Dem “Kommersant-Ukraine“ gelang es sich mit der Arbeitsvariante des Textes zur Koalitionsvereinbarung zwischen den Fraktionen der Partei der Regionen und des Blockes Julia Timoschenko bekannt zu machen. Informanten bestätigen, dass nach der Unterzeichnung des Dokumentes und der Formierung einer Koalition in der Ukraine die parlamentarische Form der Regierung eingerichtet wird. Übrigens, der Vorsitzende der Partei der Regionen, Wiktor Janukowitsch, weigerte sich die Existenz des Memorandums zu bestätigen, dabei erklärend, dass er auf die Bildung einer Mehrheit bereits morgen hofft.
Die Vereinbarung zur Bildung einer Mehrheit wurde von der Partei der Regionen zusammengestellt und dem Block Julia Timoschenko (BJuT) übergeben zur Fertigstellung. Das Dokument trägt deklarativen Charakter und besteht aus zwei Teilen. Im ersten sind die Prinzipien der zu bildenden Mehrheit dargelegt und im zweiten das Reglement der Tätigkeiten.
In einem der Punkte wurde angegeben, dass “die Koalition auf Versuche der Lösung ideologischer Fragen verzichtet”. “Das bedeutet, dass die Fraktion von BJuT auf die Annäherung des Landes an die NATO verzichtet und die Partei der Regionen verpflichtet sich im Austausch dazu die Frage der russischen Sprache und andere ähnliche Themen nicht zu voranzutreiben”, erläuterte dem “Kommersant-Ukraine“ ein Informant bei der Partei der Regionen, der mit dem Text des Memorandums vertraut ist.
Vollständiger Parlamentarismus
Gemäß der Koalitionsvereinbarung, ist der Beitritt der Ukraine in beliebige militärische Bündnisse lediglich nach der Durchführung eines ukraineweiten Referendums möglich. Außerdem sieht es “tiefe Verfassungsreformen” vor. “Der Text des Grundgesetzes wird radikal geändert werden, konkretes wird nicht angegeben. Doch eindeutig ist, dass sich nach der Änderung die Ukraine in einen Staat mit einer parlamentarischen Form der Regierung umwandelt”, bekräftigt der Gesprächspartner des “Kommersant-Ukraine“. Ein bedeutender Teil des Dokumentes ist der Deklaration der Prinzipien der Beseitigung der ökonomischen Krise im Lande gewidmet. In diesem sind die Normen der Änderungen im Gesetzeswerk in Bezug auf das private Eigentum an Boden und “eine radikale Rechtsreform” vorgeschrieben. Wie dem “Kommersant-Ukraine“ bekannt wurde, ist der Autor der Änderungen im Rechtssystem der ehemalige Leiter der Verwaltung von Präsident Leonid Kutschma, Wiktor Medwedtschuk.
Irgendwelche Prinzipien der Verteilung der Posten zwischen den Fraktion gibt es im Dokument nicht. In diesem wird gezeigt, dass im Verlaufe der Existenz der Koalition der Regierungschef abberufen werden kann und an dessen Stelle ein anderer ernannt und dies zieht keine rechtlichen Konsequenzen nach sich, beispielsweise die Auflösung der Koalition. Übrigens, in einem der Punkte wird angemerkt, dass jede der Fraktionen, aus der die Parlamentsmehrheit besteht, das Recht auf ein Veto gegen Entscheidungen der Koalition hat.
Von Seiten BJuTs arbeitete am Text der Vereinbarung der Vizesprecher Nikolaj Tomenko und einer der Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden – Andrej Portnow. Gestern weigerten sich Parlamentsabgeordnete von BJuT irgendetwas zu sagen, sobald die Rede auf die Koalitionsvereinbarung kam. “Ich werde das nicht kommentieren!”, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“ Portnow kategorisch.
Wenn die Partei befiehlt
Um von den Einzelheiten der erreichten Abmachungen zwischen der Partei der Regionen und BJuT zu erfahren, fuhr der “Kommersant-Ukraine“ nach Armenien. Das war die einzige Möglichkeit um unmittelbar mit dem Führer der Partei der Regionen, Wiktor Janukowitsch zureden, der dorthin fuhr, um an den Trauerveranstaltungen zum 20. Jahrestag des Erdbebens in Spitak teilzunehmen. 1988 leitete Janukowitsch gemäß dem Erlass des Ministeriums der Kohleindustrie der UdSSR eine Autokolonne, die bei den Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des Erdbebens eingesetzt wurde. Zu Ehren Wiktor Janukowitschs wurde noch 2004 ein Platz und eine Straße nach ihm benannt.
Der W. Janukowitsch Platz ist in Form eines Dreiecks errichtet worden, jede der Seiten hat eine Länge von ungefähr 20m. Auf diesem befinden sich eine Post, ein Wohnhochhaus und Einfamilienhäuser. Im Zentrum des Platzes wurde eine improvisierte Bühne errichtet, auf der zuerst der Bürgermeister von Spitak, Wanik Asatrjan auftrat. Er informierte darüber, dass “der große Freund Russlands und Armeniens Herr Janukowitsch” jetzt auch noch Ehrenbürger von Spitak wurde. Nach ihm ergriff Wiktor Janukowitsch das Wort, daran erinnernd, unter welchen nicht leichten Bedingungen die Wiederaufbauarbeiten von statten gingen. Danach fand eine Pressekonferenz statt.
“Können sie bestätigen, dass das Memorandum zwischen der Partei der Regionen und BJuT, welches der Bildung der Koalition zu Grunde liegt, bereits abgestimmt wurde?”, fragte der Korrespondent des “Kommersant-Ukraine“.
“Die offiziellen Verhandlungen mit BJuT haben erst gestern (4. Dezember) begonnen, und natürlich können innerhalb eines Tages keinerlei Memoranden unterzeichnet worden sein”, sagte Wiktor Janukowitsch.
Bemerkenswert ist, dass er nicht sofort unter den Fraktionen, mit denen die Partei der Regionen einen Dialog führt, die propräsidiale “Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung”??, den Block Litwin und die Kommunistische Partei der Ukraine erwähnte. Im Rahmen der Verhandlungen fanden lediglich persönliche Treffen Wiktor Janukowitschs und Wikor Juschtschenkos statt, auf denen die ökonomischen Aspekte von Auswegen aus der Krise diskutiert wurden.
Übrigens, der Vorsitzende der Partei der Regionen bestätigte, dass der Präsident die Partei der Regionen darum bat die Kandidatur Iwan Pljuschtschs für den Posten des Parlamentssprechers zu unterstützen.
“Ja, diese Frage (der Unterstützung Iwan Pljuschtschs) wurde mir gestellt (vom Präsidenten) und ich habe geantwortet, dass diese Entscheidung nicht nur von der Partei der Regionen abhängen wird. Die Fraktion hat ihren Kandidaten für den Posten des Sprechers. Das ist …”, Janukowitsch lenkte ab. Es war ersichtlich, dass er den Namen nennen wollte, doch sich nicht entscheiden konnte. Eventuell, da einer der Kandidaten er selbst ist.
“Alexander Lawrinowitsch”, versuchte ihm der Korrespondent des “Kommersant-Ukraine“ zu helfen.
“Ja!”, sagte Wiktor Janukowitsch erleichtert und mit einem Lächeln. ??“Das ist Lawrinowitsch.
“Doch nicht sie?”, fragte der “Kommersant-Ukraine“ nach.
“Nein”, antwortete Janukowitsch, leicht verfinsternd. “Lawrinowitsch ist derzeit der Erste Stellvertreter des Vorsitzenden der Werchowna Rada und ich führe die Partei und die Parlamentsfraktion an. Lawrinowitsch mach das, was die Partei entscheidet. Und wenn die Partei entscheidet, dass er Vorsitzender der Rada wird, dann wird er das tun! Was mich persönlich betrifft, wiederhole ich noch einmal – ich möchte über meine persönlichen Interessen überhaupt nicht reden.”
In dieser Minute sagte einer der Leibwächter leise, dass es weiter keine Zeit gibt und der Pressesprecher Dennis Iwanesko schlug vor die letzte Frage zu stellen. Wiederholend, dass für ihn persönlich Macht nicht notwendig ist und das Priorität die Rettung des Landes hat, machte Wiktor Janukowitsch einen Schritt rückwärts und war für einen Moment von Einwohnern Spitaks umringt.
“Und trotzdem, wenn es irgendwelche Chancen gibt, wird die Koalition bereits am Dienstag gebildet?”, rief dem Vorsitzenden der Partei der Regionen der Korrespondent des “Kommersant-Ukraine“ nach.
“Wir sind verpflichtet dies zu tun, das ist unsere Schuldigkeit!”, erklärte Janukowitsch, für eine Sekunde innehaltend.
Sergej Golownjow, Walerij Kalnysch
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“