert von der Gruppe DF des Unternehmers Dmitrij Firtasch) und “Lisitschanskaja Soda”, stellen insgesamt 950.000 t kalizifizierte Soda mit einem Umsatz von 230 Mio. $ her.

Darüber, dass die Aktionäre der “Russkaja Sodowaja Kompanija” das Kontrollpaket der “Lisitschanskaja Soda” erwarben, informierte gestern die Nachrichtenagentur “Ukrainskije Nowosti” mit dem Hinweis auf einen Informanten nahe zum Geschäft. Diese Information wurde dem “Kommersant-Ukraine“ vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der “Privatbank”, die bei dem Geschäft beratend tätig ist, Timur Nowikow bestätigt. “Die Aktionäre der ‘Lisitschanskaja Soda’ verkauften mehr als 80% der Aktien an die ‘Russkaja Sodowaja Kompanija’ (RSK)”, teilte er mit. Von weiteren Kommentaren nahm Nowikow Abstand. Jedoch wurde von einem anonym bleibenden Informanten aus der “Privat” Gruppe dem “Kommersant-Ukraine“ bestätigt, dass die Holding vor zwei Jahren Eigentümerin der Aktien der “Lisitschanskaja Soda” durch Kauf von kleinen Paketen wurde. “Das gehörte nicht zum Kerngeschäft für ‘Privat’ und als die RSK sich mit dem Vorschlag des Verkaufs des Unternehmens an uns wandte, waren wir sofort einverstanden.”, sagte er. Nach den Worten des Informanten des “Kommersant-Ukraine“, zahlte die RSK “einen sehr guten Preis” für die Fabrik. “Die Verkäufer waren sehr zufrieden.”, so der Informant. Die Summe zu nennen weigerte er sich jedoch. Beim Pressedienst der “Russkaja Sodowaja Kompanija” gab man ebenfalls keine Kommentare ab. Der Analyst der Investmentfirma “Concord Capital” Wladimir Nesterenko vermutet, dass 100% der Aktien der Firma wahrscheinlich mit 35 – 45 Mio $ bewertet werden.

Wahrscheinlich stellt der aktuelle Besitzerwechsel nicht den letzten für “Lisitschanskaja Soda” dar. Experten gehen davon aus, dass der Erwerb von Aktiva in der Ukraine eine Vorbereitung zum Verkauf der RSK darstellt. Ihr Besitzer der russische Milliardär Michail Guzerijew stieß vor einem Jahr mit den russischen Machtstrukturen zusammen. In 2006 wurden gegen eine Reihe von “Töchtern” der dem Unternehmer gehörenden Ölfirma “Russneft” und in 2007 gegen den Unternehmer selbst Verfahren eröffnet. Informanten des “Kommersant-Ukraine“ bestätigen, dass die Vorfälle auf Konflikte Guzerijews mit “hochgestellten Beamten aus der Regierung des Präsidenten” zurückzuführen sind. Im Juni wurden 50% der Aktien “Russnefts” beschlagnahmt und daraufhin erklärte Guserijew seinen Rückzug aus allen seinen russischen Unternehmungen, dabei bereits den Verkauf von “Russneft” an Oleg Deripaska vereinbarend.

Die “Russkaja Sodowaja Kompanija” hält 92,03% der Aktien der Offenen Aktiengesellschaft “Beresinskowij Sodowij Sawod”, dem größten Lieferanten für kalzinierte Soda in Russland. Der Erlös betrug in 2006 74,5 Mio. $, der reine Gewinn 980.000 $.

Für die “Russkaja Sodowaja Kompanija” fanden sich bereits Interessenten. Den Wunsch zum Kauf des “Beresinskowij Sodowij Sawod” äußerte der russische Unternehmer Sergej Makarow und Quellen bei “Renova” Wiktor Wekselbergs. Der Direktor der analytischen Abteilung der Investmentfirma “Antanta Kapital” Georgij Iwanin geht davon aus, dass die RSK “Lisitschanskaja Soda” erwarb, um den eigenen Wert am Vorabend des Verkaufs zu steigern. “Ich hörte davon, dass Guzerijew das Unternehmen verkauft in Verbindung mit der Entscheidung seine unternehmerische Tätigkeit einzustellen.”, so Iwanin. Analysten fügen hinzu, dass den neuen Aktionären hohe Investitionen in den Betrieb bevorstehen, um dem “Krimskij Sodowyj Sawod” Marktanteile abzunehmen. “Die vorherigen Besitzer haben praktisch nicht in die Modernisierung des Werks investiert, so dass die Ausrüstung stark veraltet ist.”, sagt der Analyst von “Alfa-Kapital” Dennis Schawruk.

Aljona Golubjewa, Alexander Tschernowalow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 786

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)14 °C  Ushhorod13 °C  
Lwiw (Lemberg)10 °C  Iwano-Frankiwsk10 °C  
Rachiw8 °C  Jassinja8 °C  
Ternopil8 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)11 °C  
Luzk9 °C  Riwne7 °C  
Chmelnyzkyj8 °C  Winnyzja10 °C  
Schytomyr10 °C  Tschernihiw (Tschernigow)13 °C  
Tscherkassy15 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)14 °C  
Poltawa19 °C  Sumy17 °C  
Odessa14 °C  Mykolajiw (Nikolajew)15 °C  
Cherson17 °C  Charkiw (Charkow)18 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)19 °C  Saporischschja (Saporoschje)20 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)21 °C  Donezk17 °C  
Luhansk (Lugansk)16 °C  Simferopol16 °C  
Sewastopol19 °C  Jalta19 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Haben noch vor der Grenze im Wohnmobil geschlafen. 600 km am Stück mit 90 km/h, da wollten wir nicht noch stundenlang an der Grenze stehen. War am Abend voll 55 PKW, laut Info. Am Montag früh gegen 10...“

„Der Blockposten zwischen Ustyluh und Urgyniw an der Oblastgrenze hat mich, das war jetzt aber nur einmal, auch nach 23 Uhr passieren lassen, lässt für mich den Schluss zu, auch hier ist 24/7 passierbar.“

„Kann nur zum Blockposten vor USTYLUH sagen, der ist geöffnet 24/7 und der Blockposten vor URGYNIW schließt von 23.00 Uhr bis 04:00 Uhr. (Fahrtrichtung Grenze/Ausreise); Wer in Richtung Landesmitte fährt,...“

„Ja, der Grenzübergang in Ustyluh ist echt toll geworden, ich habe letztens den Spaß gemacht und angedeutet, dass wohl jetzt die Polen eifersüchtig sind auf diese Arbeitsplätze. Die Zöllnerin hat zustimmend...“

„Fahre am Sonntag nach Lwiw und will noch am späten Abend einreisen. Hat da jemand Erfahrung wegen der Wartezeiten und ist dann die Weiterfahrt wegen der Sperrstunde nicht möglich ?“

„Montag letzte Woche 11 Uhr, komplett, von Schranke zu Schranke in 21 Minuten, optimal. Ansonsten für diesen Zeitpunkt 30 bis max 40 Minuten einplanen“

„Ich schau immer bei ... ... , finde es nicht schlecht, liegt meiner Meinung nach nie KRASS daneben, DIE gemeldeten Zahlen kann man zumindest für eine seriöse Entscheidungsfindung heranziehen.“

„Hallo Handrij, Bin letzten Freitag am Abend um 22 Uhr ausgereist. In 40 Minuten total, am Freitag! Ich schildere nochmals den Ablauf, damit der optimale Ablauf nachvollziehbar wird. Ankunft vor dem Grenzübergang,...“

„Falls dann da eine Erweiterung der APP kommt oder was neues, werde ich natürlich ausprobieren und dann berichten. Hab mir jetzt mal die APP geholt, derzeit funktionieren ja nur Busse und LKW, im Grunde...“