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Ukrainische Hühnerfleischhersteller wollen sich gegen Billigimporte schützen lassen

Gestern wurde der Start eines Antidumpingverfahrens in Bezug auf den Import von amerikanischem und brasilianischem Hühnerfleisch verkündet. Dieses wurde von den größten ukrainischen Produzenten initiiert, welche Verluste wegen der billigeren Importprodukte erleiden. Im Falle der Einführung von Antidumpingzöllen können sie ihre Preise um 2-3 Hrywnja/kg (ca. 19-28 Cent) erhöhen, betonen Experten.

Die Überbehördliche Kommission für internationalen Handel (MKMT) begann am 5. März mit einer Antidumpinguntersuchung in Bezug auf den Import von “Hühnerhäften und -vierteln und ebenfalls Beinen und deren Teilen” aus den USA und Brasilien in die Ukraine, heißt es in der gestrigen Mitteilung des MKMT in der Zeitung “Regierungskurier”. “Im Jahr 2007 stieg im Vergleich zum Jahr 2005 die Importmenge dieser Produktion aus den USA um 75,16%, aus Brasilien um 637,35%”, heißt es in der Mitteilung. Das führte zum Rückgang der Rentabilität der Unternehmen, welche diese Untersuchung einleiten ließen, – “Mironowskij Chleboprodukt”, “Rubi Ros Agrikol” und das Vogelkombinat “Dneprowskij”.

Im Jahr 2007 hat sich die Rentabilität der Produktion dieser Unternehmen im Vergleich zum Jahr 2005 um 95,29% reduziert, der Gewinn um 97,69%, dabei erhöhte sich der Überbestand/Überschuss in den Lagern um 44,2%. In der Beschwerde des MKMT zeigten die Unternehmen, dass der Preis der Importproduktion (im Mittleren 0,46$/kg) niedriger war, als der Preis der analogen Produktion der inländischen Hersteller, was die Erhöhung von Preisen entsprechend der Erhöhung der Selbstkosten behindert. Beim Wirtschaftsministerium verzichtete man auf Kommentare, lediglich anmerkend, dass derartige Untersuchungen zum ersten Mal durchgeführt werden.

Den Worten des Leiters der Branchenvereinigung “Verein der Geflügelzüchter der Ukraine/Sojus Ptizewodow Ukrainy”, Alexander Bakumenko, nach, haben die einheimischen Hersteller diese Untersuchung derzeit eingeleitet, da der Import von Hühnerfleisch aus Brasilien und den USA in die Ukraine stark angestiegen ist: “Von 250.000t Hühnerfleisch, welches in die Ukraine im Jahr 2008 eingeführt wurde, sind etwa 160.000t aus Brasilien und den USA. Der Import stieg stark an nach der Senkung der Importzölle aufgrund des WTO-Beitritts der Ukraine. “Vorher hatte der Zoll auf die Einfuhr dieser Produktion 0,4 €/kg betragen und nach dem Eintritt in die WTO – 10% des Zollwerts (von 6. März an auf 23% erhöht!), welchen die Importeure zusätzlich noch als geringer angaben”, sagt Bakumenko. Seinen Daten nach, wird importiertes Hühnerfleisch in der Ukraine zu 15-20% billiger als das einheimische verkauft – etwa 8 Hrywnja/kg (ca. 0,76 €/kg)

“Der Hauptabsatzkanal des Importhühnerfleisches sind die fleischverarbeitenden Unternehmen, welches dieses für die Zubereitung von Wurst verwenden”, sagt der Parlamentsabgeordnete von BJuT (Block Julia Timoschenko), Jewgenij Sigal (den Angaben von Marktteilnehmern nach, kontrolliert er das Unternehmen “Agromars”). Seiner Meinung nach, werden auf diese Weise 80% des importierten Fleisches abgesetzt. Die Importeure erhalten einen niedrigen Preis für diese Produkte, indem sie in den USA und Brasilien tiefgefrorenes Hühnerfleisch einkaufen, bei dem das Verfallsdatum abgelaufen ist, sagt Sigal: “Einige Fleischverarbeiter führen es über mit ihnen assoziierte Firmen ein. Das ist ein sehr einträgliches Geschäft, da sogar bei einem Preis von 8 Hrywnja/kg Hühnerfleisch, 1 kg Wurst im Einzelhandel nicht weniger als 20 Hrywnja (ca. 1,9 €) kostet”.

“Die Selbstkosten der Herstellung von Hühnerfleisch in Brasilien, den USA und der Ukraine sind gleich, doch die Importeure verkaufen dieses um 2-3 Hrywnja billiger, als die einheimischen Hersteller, die sich immer bemühen die Preise und ihren Gewinn zu erhöhen”, sagt ein Vertreter eines Unternehmens, welches bis 2007 einer der größten Importeure von Hühnerfleisch in die Ukraine war. Seinen Worten nach, können die heimischen Hersteller den Preis für das Kilogramm um 2-3 Hrywnja und mehr anheben, wenn neue Zölle eingeführt werden, die den Import von Hühnerfleisch reduzieren oder vollständig unterbrechen. Die Leiterin der Analyseabteilung des Consultingunternehmens AAA, Marija Kolesnik, erinnert daran, dass als im letzten Jahr die Regierung den Import von Fleisch über die Staatsreserve einleitete, dessen Verkauf auf dem Binnenmarkt zu einer Senkung der Preise für die Produktion der inländischen Hersteller im Mittleren um 2 Hrywnja/kg führte.

Aljona Golubewa

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 681

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Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

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