Die Verhandlungen über die Senkung des Preises von russischem Gas für die Ukraine sind in eine Sackgasse geraten. Am Freitag erklärte der Leiter des Energieministeriums, Jurij Bojko, dass Russland sich weigert Garantien für die Auslastung des ukrainischen Gastransportsystems zu geben. Kiew begann sich im Gegenzug auf den schlimmsten Fall vorzubereiten: die Reduzierung des Gaseinkaufs von Russland um 25 Mrd. Kubikmeter im Jahr. Die Umsetzung dessen erfordert höchstwahrscheinlich einen Bruch des Abkommens mit „Gasprom“ auf dem Gerichtsweg, meinen Experten.
Wie am Freitag der Minister für Energiewirtschaft und Kohleindustrie Jurij Bojko erklärte, besteht die Hauptmeinungsverschiedenheit im Verlaufe der Verhandlungen zur Schaffung eines Konsortiums für die Verwaltung des ukrainischen Gastransportsystems und der Senkung des Gaspreises in der Weigerung Russlands die Transitmengen zu garantieren. „Russlands Position besteht in der Schaffung von überschüssigen Transitkapazitäten, was der Ukraine nicht passt“, sagte Bojko. „Wir möchten Auslastungsgarantien“.
Zur Erinnerung: Russland plant die Kapazitäten von Nord Stream von 27,5 Mrd. Kubikmeter auf 50 Mrd. Kubikmeter zu erhöhen und ebenfalls die Gaspipeline South Stream zu errichten, über die 63 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr in Umgehung der Ukraine transportiert werden können. Der Gasexport aus Russland über die Ukraine betrug 105 Mrd. Kubikmeter. Die Realisierung der Projekte Nord Stream und South Stream gestattet es die Transitmenge um 85 Mrd. Kubikmeter zu reduzieren.
Schwierigkeiten treten auch bei der Frage der Konsortiumgründung selbst auf. „Unser Vorschlag ist ein Konsortium, in dem der Anteil der Ukraine 34% beträgt und der von Russland und den europäischen Partnern jeweils 33%“, teilte ein Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine” aus der Präsidialadministration mit. „Russland besteht auf wenigstens 50% Anteil für ‘Gasprom‘“, erklärte ein Informant aus dem Energieministerium dem “Kommersant-Ukraine”. Den Worten des Gesprächspartners des “Kommersant-Ukraine” beim Präsidialamt nach kam von Seiten des (russischen) Monopolisten sogar das Angebot das Gastransportsystem für 4 Mrd. $ aufzukaufen, doch weigerte sich die ukrainische Seite Gespräche über den Verkauf zu führen.
Der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine” beim Energieministerium sagt, dass die Verhandlungen in eine Sackgasse gelangt sind und „bislang bereitet sich die Ukraine auf eine Verringerung der Gaslieferungen aus Russland um 25 Mrd. Kubikmeter im Jahr vor.“ „Zukünftig sollten wir dazu kommen, in Russland nur noch 8 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr zu kaufen. In diesem Jahr möchten wir lediglich 27 Mrd. Kubikmeter kaufen“, erläuterte der Gesprächspartner dem “Kommersant-Ukraine”. Bei „Gasprom“ kommentiert man den Verlauf der Verhandlungen nicht.
Am Freitag erklärte Jurij Bojko, dass in diesem Sommer Käufe auf dem europäischen Spotmarkt beginnen sollen. „Heute Morgen fand bei mir ein Gespräch mit dem Komisssar der Europäischen Kommission zu Energiefragen, Günther Öttinger, statt und ich erhielt ein weiteres Mal die Bestätigung, dass wir entsprechende Unterstützung in Europa haben werden“, sagte der Minister. Der Direktor des Instituts für Energieforschungen, Dmitrij Marunitsch, betont, dass als im Sommer 2011, als russisches Gas für die Ukraine 350$ für tausend Kubikmeter kostete, die Preise auf dem europäischen Spotmarkt innerhalb der Grenzen 150-500$ für tausend Kubikmeter schwankten. Den Worten des Hauptinvestitionsstrategen von BrokerCreditService, Maxim Schein, nach könnte das ukrainische System auch Brennstoff aus den Ländern der Europäischen Union aufnehmen. Die Ukraine hat mit Verhandlungen über die Lieferung von Gas aus der Türkei begonnen, erläuterte Bojko. Es ist ebenso geplant mit Shell drei Werke zur Vergasung von Kohle mit einer Gesamtkapazität von 10 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr zu errichten. Die Reduzierung des Gasverbrauchs findet in erster Linie über den Verzicht des Unternehmens Ostchem von Dmitrij Firtasch vom Kauf aus Russland statt, teilte ein Informant des “Kommersant-Ukraine” beim Energieministerium mit. Seinen Worten nach muss „Naftogas“ in diesem Jahr von den 33 Mrd. Kubikmeter Gas, für welche die Ukraine Russland bezahlen soll, nur 27 Mrd. Kubikmeter kaufen und 6 Mrd. Kubikmeter Ostchem.
Sehr wahrscheinlich ist, dass die Situation vor dem internationalen Schiedsgericht geprüft wird. „Wir werden nicht als erste die Verträge anfechten“, erklärte man dem “Kommersant-Ukraine” bei der Präsidialadministration. Doch Dmitrij Marunitsch ist überzeugt davon, dass es problematisch wird eine Reduzierung der Einkaufsmengen ohne Gericht zu erreichen, da die Ukraine den Verträgen des Jahres 2009 nach verpflichtet ist 33 Mrd. Kubikmeter Gas im Jahr zu bezahlen. „‘Gasprom’ hat Chancen eine Bezahlung dieser Mengen zu erreichen und die vorhergehende Erfahrung bezeugt: der Monopolist wendet sich in jedem Fall an das Schiedsgericht, um die Ukraine zum Kaufen zu zwingen. Wenigstens sind sie auf diese Art bei den griechischen Händlern vorgegangen, welche die Verträge bei den Einkaufsmengen nicht erfüllen konnten“, sagt der Experte.
Falls „Gasprom“ als erster klagt, könnte die Ukraine entweder eine Gegenklage einreichen oder sogar im Verlaufe der vom russischen Monopolisten angestrebten Gerichtsverhandlung einen Bruch des Abkommens erreichen, meint der Teilhaber des Unternehmens „Prawowyje Partnjory“, Andrej Domanskij. „Doch derjenige, der als erster klagt, wird in den Augen der Europäischen Union weniger rechtmäßig aussehen, da für sie die Stabilität der Lieferungen und die Abwesenheit von Konflikten wichtig sind“, sagt das Mitglied des Energieausschusses der Werchowna Rada, Alexander Gudyma. Die nächste Runde der Gasverhandlungen soll am nächsten Dienstag beginnen.
Oleg Gawrisch, Dmitrij Belikow
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“