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Türkische Touristen auf der Suche nach hübschen Mädels im „polnischen“ Lwiw 2: Warum die ukrainische Geschichtspolitik in keinerlei Weise Einfluss auf das reale Leben hat

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Kostümierung in Lwiw
Fortsetzung von Türkische Touristen auf der Suche nach hübschen Mädels im „polnischen“ Lwiw: Warum die ukrainische Geschichtspolitik in keinerlei Weise Einfluss auf das reale Leben hat

Es wäre logisch anzunehmen, dass auf der Ebene der Oblast Lwiw, wo die Patrioten patriotischer und die lokalen Wirtschaftskader stärker sind als im als hipstergeprägten Lwiw, unsere nationalen Interessen zuverlässig geschützt sind. Um so mehr weil es geeignete Strukturen, eine ausreichende Finanzierung und ehrgeizige Programme gibt.

So organisiert zum Beispiel die Leitungsabteilung für Tourismus und Kurorte der Oblastadministration die Ausführung der Rechtsverordnungen, kontrolliert ihre Umsetzung, vollzieht die organisatorisch-regulative Funktion. Im Oblastrat streicht man ebenfalls nicht bloß die Hosen glatt, sondern kämpft für die „Etablierung und Förderung eines positiven Image der Region als touristisches Ziel in der Ukraine und im Ausland.“ Ja, das ist wirklich ein Zitat.

Mehr noch, es gibt Pläne, es noch besser zu machen. Auch wenn sich alles von der Gedankentiefe kaum von den Vorworten der Reiseführer der späten UdSSR unterscheidet. Dieselben volkstümlichen Handwerker, Sehenswürdigkeiten von internationaler Bedeutung, Kirchen und malerische Burgruinen. Wofür, so fragt man sich, für historische Gerechtigkeit und Erinnerung kämpfen, wenn man anschließend alle diese Ausarbeitungen der Faulheit einführt? Wofür 50.000 Hrywnja (etwas über 1500 Euro) zuweisen für „die Einführung der digitalen Förderung der Oblast Lwiw“, wenn auf der Tourismusseite der staatlichen Oblastadministration die letzten Lebenszeichen im Jahr 2012 aufgezeichnet wurden? Und wofür dann für die Schaffung einer interaktiven Karte mit Tourismusrouten weitere 60.000 Hrywnja (knappe 1900 Euro) zuweisen? Warum für die Beschilderung der Wege des aktiven Tourismus 90.000 Hrywnja (etwa über 2800 Euro), warum für die entsprechende Beschilderung der Autostraßen 100.000 (etwas über 3100 Euro)? Ebenso sind 100.000 Hrywnja festgesetzt für „grenzüberschreitende Pilgerrouten als ein Instrument der Förderung des gemeinsamen historisch-kulturellen Erbes im ukrainisch-polnischen Grenzgebiet“. Und es gibt keine Klagen über Übergabe des Grenzgebietes an die Polen, was charakteristisch ist.

Aber das ist nicht das Traurigste. Selbst wenn wir annehmen, dass alle diese halbe Million Hrywna ehrlich und treu für die gleiche „Popularisierung des Reiseziels“ ausgegeben werden, dann ist klar wie das Amen in der Kirche, dass wir am Ende die gleichen Sicheln, Sensen, Spindeln, volkstümlichen Handwerker, die ewige Unterdrückung und andere sowjetische Stereotypen erhalten werden. Denn schon das Vorwort zum Programm spricht für sich: „Die Region Lwiw hat sich stets unterschieden durch den Einsatz für die sorgfältige Erhaltung des geistigen Erbes, der Sitten, Legenden, des Kunsthandwerks des Volkes und der Folklore.“ Und schwupps geht’s ums Weben, Weidenflechten, vom Vater zum Sohn. Ich könnte immer noch die Versuche verstehen, Ukrainozentrismus einzuführen, aber selbst der fehlt. Dies ist eine Agroparodie der Ukrainer. Wir werden weiterhin stolz sein auf Burgruinen und andere „Perlen“, so wie die Peruaner auf die Spuren von außerirdischem Leben in der Wüste. Parallel werden indes Varianten der „Popularisierung“ ausgearbeitet werden: für Polen, für Juden, für Watnyki (auf den Spuren des Drehs D’Artagnans z.B.). Uns aber wird allein übrigbleiben geheimnisvoll zu lächeln, wie alles auf wunderbare Weise geglückt ist – Roggen oder Weizen zu säen, der Herrenknute zu widerstehen, doch auf der Liste der Denkmäler der Geschichte aber haben sich auf seltsame Weise Schlösser, Paläste, orthodoxe und katholische Kirchen angesammelt. D.h. es gibt bei uns eine reiche Geschichte, wir werden aber nicht über sie erzählen.

Obgleich es aber noch schlimmer sein kann, zum Beispiel Beispiel in der Oblast Ternopil. Das Architektur-Ensemble der Lawra von Potschajiw, wohin vorwiegend Pilger des Moskauer Patriarchats hinziehen, errichtet einst auf Kosten des Grafen Potozkyj (Potocki) als uniertes Basilianer-Kloster. Das einzige Wunder, das sich dort seit der Zeit der Aktivität der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats zugetragen hat, ist das Versiegen der wundersamen Quelle der Heiligen Anna, die noch nie austrocknete.

Leider enthält keines der offiziellen touristischen Konzepte einen Hinweis darauf, was wir über uns selbst sagen wollen. Weder zu uns selber noch zu den Touristen aus anderen Ländern. Es bleibt nur, die sowjetischen Stereotypen endlos neu zu schreiben und sie mit „ukrainischem Geist“ zu füllen. Was bedeutet das in der Praxis?

Zum Beispiel, wenn man das Schaffen Iwan Frankos im Museum im Dorf Nahujewytschi kennenlernen möchte – da gibt es eine Ausstellung, das Elternhaus und eine Schmiede sowie einen Märchenrasen. Im Extremfall gibt es den Raum, wo der zukünftige Kamenjar/Grundsteinleger studierte (wenn Sie nach Drohobytsch gehen). Ländliches Kind, das ein großer Schriftsteller wurde, was ist da nicht klar? Warum eine touristische Route entwickeln, die Boryslaw, Drohobytsch, Tuchl einschließt? Warum sich mit der Analyse von Frankos sozialen Ideen beschäftigen, was kümmert uns die Erfahrung der Modernisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die interethnischen Beziehungen? Wen interessiert, wie die Gesellschaft aussah zu Zeiten von Iwan Jakowytsch (Franko), wenn man 200.000 Hrywnja (über 6200 Euro) zuteilen kann für den Druck von Broschüren, und um zu beweisen, was für ein guter Patriot Sie sind, die schwarz-rote Flagge am Verwaltungsgebäude zu hissen?

Apropos Touristen aus dem Ausland (wenn sie überhaupt etwas interessiert außer die niedrigen Preise für Unterhaltung), sie werden kaum hergekommen sein, um einen Blick auf die Ruinen des Schlosses von Pidhirzi als ukrainisches architektonisches Kleinod zu werfen. [Es ist das bedeutendste Renaissanceschloss Osteuropas und steht auf der Liste der 100 meistgefährdeten Kulturdenkmäler der Welt, Anm. d. Ü.] Was können wir ihnen mit unserer jetzigen Taktik beweisen? Dass wir der Hauptnutznießer der Vergangenheit sind, die nicht der Zweiten Weltkrieg zerstörte, dass wir im patriotischen Rausch die Geschichte nicht schlimmer als die Nachbarn zu löschen versuchen? Oder sollte man dennoch zeigen, dass unter den totalitären Regimen alle litten, und sollte man die Ruinen der Synagogen und katholischen Kirchen vor dem Hintergrund der verlassenen Dörfer des Gebiets des militärischen Übungsgebiets von Jaworiw würdigen?

Im Großen und Ganzen ist es gleichgültig, ob man diese Gelder stehlen oder ihrer Bestimmung zuführen wird. All das Geld ist in Sand gesetzt, denn Vorteile davon wird es in keinem Fall geben. Kundenorientierte Reiseunternehmen werden gezwungen sein, Programme nach eigenem Ermessen zu schreiben, das heißt auf der Grundlage der Präferenzen der Kunden. Und Enthusiasten werden ein weiteres Märchen über die Geschichte ihres Heimatlandes erfinden. Weil niemand daran gedacht hat, 1,5 Millionen Hrywnja (etwa 47.000 Euro) der „Popularisierung der Region als Reiseziel“ zuzuteilen, was wir damit meinen, wenn wir von „dem nichtgewürdigten Schatz aus der alten Vergangenheit“ sprechen.

4. April 2018 // Nasar Kis

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Quelle: Zaxid.net

Übersetzer:    — Wörter: 1039

Christian Weise trägt seit 2014 übersetzend und gelegentlich schreibend bei zu den Ukraine-Nachrichten. Im Oktober 2020 erschienen von ihm zwei literarische Übersetzungen: Vasyl’ Machno, Das Haus in Baiting Hollow. Leipziger Literaturverlag und Yuriy Tarnawsky, Warme arktische Nächte. Ibidem, Stuttgart. Im Januar 2020 bereits erschien seine Übersetzung des Bandes Verfolgt für die Wahrheit. Ukrainische griechisch-katholische Gläubige hinter dem Eisernen Vorhang. Ukrainische katholische Universität, Lwiw.

Mit ukrainischen Themen ist er seit 1994 vertraut, als er erstmals Kiew und Lemberg besuchte und sich zunächst mit kirchengeschichtlichen Fragen beschäftigte. Wenn nicht Pandemien hindern, bereist er etwa fünfmal im Jahr die Ukraine.

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„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“

„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?


„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“

„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?


„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“

„ Hallo julib77,

Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.

Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)

Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.

Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.


„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“