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Wirtschaftswachstum im Juni etwas schwächer

Das Statistikamt teilte gestern mit, dass im Juni das Wachstumstempo des BIP sich auf 5,4% verringert hat, wodurch das Wachstum im ersten Halbjahr sich auf 6,3% verlangsamte. Die unerwartete Verringerung im letzten Monat fand in den Bereichen des Handels und der Landwirtschaft statt. Die Verringerung des Tempos ist eine Folge der harten Geldpolitik der Zentralbank, sagen Experten, daher zieht sich das Wachstum des Handels bis Ende des Jahres. Doch eine gute Ernte, welche die Werte des Agrarsektors verbessert, erlaubt ein BIP Wachstum von 6-7% in diesem Jahr, sind sie sich sicher.

Den Angaben des Statistikamtes nach, betrug das nominale BIP von Januar bis Juni 429,4 Mrd. Hrywnja (ca. 56,5 Mrd. €), im Juni 81,373 Mrd. Hrywnja (ca. 10,7 Mrd. €). Der BIP-Deflator für das 1. Halbjahr betrug 133,5%.

Gestern verkündete das Statistikamt eine Verringerung des Wachstumstempos des realen Bruttosozialproduktes im 1. Halbjahr von 6,4% von Januar-Mai auf 6,3%. Die Verringerung des Wachstumstempos ist von den ungünstigen Junidaten beeinflusst worden. Das BIP stieg um 5,4%, wo im Mai noch 7,2% gemessen wurden. Dies wurde von einer verschlechterten Situation in der Landwirtschaft im Juni hervorgerufen. Nach drei Monaten des stabilen Wachstums auf einem Niveau von 0,4%, verringerte sich der Wachstumswert unerwartet auf 0,1%. Außerdem bremste das Entwicklungstempo des Handels zum ersten Mal in diesem Jahr um 1% auf 14,8% ab. Zum Teil erklärt sich das mit der Verschlechterung der Situation im Einzelhandel – von 30,9% auf 29,8% – und der geringeren Autoverkäufe.

In Richtung Null bewegten sich die Wachstumstempi in dem Bereich der Produktion von Elektroenergie, Gas und Wasser: wenn im Januar die Branche noch um 7,2% wuchs, dann im März bereits nur noch um 4,3% und im Mai um 0,5%. Im vergangenen Jahr schrumpfte diese Branche und daher bedeutet ein Nullwachstum eine Verringerung der Produktion auf das Niveau von 2006. Wie aus den Daten des Statistikamtes hervorgeht, wurde dies durch zwei Gründe hervorgerufen: im I. Halbjahr stieg die Fördermenge von Energierohstoffen um lediglich 1,7% und die Produktion von Elektroenergie um 2,6%. So, fielen im I. Halbjahr die Fördermengen für Rohöl und Erdölgas um 4,2% bzw. 4,6%. Der Förderanstieg von Kohle und Gaskondensaten betrug 2,7% bzw. 2%. Seit Anfang des Jahres produzierten die Atomkraftwerke 0,8% weniger Elektroenergie und im Juni 6,8% weniger.

Ebenfalls stagniert der Bau mit einem Abfall von 3,9%, die Bildung fiel um 0,5% ab und die Medizin zeigte 1,3% weniger Wachstum. Eine Wachstumsbeschleunigung im I. Quartal erfuhren die Transportbranche von 7,9% auf 8,4% und die Förderindustrie von 4,8% auf 5,3%.

Die gebremste Handelsentwicklung erklären Experten mit der Liquiditätskrise und der harten Geldpolitik der Zentralbank. Der Analyst des Büros für ökonomische und soziale Forschung, Walerij Gladkij, geht davon aus, dass die Verschärfung der Kreditbedingungen und die Erhöhung der Zinsen die Werte in der Branche auch im Weiteren verringern werden. Außerdem übt die administrative Einmischung bei der Preisbildung einen Einfluss auf den Handel aus. Die Expertin der Investmentfirma Dragon Capital, Jelena Belan, verbindet die Verminderung des Handelswachstums mit der Verringerung des Wachstumstempos in der Industrie um 0,5%. Den niedrigen Juniwert im Agrarsektor erklärt der Direktor des analytischen Zentrums “UkrAgroConsult”, Sergej Feofilow, mit der Verringerung des Werts der Produktion in der Periode der Einbringung der Ernte. 2007 betrug der mittlere Preis für Korn 1177 Hrywnja/t (233$), doch in diesem Jahr kaufen eine Reihe von Händlern die Ware für 800-1000 Hrywnja/t (137-171$).

Analysten hoffen, dass das Wachstum im Agrarsektor den BIP Wert am Ende des Jahres verbessert. Eine Stabilisierung wird aufgrund der Juliergebnisse spürbar und der BIP Wachstumswert erhöht sich auf 6,8-7%, prognostiziert Belan. “Eine gute Ernte wird einen Effekt von Jul bis zum Ende des Jahres geben, wenn die Verarbeitung der Produktion beginnt.”, stimmt Gladkij zu. Der Meinung des Direktors von “CASE-Ukraina”, Dmitrij Bojartschuk, nach, kann eine gute Ernte am Ende des Jahres einen zehnprozentigen Anteil der Landwirtschaft an der Struktur des BIP geben, in Verbindung damit erhöhte “CASE-Ukraina” die Jahresprognose für das BIP auf 6,4%. “Wir erwarteten eine mittlere Prognose für die Ernte, im Bereich von 3% des BIP-Wachstums, daher lag unsere BIP-Prognose 5,8%.”, fügt Bojartschuk hinzu. “Doch ungeachtet der Regenfälle, liegt die Wahrscheinlichkeit einer hohen Ernte bei 90$.”

Veränderung des Wachstums der Branchen beim BIP der Ukraine in 2008, in %

-JanuarFebruarMärzAprilMaiJuni
Handel14,014,314,715,315,814,8
Transport und Kommunikation6,18,38,78,27,98,4
Produktion und Verteilung von Elektroenergie, Gas und Wasser7,25,54,33,10,50,0
Industrie5,78,87,88,08,07,5

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 698

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