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"1+1" steht zum Verkauf

Die Mediengesellschaft Central European Media Enterprises (CME) sucht einen Investor für den Fernsehsender “Studija 1+1”. Unter den Anwärtern nennen Marktteilnehmer den Mitbesitzer der Privatbank, Igor Kolomojskij, einen der Gründer des Senders, Boris Fuksman und die russische Holding “Prof-Media”. Noch Anfang letzten Jahres bewertete die CME den Sender mit 732 Mio. $, doch könnte derzeit dessen Wert zwischen 50 und 150 Mio. $ schwanken.

Die Lösung der Probleme bei der Finanzierung der Aktiva in der Ukraine und Bulgarien – ist eine der Hauptaufgaben, die derzeit vor dem Unternehmen stehen, erklärte am Dienstag der Präsident von CME, Adrian Sârbu. Seinen Worten nach, untersucht das Unternehmen mehrere Varianten der Lösung dieser Probleme. Der Vizepräsident der CME für Unternehmenskommunikation, Roman Tomasow, verzichtete darauf, die Pläne bezüglich der Ukraine mitzuteilen. Doch ein Informant des “Kommersant-Ukraine“, der mit der Situation vertraut ist, konkretisierte, dass die Entscheidung zu “1+1” bereits in dieser Woche verkündet werden könnte. Das wahrscheinlichste Szenario ist, seinen Worten nach, der Verkauf eines Minderheitsanteiles des Fernsehsenders.

Die 1994 von Ronald Lauder gegründete Central European Media Enterprises managed Fernsehstationen in Bulgarien, Rumänien, der Slowakei, Sloweniens, der Ukraine, Kroatiens und Tschechiens. Der Umsatz lag 2008 bei 1,02 Mrd. $, der reine Verlust bei 255,6 Mio. $. Im März diesen Jahres kaufte der amerikanische Major Time Warner 31% des CME für 241,5 Mio. $.

“Studija 1+1” wurde 1995 von Alexander Rodnjanskij und seinem Cousin Boris Fuksman gegründet. Im Februar des Jahres 2008 kaufte die CME, die in diesem Moment bereits 60% an “1+1” besaß, bei Rodnjanskij und Fuksman 30% für 80 Mio. $ und im Oktober die übrigen 10% für 109,1 Mio. $. Der Erlös von “1+1” lag im Jahr 2008 bei 96,7 Mio. $ bei einem negativen EBITDA von 33 Mio. $. Im Mai belegte der Sender, den Daten der GfK Ukraine nach, den vierten Platz (Auditorium – Personen über 18 Jahre) mit einem Anteil von 8,19% und einem Rating von 1,21%.

Der Versuch einen Investor für “1+1” zu finden, ist gesetzeskonform. Den Ergebnissen des Jahres 2008 nach, wies der Sender den größten operativen Verlust unter allen Fernsehsendern der CME auf. Und in diesem Jahr erwartet das Unternehmen die größten Rückgang bei den Werbeeinnahmen. Der Einschätzung von Sarbu nach, verringert sich das Volumen des Fernsehmarktes der Ukraine in 2009 in Hrywnja um 35%, wo es beispielsweise in Bulgarien nur um 25% und in Kroatien um 15% sinkt. Den Ergebnissen des I. Quartals nach fiel der Umsatz von “1+1” um 86%, auf 2,6 Mio. $ (oder um 76% in Hrywnja). Bei der CME selbst verbindet man das teilweise mit dem Verzicht auf die Dienstleistungen der vorherigen Vermarkters – der russischen “Video International” Gruppe (VI). Für die vorzeitige Auflösung des Vertrages (der bis zum Jahr 2012 gelten sollte) versucht die VI derzeit von dem Londoner Internationalen Schiedsgericht 58,5 Mio. $ einzutreiben (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 30. April).

Interesse am Sender “1+1” erklärte insbesondere die russische Holding “Prof-Media” (hat die Fernsehsender TW-3, MTV und “2×2”), teilten sofort einige Teilnehmer des Fernsehmarktes mit. “Prof-Media” führte Verhandlungen mit der CME, doch verzichtete auf das Geschäft, präzisierte ein Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“, der dem Fernsehsender nahe steht. Bei “Prof-Media” gab man keine Kommentare ab.

Unter den anderen Anwärtern auf “1+1” ist der Teilhaber der Privatbank, Igor Kolomojskij. Mitte der 2000er versprachen die Gründer des Fernsehsenders, Alexander Rodnjanskij und Boris Fuksman, Kolomojskij Anteile am Fernsehsender zu verkaufen, doch im Ergebnis einigten sie sich nicht mit ihm, sondern mit der CME. Aufgrund dessen zog Igor Kolomojskij gegen die Teilhaber von “1+1” vor Gericht. Der Konflikt erst im letzten Jahr gelöst. Dabei kaufte Igor Kolomojskij für 110 Mio. $ 3% an der CME an der NASDAQ. Und im Februar wies die CME im Rahmen des Geschäfts zum Kauf der 30% von “1+1” Kolomojskij 140 Mio. $ zu (er konnte diese in bar oder in Aktien der CME erhalten). Auf diese Weise kaufte die CME die Option des Unternehmers auf Anteile am Fernsehsender. Im April diesen Jahres besaß Kolomojskij fast 4% der CME. Der Erste Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden der Privatbank, Timur Nowikow, verzichtete gestern darauf, das Interesse Kolomojskijs an “1+1” zu diskutieren.

Letzten Ende ist auch einer der Gründer – Boris Fuksman – vollständig bereit den Fernsehsender der CME abzukaufen, bestätigen Marktteilnehmer. Ihren Worten nach, versandte er einen entsprechenden Vorschlag in der letzten Woche an das Direktorium der CME. Boris Fuksman dementierte diese Information nicht.

Im Februar 2008, bewertete die CME, beim Kauf der 30% von “1+1”, den gesamten Fernsehsender mit 732 Mio. $ (im Jahr 2007 erreichte dessen EBITDA 27 Mio. $). Die Kapitalisierung der CME selbst, lag damals an der NASDAQ bei 3,67 Mrd. $. Gestern lediglich bei 720 Mio. $. Beim derzeitigen negativen EBITDA könnte der Wert von “1+1” zwischen 50 und 150 Mio. $ schwanken, nimmt Boris Fuksman an. Dabei fügt er hinzu, dass der Kauf dieses Aktivs weitere 100-150 Mio. $ an Investitionen in den nächsten drei Jahren ohne Berücksichtigung der Werbeeinnahmen erfordert.

Sergej Sobolew, Irina Mironow

Quelle: Kommersant-Ukraine

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Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 881

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