FacebookTwitterTelegramVKontakteMail

Die Gasunabhängigkeit der Ukraine: Durch wen und inwieweit ist sie gesichert?

0 Kommentare

Der neu aufgerollte ukrainisch-russische „Gaskrieg“ und der Lieferstopp durch Gasprom zwingen einen, die Situation und die Potenziale der ukrainischen Gasförderung exakt zu bewerten. Dabei müssen die Fragen beantwortet werden, was heute die Branche der Öl- und Gasförderung in der Ukraine darstellt, wie gut das Land mit eigenen Kohlenwasserstoffressourcen ausgestattet ist und was man für eine schnelle Steigerung der Förderung tun muss.
Erdöl- und Erdgasförderung in der UkraineErdöl- und Erdgasförderung in der Ukraine

Die Erdöl- und Erdgasgewinnungsbranche der Ukraine ist ein höchst uneinheitliches Gebilde, das man in mehrere Segmente unterteilen kann: Staatliche Förderbetriebe, Privatgesellschaften und Joint Ventures (Gesellschaften, die einer gemeinsamen Tätigkeit nachgehen, nicht zu verwechseln mit Gesellschaftsverträgen).

Den größten Teil der Förderung stellen immer noch die staatlichen Gesellschaften, auf die ein Anteil von 17 Milliarden Kubikmeter bzw. 85 Prozent der Gesamtförderung von Erdöl und Erdgas der Ukraine pro Jahr entfällt. Die staatlichen Gesellschaften befinden sich in einem Zustand der Stagnation, verringern stetig die Förderumfänge und verlieren ihren Anteil am Markt der Energieträger im Land.

Staatliche Erdöl- und Erdgasförderbetriebe

Der staatliche Sektor ist durch die Monopolgesellschaften Ukrgasdobytscha und Ukrnafta vertreten, aber es gibt auch kleine Unterabteilungen der Struktur der Nationalen Aktiengesellschaft Naftogas Ukrainy und der Nationalen Aktiengesellschaft Nadra Ukrainy, die sich mit der Ressourcengewinnung befassen. Bis zum März 2014 spielte auch die staatliche Gesellschaft Tschernomorneftegas eine wichtige Rolle in der Wirtschaft des Landes. Nach der Besetzung der Krim befindet sie sich jedoch in den Händen der Krim-Strukturen. Mit dem Verlust der Tschernomorneftegas hat die Ukraine auch deren Beitrag (in Höhe von 1,6 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr 2013) und die möglichen Kohlenwasserstoffreserven unter dem Festlandsockel im Schwarzen Meer verloren.

Die Private Aktiengesellschaft Ukrgasdobytscha

Die größte Gesellschaft des Bereichs ist die Private Aktiengesellschaft Ukrgasdobytscha (zu 100 Prozent staatlich, Teil der Holding der Nationalen Aktiengesellschaft Naftogas Ukrainy), auf die 75 Prozent der nationalen Erdgasförderung und 20 Prozent der Erdöl- und Gaskondensatgewinnung entfallen. Ukrgasdobytscha, die 1998 gegründet wurde, vereinte die Förder-, Bohr- und Raffineriebetriebe des ehemaligen Ukrgasprom-Konzerns. In den letzten 15 Jahren hat sich nur wenig an dieser Gesellschaft verändert und so ist es heute eine archaische, schwerfällige und wenig effektive Struktur. Dies hat seine Erklärung: Bis zum heutigen Tag noch verkaufen staatliche Unternehmen Gas an Naftogas Ukrainy für den Preis von 349 UAH (21,7 Euro) für tausend Kubikmeter. Man sollte aber lieber gleich sagen, sie verschenken es, denn dieser Preis beträgt nur das Zehntel des Marktpreises!

Warum dies so geschieht, kann keiner erklären, doch es beeilt sich auch niemand, diese lasterhafte Gepflogenheit zu verändern. Die Gesellschaft überlebt, weil sie die erzeugten Erdölprodukte zu Marktpreisen absetzen kann. Doch es gibt keine Wunder: Der Mangel an Mitteln für die Entwicklung führt zu einer Verringerung geologischer Arbeiten und der Bohrungen und folglich zu einem Absinken der Förderumfänge.

Die Offene Aktiengesellschaft Ukrnafta

Ein weiteres Monopolunternehmen, die Offene Aktiengesellschaft Ukrnafta, ist ebenfalls aus staatlichen Unternehmen hervorgegangen, diesmal aber in der Ölindustrie. Heute fördert Ukrnafta fast 70 Prozent des Erdöls und zehn Prozent des Erdgases im Land. Ihre größte Besonderheit ist, dass dem Staat das Kontrollpaket von 50 Prozent plus eine Aktie gehört, während die Gruppe Privat der größte Privataktieninhaber ist (ca. 42 Prozent) und die Arbeit des Unternehmens de facto durch ihr Management kontrolliert wird.

Im Gegensatz zu Ukrgasdobytscha arbeitet Ukrnafta schon eher unter Marktbedingungen, denn ihre Hauptproduktion ist das Erdöl, welches auf Versteigerungen abgesetzt wird. Hiernach wird selbiges Erdöl in der Raffinerie Krementschug verarbeitet, welche wiederum Ukrtatnafta gehört, einer Firma, die ebenfalls von der Privat-Gruppe kontrolliert wird. Die Erdölprodukte werden von der Raffinerie weiter an das Tankstellennetz Ukrnafta verkauft. Dies bedeutet, dass ungeachtet des staatlichen Kontrollpakets an Ukrnafta, das Unternehmen zu einem Bestandteil der Geschäftsgruppe Privat geworden ist.

Trotzdem kann sich Ukrnafta trotz seiner Leitung durch Privateigner keiner großen Errungenschaften in der Förderung rühmen. In den letzten sechs Jahren sanken die Fördermengen für Erdöl und Erdgaskondensat von 3 Millionen Tonnen im Jahr 2008 auf zwei Millionen Tonnen für 2013. Der Absturz der Gasfördermengen war noch beeindruckender: Von 3,2 Milliarden Kubikmeter 2008 auf 1,9 Milliarden für 2013.

Auch Naftogas Ukrainy plante, sich unmittelbar mit der Förderung zu befassen und erhielt zu diesem Zweck 2009 mehr als zehn Öl- und Gaslizenzen (spezielle Ermächtigungen). 2011 kamen noch weitere Sonderermächtigungen hinzu. 2012-2013 wurden zwei Suchbohrungen im Gebiet Budischtscha-Tschutowo durchgeführt, wo die Runowschtschina-Fundstätte entdeckt wurde. Die Erdölvorräte der Fundstätte wurden auf 12,8 Millionen Tonnen geschätzt. Die kommerzielle Ausbeutung hat jedoch nie angefangen. Mehr noch, auch die Sucharbeiten wurden eingestellt.

Geringere Gasmengen fördert auch die staatliche Nadra Ukrainy, die mehrere Projekte in Kooperation mit Privatfirmen unterhält. Heute stellt die Gesellschaft die Überreste einer einst riesigen Struktur des staatlichen Geologiebereichs dar. Dutzende der Fundstätten von Nadra Ukrainy wanderten infolge diverser Manipulationen in die Hände privater Eigner. Besonders aktiv wurde die „Privatisierung der Ressourcen“ in dem Zeitraum betrieben, als Eduard Stawizkij Nadra leitete: Allein im Jahre 2007 löste sich der Staatsbetrieb von 20 seiner perspektivreichsten Fundstätten.

Privatgesellschaften

Die zweite Gruppe machen ca. 30 Privatunternehmen aus, auf die insgesamt 2,4 Milliarden Kubikmeter Gas oder 15 Prozent des Jahresumfangs der Förderung in der Ukraine entfallen. Heute ist das eines der am schnellsten wachsenden Segmente der ukrainischen Wirtschaft überhaupt. In der ersten Hälfte 2014 hatten die Privatgesellschaften ihre Gasförderumfänge um 32 Prozent bzw. 1,5 Milliarden Kubikmeter gesteigert.

Die unabhängige Öl- und Gaserschließung in der Ukraine ist bereits 20 Jahre alt. Die erste private Firma auf dem Gebiet wurde die Poltawskaja gasoneftjanaja kompanija (PGNK), die zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der britischen JKX war. Ungeachtet der überwältigenden Schwierigkeiten (man versuchte mehrmals, der Gesellschaft die Gewinnungsrechte an den Fundstätten zu entziehen), wurde die PGNK zu einem sehr erfolgreichen Projekt. Sie arbeitet größtenteils an alten Fundstätten, dies hinderte sie aber nicht, eine effektive Förderung aufzubauen und für lange Jahre zum größten privaten Förderbetrieb aufzusteigen.

Heute führt die PGNK ihre Arbeiten an sechs Fundstätten im Gebiet Poltawa. In den letzten Jahren sind die Förderumfänge wesentlich gesunken: Bei Gas von 450 Millionen Kubikmeter im Jahr 2009 auf 222 Millionen Kubikmeter 2013 und bei Öl von 250.000 Tonnen 2007 auf 60.000 Tonnen für 2013. Trotzdem bleibt die Gesellschaft in einer Führungsposition in der Branche und ihre Errungenschaften blieben nicht unbemerkt. 2007 begann der Geschäftsmann Igor Kolomojskij, die Aktien der britischen JKX aufzukaufen; heute gehören der Eclairs Group von Igor Kolomojskij und Gennadij Bogoljubow 27,5 Prozent der JKX.

Joint Ventures

Der Erfolg der PGNK wurde zu einem Beispiel für andere Förderbetriebe, die Ende der 90er wie Pilze aus dem Boden zu sprießen begannen. Zu der Zeit war die Schaffung von Joint Ventures als Organisationsform von Privatgesellschaften sowie Gesellschaftsverträge mit den staatlichen Betrieben Ukrnafta und Ukrgasdobytscha populär.

Für gewöhnlich durfte das Joint Venture an den Fundstätten der staatlichen Gesellschaft arbeiten, während hiernach entweder die Produktion oder der Umsatz aus dieser Tätigkeit unter den Mitgliedern des Joint Ventures verteilt wurde. Insgesamt wurden ca. zwei Dutzend solcher Joint Ventures und Gesellschaftsverträge geschaffen.

Zum Schwachpunkt der Arbeit dieser Betriebe wurde, dass mit dem Wechsel der politischen Macht im Land auch die Leitung der staatlichen Gesellschaften wechselte, und deshalb das Geschäft der Joint Ventures jedes Mal in Gefahr war. Mit der Zeit wurden die meisten Joint Ventures und Gesellschaftsverträge aufgelöst, während die übrig gebliebenen zivilisierte Arbeitsformen annahmen.

Derzeit findet die größte Zusammenarbeit zwischen Karpatygas (Tochtergesellschaft der schwedischen Misen Energy) und Ukrgasdobytscha statt und umfasst zwei Dutzend Einzelprojekte – von der Reparatur an einzelnen Bohrlöchern bis zum Bau großer Verdichterstationen für Erdgas.

Die Idee dieses Gesellschaftsvertrags besteht in der Erhöhung der Fördermengen an alten Fundstätten und den Fundstätten von Ukrgasdobytscha mit der Hilfe von Investitionen und Technologien der Karpatygas. Das gesamte zusätzlich gewonnene Gas und Kondensat wird unter den Parteien des Gesellschaftsvertrags verteilt. 2013 wurde Karpatygas zum größten privaten Förderbetrieb mit erwirtschafteten Umfängen von ca. 600 Millionen Kubikmeter Gas; in diesem Jahr plant man eine Ausbeutung von einer Milliarde Kubikmeter.

Zu Beginn der 2000er wurde ein neues Schema in der Gründung von Privatgesellschaften eingeführt. Der Staat, vertreten durch das staatliche Komitee für Naturressourcen, verteilte Öl- und Gasfelder an Firmen, die dort geologische Forschung und Erschließung betreiben durften. Den Zugang zu den Flächen und Fundstätten erhielten bis dato unbekannte Strukturen, die der damaligen politischen Landesführung nahestanden. Später wurden die Lizenzen (bzw. Sonderermächtigungen) weiterverkauft. So entstand die Mehrheit der heute aktiven Privatunternehmen.

Die Massenverteilung von Lizenzen entfiel auf die Zeitspanne, in der Nikolaj Slotschewskij das Staatskomitee leitete, was 2004, zur Zeit der Orangenen Revolution war, als alle verstanden hatten, dass ein Machtwechsel vor der Tür steht. Die Maßstäbe der Privatisierung staatlicher Ressourcen und ihre Intransparenz führten 2005 zu einer Auflösung des staatlichen Komitees für Naturressourcen.

Zu einer weiteren Finanzierungsquelle für private Förderbetriebe wurde die Massenprivatisierung von Sondergenehmigungen für Fördergebiete des Staatsunternehmens der Nationalen Aktiengesellschaft Nadra Ukrainy, wie sie bereits oben erklärt wurde.

In den letzten zwei-drei Jahren gab es im Bereich der privaten Förderung eine langsame Konsolidierung der Aktiva. Es gibt noch keine großen Förderbetriebe, doch einige von ihnen sind bereits Eigner vieler Aktiva. So hat Geo-Alliance 18 Lizenzterritorien und Burisma Holdings Rechte an 29 solcher Gebiete erworben.

Gruppenführer der unabhängigen, nicht staatlichen Gesellschaften ist Neftegasodobytscha, die nach einer Reihe von Wiederverkäufen in die Struktur DTEK des Milliardärs Rinat Achmetow eingegliedert wurde. In den fünf Monaten seit Anfang 2014 hatte die Fördermenge dieser Gesellschaft 285 Millionen Kubikmeter Gas ausgemacht. Im letzten Jahr begann Neftegasodobytscha ein großangelegtes Entwicklungsprogramm und plant für 2014, 1,5 Milliarden Hrywnja (93,1 Millionen Euro) zu investieren, was die Fördermengen auf eine Milliarde Kubikmeter steigen lassen würde.

Auf dem zweiten Platz der Liste befindet sich „Burisma Holdings“ mit dem Förderumfang von 280 Millionen Kubikmeter Gas. „Burisma“ vereint vier Förderbetriebe: die Energo-serwisnaja kompanija ‘Esko-Pivnitsch’ GmbH, die „PARI“ GmbH, die Perwaja ukrainskaja gasoneftjanaja kompanija GmbH und die Krimtopenergoserwis GmbH. Bis vor Kurzem wurde die Burisma Holding auch mit dem Namen des ehemaligen Umweltministers Nikolaj Slotschewskij verbunden, doch die Umstellungen in den Führungsetagen der Gesellschaft geben Anlass zu denken, dass sich auch die Eigentümerstruktur verändert haben könnte. Konkret wurde Robert Hunter Biden, Sohn des Ex-Vizepräsidenten der USA Joe Biden in den Direktorenrat der Burisma Holdings aufgenommen, während der ehemalige Präsident Polens Aleksander Kwaśniewski zu einem der Direktoren von Burisma wurde. Heute ist Burisma unter den Gesellschaften der Branche, die sich am dynamischsten entwickeln.

Auf dem dritten Platz, gemessen am Förderumfang, befindet sich die Gesellschaft Kub-Gas, die seit Anfang 2014 125 Millionen Kubikmeter Gas erwirtschaftete, was um 15 Prozent mehr ist, als noch im letzten Jahr. 2010 hatte die Kulczyk Oil Ventures Inc. (heute Serinus Energy) des Geschäftsmanns Jan Kulczyk 70 Prozent der Aktien von Kub-Gas für 25 Millionen Dollar gekauft. Die übrigen 30 Prozent gehören der US-Firma Cub Energy Inc.. Kub-Gas ist ein erfolgreiches Beispiel für die Beteiligung eines ausländischen Investors: In den drei Jahren hat sich die Gesellschaft von einer regionalen Firma zu einem der Führer in der Gasförderung verwandelt. Der Minderheitsgesellschafter der Kub-Gas, die Gesellschaft Cub Energy (früher 3P International Energy Corp., USA), kaufte 2011 100 Prozent des ukrainischen Gasförderbetriebs Tisagas und versucht, die Erfolgsgeschichte heute zu wiederholen.

Ein gewichtiger Spieler auf dem Markt ist die Gesellschaft Poltawskaja gasoneftjanaja kompanija (PGNK), die der britischen JKX gehört, und die oben bereits angesprochen wurde. Obwohl die Gesellschaft an alten und ausgeschöpften Fundstätten arbeitet, konnte sie seit Jahresbeginn durch neue Bohrungen und die Einführung aktueller Technologien der horizontalen Bohrung, sowie durch Fracking 106 Millionen Kubikmeter Gas erwirtschaften (Zuwachs von 16 Prozent).

Unter den Gesellschaften mit großem Potenzial sollte man Prirodnyje ressursy hervorheben, die Teil der Geo-Alliance-Gruppe ist und Strukturen gehört, die dem Milliardär Wiktor Pintschuk nahestehen. 2012 kaufte die Gesellschaft Arawak Energy Ukraine BV (Niederlande) 25 Prozent der Aktien an Geo Alliance und ist heute bereit, jährlich 100 Millionen Dollar in die ukrainische Kohlenwasserstoffförderung zu investieren, was die Fördermengen um ein Mehrfaches steigen lassen würde.

Bislang konnte die Smart-Holding des Milliardärs Wadim Nowinskij keine großen Erfolge im Öl- und Gasbereich vorweisen. Das Öl- und Gasgeschäft der Holding umfasst die Gesellschaften Regal Petroleum und Prom-Energo Produkt, sowie Ukrgasdobytscha (nicht zu verwechseln mit der staatlichen Ukrgasdobytscha). Die Gesellschaften haben ein großes Entwicklungspotenzial, doch momentan können sie die fallenden Fördermengen nicht überwinden.

Der hohe Preis für industrielle Verbraucher in Höhe von 4.724 Hrywnja pro tausend Kubikmeter (ohne MwSt.) eröffnet große Potenziale für Privatinvestoren in der Gasförderung. Für den heutigen Tag ist die unabhängige Förderung zwar durch kleine und mittelgroße Firmen vertreten, aber man kann bereits über eine Konsolidierung des Markts und über ein neues Aufkommen mehrerer Gesellschaften pro Jahr mit einer Fördermenge mit über eine Milliarde Kubikmeter Erdgas pro Jahr reden. Und das ist bereits ein wesentlicher Beitrag zur Energieunabhängigkeit des Landes. Mit den Plänen der Regierung, in den Jahren 2014 und 2015 45 Territorien mit Kohlenwasserstoffvorkommen zu verkaufen, können im Erdöl- und Erdgasbereich neue, auch ausländische Spieler hinzukommen, was der Steigerung der Gasförderung in der Ukraine zugutekommt.

Verträge zur Aufteilung der Produktion

Etwas abseits in der Förderung stehen große Projekte mit sogenannten Verträgen über eine Aufteilung der Produktion (nachfolgend: VAP). Bis zum heutigen Tag wurden in der Ukraine vier Ausschreibungen über eine Erkundung und Erschließung von Kohlenwasserstoffvorkommen bei einer Unterzeichnung eines Vertrags über eine Aufteilung der Produktion durchgeführt. Alle Teilnehmer der VAP sind weltbekannte Unternehmen. Wenn man die traurig bekannte Geschichte mit Vanco Prykerchenska außer acht lässt, so hat die Ukraine derzeit zwei unterschriebene VAPs: Mit Shell über das Jusowska-Gasfeld (Regionen Charkow und Donezk) und der amerikanischen Chevron über die Kohlenwasserstoffförderung auf dem Olesska-Gasfeld (Regionen Lwiw und Iwano-Frankiwsk).

Auch wurde eine Ausschreibung für den Abschluss eines VAP über den Schwarzmeer-Tiefseeabschnitt Skifskij durchgeführt. Gewinner der Ausschreibung war ein Konsortium zwischen der amerikanischen ExxonMobil (40 Prozent, Betreiber des Projekts), Shell (35 Prozent), der österreichischen OMV, vertreten durch ihre rumänische Tochter Petrom (15 Prozent) und von Nadra Ukrainy (10 Prozent). Der Vertrag mit diesem Konsortium wurde jedoch nie unterzeichnet.

Zu einem weiteren großen Projekt sollte der VAP über die Erschließung von vier Gebieten auf dem Schwarzmeer-Festlandsockel werden. Ende November 2013 hatte die Ukraine ein Abkommen darüber unterzeichnet. Zu den Teilnehmern des VAP sollten Eni (50 Prozent), EdF (5 Prozent), die Wody Ukrainy GmbH (35 Prozent) und Tschernomorneftegas (10 Prozent) gehören, man schaffte es jedoch nicht mehr, die Ausschreibung durchzuführen.

Ein weiteres Projekt unter Shell-Beteiligung war die gemeinsame Tätigkeit mit der staatlichen Ukrgasdobytscha, im Rahmen derer zwei Bohrungen in der Region Charkow durchgeführt wurden. Geologische Arbeiten sind am Laufen, doch bislang meldete man weder ihre Ergebnisse, noch wurde etwas über die Erschließungsperspektiven gesagt.

Heute befinden sich alle Projekte mit einer Teilnahme internationaler Gesellschaften in ihrem Anfangsstadium und man wird erst drei-vier Jahre nach Beendigung der geologischen Forschungsarbeiten über etwaige Erschließungsperspektiven reden können.

***

Wenn man ein Fazit ziehen soll, so kann man über recht große Perspektiven der Ukraine in der Steigerung ihrer eigenen Förderkapazitäten bei Kohlenwasserstoffen reden. Dies betrifft sowohl die staatlichen Ukrgasdobytscha und Ukrnafta, als auch die unabhängigen Gesellschaften. Die Vorhersagen über die Wachstumsmöglichkeiten der ukrainischen Gasförderung variieren stark: Von 25 bis 45 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Doch alle Experten ausnahmslos sind sich einig: Die Ausweitung der Gasförderung in der Ukraine ist möglich und nötig.

Dafür wird der Staat die Herangehensweise an die Ölbranche grundsätzlich ändern, und seine Aktivität in dieser Richtung schleunigst beginnen müssen. Im Grunde sind nur einige Schritte notwendig, die den Griff der Bürokratie lockern und die Hände von Fördergesellschaften freimachen würden. Zum Beispiel könnte das Verfahren der Landübergabe für Bohrungen vereinfacht werden, damit die Absegnung der geforderten Dokumente nicht mehr zwei Jahre in Anspruch nehmen muss. Wichtig ist es auch, Kaufpreise für staatliche Gesellschaften festzulegen, die es ermöglichen würden, Gewinn zu erzielen und in die Förderung zu investieren. Versteigert werden müssen die noch nicht vergebenen Erdöl- und Erdgasgebiete, von denen es heute über 150 gibt. Das, und vieles weitere kann man schnell und ohne finanzielle Aufwendungen des Staates machen. Leider hat die neue Regierung aber bislang nichts getan, um die Förderung des eigenen Gases und Erdöls zu verbessern und zu entwickeln.

27. Juni 2014 // Gennadij Kobal

Quelle: Serkalo Nedeli

Übersetzer: Oleg Pogrebnyak

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Telegram, Twitter, VK, Facebook, RSS und per Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 6.5/7 (bei 15 abgegebenen Bewertungen)

Neueste Beiträge

Aktuelle Umfrage

Wie war das erste Jahr unter Präsident Wolodymyr Selenskyj für die Ukraine?
Interview

zum Ergebnis
Frühere Umfragen
Kiewer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)17 °C  Ushhorod14 °C  
Lwiw (Lemberg)13 °C  Iwano-Frankiwsk16 °C  
Rachiw17 °C  Jassinja14 °C  
Ternopil17 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)16 °C  
Luzk13 °C  Riwne14 °C  
Chmelnyzkyj16 °C  Winnyzja17 °C  
Schytomyr14 °C  Tschernihiw (Tschernigow)12 °C  
Tscherkassy18 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)19 °C  
Poltawa16 °C  Sumy14 °C  
Odessa19 °C  Mykolajiw (Nikolajew)20 °C  
Cherson20 °C  Charkiw (Charkow)16 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)20 °C  Saporischschja (Saporoschje)17 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)16 °C  Donezk21 °C  
Luhansk (Lugansk)18 °C  Simferopol19 °C  
Sewastopol23 °C  Jalta23 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Das Testkid liegt dann in Frankfurt bereit. Centogene gibt es auch noch in Rostock. Meine Informationen sind also aus erster Hand und hier im Chat war auch schon jemand in den letzten Tagen in der Ukraine....“

„Das mit den Coronatests ist so eine Sache. Ich weiss jetzt nicht wo Du wohnst, aber ein totsicherer Tipp ist centogene am Flughafen Frankfurt Main. Da bekommst Du den Test für 59 Euro in spätestens 12h,...“

„Angeblich wird die Liste jeden Tag aktualisiert. Auf Visit Ukraine gibt es nun auch einen Link wenn man sich im Land testen lassen will ...“

„Hallo, die Ausreise am Flughafen Borispol ist komplett easy. Maske aufsetzen, Temperatur messen bei Eintritt ins Gebäude und sich freuen dass es keine Schlangen gibt. Der Rest ist wie gehabt. Geschätzt...“

„@jollboll theoretisch und praktisch kannst Du die auch noch vor Ort abschließen, ABER dazu musst Du vor Ort sein! Zumindest die Airline Wizzair kontrolliert schon in Deutschland ob Du eine Auslandsreisekrankenversicherung...“

„Mit dem Bus über Polen ist nach allem was ich gelesen habe auch aktuell kein Problem, denn sie hat ja vermutlich ein Bus Ticket nach Deutschland und ist somit nur auf der Durchreise!... Dann könnte ja...“

„Hat denn schon jemand Erfahrungen bei Einreise mit dem Auto gemacht, nachdem wir der „Red Zone“ zugeordnet worden sind? Wird z.B ein negativer (aktueller) Test aus Deutschland akzeptiert?“

„Das kann ich ja mitnehmen, wenn ich sie vom Flughafen abhole sollte es da Fragen geben wäre ich ja da.“

„@vfranz ich denke und hoffe das so alles passen sollte! Einzig könnte ich mir noch vorstellen, das deutsche Behörden das original von Dir unterschriebene Dokument haben wollen. Aber dies wäre echt verrückt...“

„Hallo @Frank , Bei meiner Antwort an vfranz geht es darum ob sie aktuell Aufenthaltsrecht hätte. Aktuell ist die Reise per Flugzeug in beide Richtungen möglich! Mit dem Bus über Polen ist nach allem...“

„Mit Formular meinte ich die Erklärung, die auch schon hier veröffentlich wurde. Sie war zweimal im Februar in Deutschland ein und ausreise und jeweils für wenige Tage das sollte so ok sein Ich schicke...“

„Da gehts ja nur um die Einreise. Ausreisen ist wohl kein Problem? Musst ja ins Flugzeug kommen. Oder wenn sie mit Bus fahren wie machen sie es den Polen glaubwürdig? Mit Belegen auf Deutsch?“

„Hallo @vfranz , hast Du die Unterlagen an Deine Freundin nach Kiew gesendet oder an die deutsche Botschaft? Wenn an Deine Freundin, hast Du vermutlich auch die Erklärung beider Partner zur Beziehung mitgesendet,...“

„Du brauchst die NUmmer deines Handy da do einen aktivierungscode für die app geschickt bekommst“

„Kurze Info ich habe jetzt mal zusammengestellt eine formlose Einladung für den Zweck der Einreise von unverheirateten Partnern zum in Deutschland lebenden Deutschen, Unionsbürger oder Drittstaatsangehörigen...“

„Hallo Zusammen, hat jemand bereits Erfahrungen bei Einreisen mit dem Auto? Ich will am 15.August mit dem Auto einreisen und habe überhaupt keine Informationen dazu gefunden wie es mit dem Corona Test...“

„ich habe die App gestern installiert nachdem ich die kyrillischen Buchstaben noch aktiviert habe, stimmt die Tel.-Nr., kann ich ja jetzt nicht meine eingeben mit Vorwahl Ukraine, ich nehme dann die Nummer...“

„Funktioniert denn die App mit einer deutschen Telefonnummer? Klar kann man die sicherlich installieren. Nur ob sie dann auch auf "grün" geschaltet werden kann?“

„@ Carlton68 Ganz ganz lieben Dank für die super Tipps!!! Dafür hat sich die Anmeldung hier schon gelohnt Die App läuft sogar auf meinem alten iPhone (iOS 10.0.0), mal eine gute Nachricht! Das mit der...“

„Ca. 18 Stunden später habe ich das Testergebnis per Mail erhalten und jetzt kommt der eigentliche Punkt, das Ergebnis war positiv. Das Gesundheitsamt wurde auch automatisch informiert und hat sich umgehend...“

„@jollboll Du brauchst für die Reise mehrere Sachen - aktueller Test oder bei Einreise einen Test am Flughafen machen. Wenn Du den Test am Flughafen machst musst Du in Selbstisolation bis das Testergebnis...“

„Hallo, reicht nun ein aktueller Test bei der Einreise von D in Kiev (2. Wie bekomme ich den übersetzt, weil das Labor in Leipzig das sicher nicht hinbekommt?) oder muss ich die APP Doma noch extra runterladen?...“

„Mein Erfahrungsbericht: Einreise am 17.07 vom Berliner Flughafen mit Ryanair nach Kiew Boryspil. Dabei hatte ich auch die Ekta Health Insurance, die bei der Passkontrolle niemand sehen wollte. Die Einreise...“

„Das BMI hat in den FAQs ... die Informationen zum Besuche unverheirateter Parnter noch etwas genauer definiert. Einreise von unverheirateten Partnern zum in Deutschland lebenden Deutschen, Unionsbürger...“

„Da kommt bestimmt noch was nach, incl. Auslegungshilfe. Zur Regelung für unverheiratete Partner: Immerhin ein Fortschritt. Auch meinem Kenntnisstand nach aber nur nach vorherigem Treffen in Deutschland....“

„Deutschland lässt die Einreise von unverherheirateten Partnern ab 10. August zu! Unter ... wird auf einen entsprechenden Twitterbeitrag verlinkt Die BMI Seite mit dem entsprechenden Pressebericht ist...“

„Das BMI hat in den FAQs ... die Informationen zum Besuche unverheirateter Parnter noch etwas genauer definiert. Einreise von unverheirateten Partnern zum in Deutschland lebenden Deutschen, Unionsbürger...“

„Also, meine Frau konnte mit übersetzter, aber nicht apostillierter Heiratsurkunde ohne Probleme einreisen. Die Übersetzung wurde aber ziemlich genau geprüft. Ebenso wie das ukrainische Original bereits...“

„Mußt da nicht nach Logik suchen. Das ist sowieso nur eine Notlösung um bestehendes Recht einzuhalten. Geht halt um den Begriff "Familienangehöriger" und wie man den definiert. Da haben sie sich halt...“

„Moin, zusammen: Ich bin seit dem 26.7. In Kiev, flog in einer 100% vollen LH-Maschine von FRA. Am Freitag geht es zurück, und in FRA gehe ich dann zum Pflichttest. Ich hatte mich zwar schon bei Centogene...“

„@Bernd D-UA Ich habe den Test am Freitag später nachmittag in Frankfurt am Flughafen gemacht (Centogene) und natürlich war der Test rechtzeitig da. 59 Euro ohne zusätzliche Identitätsfeststellung....“

„Deutschland lässt die Einreise von unverherheirateten Partnern ab 10. August zu! Unter ... wird auf einen entsprechenden Twitterbeitrag verlinkt ... ! Ja aber nur bei einem vorherigen nachweislichen...“

„@carlton68 Wo hast Du Dich jetzt testen lassen für die Einreise in die Ukraine? Kam das Testergebniss zuverlässig, sprich rechtzeitig?“

„Hallo, jetzt noch ein kurzes Update von mir, bin am Freitag in Memmingen wieder gelandet und dort zum Coronatest gegangen, war alles einfach und unkompliziert, allerdings die Aussage, das Ergebnis kommt...“

„Hallo, kurzer Bericht von der Einreise heute früh. Nach Ankunft in Borispol wurden die Unterlagen bei der Passkontrolle genau geprüft. An mehreren Schaltern wurden gelegentlich Leute zur Seite gebeten....“

„Ein Passstempel für Polen beweist doch nicht dass Du Dich in Deutschland getroffen hast. Bei der Argumentation mit Passstempel würde jedes beliebige Land gehen, wenn beide den Aufenthalt dort nachweisen...“

„Hotel wäre allerdings im allg.auch kein Wohnort. Außer du wohnst immer da wie Udo L. was sie haben müssen steht ja da " sowie Nachweise der vorherigen Treffen anhand von Passstempeln, Reiseunterlagen...“

„@Frank Du hast wohl recht! Wohnsitz heißt ja nicht Wohnort, ein gemeinsames Hotel wäre ja nur ein Wohnort aber da sind die beiden ja nicht gemeldet wie es bei einem Wohnsitz wohl sein müsste! Damit...“

„Von Treffen im Ausland steht doch nirgends was. Das zählt nicht Da steht Wohnsitz "oder dem Nachweis eines vorherigen gemeinsamen Wohnsitzes im Ausland." Für mich heisst es dass eine ukrainische Frau...“

„Hallo zusammen, aktuell ist nur bekannt was gebraucht wird: Vorzulegen sind hierfür: eine Einladung der in Deutschland wohnhaften Person eine gemeinsam unterschriebene Erklärung zum Bestand der Beziehung...“

„Wenn man ein Mietauto bucht, ist man auf einem finanziellen Schleudersitz. Gut aber auch teuer ist es eine Selbstbeteiligung im Schadensfall auszuschließen. Dies ist aber sehr teuer. Beim Buchen über...“

„Deutschland lässt die Einreise von unverherheirateten Partnern ab 10. August zu! Unter ... wird auf einen entsprechenden Twitterbeitrag verlinkt ... !“

„Zu centogene, man kann den Test gegen 9 Euro Aufschlag mit Idenitätsfeststellung also dann 59 + 9 = 68 Euro. Das ist die 6 bis 8h Ereignisbereitstellungsvariante. Man legt ja für die Erstbestellung des...“

„@carlton68 Danke, aber nein, es war in einem anderen Forum, gestern, habe gerade danach gesucht. Ich hatte es aber falsch in Erinnerung, er ist von der Ukraine nach Deutschland geflogen. Dort schrieb einer...“

„@Thinkman hier im Beitrag #124 von vfranz könntest Du gelesen haben dass man den Test in verschiedenen Sprachen herunterladen kann. Kann ich bestätigen. Wir reden hier vom Test den Centogene am Flughafen...“

„Möglicherweise ist auch Deutschland bald wieder auf der grünen. Absolut sind wir sowieso drunter und die Tendenz müßte auch wieder runter gehen .... bevor sie vll. dann wieder rauf geht. Also die Regelung...“

„@Alex1987 Hattest du denn eine ukrainische Telefonnummer zur Inbetriebnahme der App? Denn die App funktioniert ja nur mit einer ukrainischen Nummer und ist komplett in ukrainischer Sprache. Ich verstehe...“

„@Frank Wenn Du einen Test hast, jünger 48 Stunden, welchen die an der grenze Anerkennen musst Du wohl keinen Test in der Ukraine machen, ansonsten kannst Du ihn in der Ukraine machen oder 14 tage in Quarantäne...“

„ist ja gar nicht angedacht dass der Test nur am Flughafen gemacht wird. Soviel wie ich verstanden habe läuft auf der App ja ein Counter wo du dann in 24 Stunden den Test an den definierten Stellen im...“