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Einziger ukrainischer Aluminiumhersteller fährt Produktion zurück

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Das Saporoshjer Aluminiumkombinat (SAK) – der einzige Aluminiumhersteller in der Ukraine – verkündete gestern den Beginn eines sukzessiven Produktionsstopps. Beim Unternehmen erklärt man, dass aufgrund des Tarifanstiegs für Elektroenergie und dem gleichzeitigen Fall der Weltaluminiumpreise das Unternehmen Verluste erleidet und die Produktion nur im Fall der Einführung von Ermäßigungen bei der Bezahlung von Elektroenergie wieder aufnehmen kann. Doch gegen die Einrichtung von Sondertarifen für das SAK traten bereits das Energieministerium und die Nationale Kommission zur Regulierung des Elektroenergiemarktes (NKRE) auf. Wenn die Regierung dem Unternehmen Zugeständnisse macht, dann wird sie gezwungen sein diesen auch anderen Herstellern zu gewähren, betonen Experten.

“Bislang geht die Rede vom Stopp einer Linie der elektrolytischen Produktion.”, teilte gestern der Pressesekretär des SAK Igor Pawlenko mit. Nach der Erhöhung der Kosten für Elektroenergie für die Industrie und gleichzeitig der Senkung der Aluminiumpreise an den Weltbörsen wurde dessen Herstellung unrentabel, erklärte man beim Unternehmen. Daher kann eine stabile Arbeit des Unternehmens nur im Fall der Einführung eines Sondertarifes für Elektroenergie für das SAK wieder aufgenommen werden, erklärte gestern der Generaldirektor des Unternehmens Alexander Kotjuk.

“Jetzt hat das Kombinat keine Alternativen zum Stopp des Produktionszyklus mit einer sukzessiven Konservierung der technologischen Kapazität.”, sagte er. Eine Entscheidung zur vollständigen Einstellung der Produktion wurde bislang nicht gefällt.

2007 stiegen die Kosten für Elektroenergie für das SAK um 24,3% und 2008 um weitere 45,7%. “Heute beträgt der Tarif für Elektroenergie für uns 48% der Selbstkosten der Produktion und ist einer der höchsten in der Welt – 0,087 kWh, wo er gleichzeitig in europäischen Staaten 0,04-0,05 kWh beträgt.”, sagt Igor Pawlenko. Außerdem findet momentan auf der Welt eine Senkung des Aluminiumpreises statt. In den letzten drei Monaten sank der Preis an der Londoner Metallbörse um 65% – auf ungefähr 1.900$/t. Im Resultat betrugen die Verluste für das SAK im August 1,6 Mio. $, im September 5,6 Mio. $ und im Oktober etwa 10 Mio. $.

Das Saporoshjer Aluminiumkombinat ist der einzige Primär-Aluminiumhersteller in der Ukraine. 2007 wurden 265.000 t Tonerde und 113.000 t Aluminium hergestellt. Der Erlös betrug 1,9 Mrd. Hrywnja (ca. 253 Mio. €), EBITDA – 176 Mio. Hrywnja (ca. 23,5 Mio. €), Reingewinn – 95,2 Mio. Hrywnja (ca. 12,7 Mio. €). 97,5% der Aktien besitzt das russische Unternehmen “Rusal” von Oleg Deripaska.

Für die russischen Aluminiumwerke “Rusals” liegt der Preis für Elektroenergie tatsächlich niedriger als für das SAK, sagt Maxim Chudalow, Analyst der Investmentfirma “Metropol”. “Die Besitzer von ‘Rusal’ sind Großaktionäre von Stromerzeugungsunternehmen. Dies erlaubt ihnen auf den Preis für Elektroenergie für die eigenen Aluminiumwerke Einfluss zu nehmen.”, betont er. Doch ist diese Praxis nicht möglich: alle produzierte Elektroenergie wird von dem Staatsunternehmen “Energorynok” übertragen, welche diese zum Durchschnittspreis an die Oblastenergieversorger liefert, welche diese an die Verbraucher verkaufen.

In nächster Zeit kann das Unternehmen keinen Anstieg der Einkünfte aus Preiserhöhungen für Aluminium an den Weltbörsen erwarten, denkt Wladimir Landa, Analyst von UFC Capital. “Heute werden alle Wachstumsprognosen für die Wirtschaft gesenkt, was zu einem Rückgang der Nachfrage nach Aluminium führt und folglich zu einem Preisrückgang.”, stimmt Maxim Chudalow zu.

Differenzierte Tarife für Elektroenergie führte im Jahr 2000 die Regierung Juschtschenko ein. Doch nahm die Regierung Julia Timoschenko diese 2005 zurück. Seitdem wandten sich die Eigentümer des SAK mehrfach an die Regierungen mit der Bitte die Sondertarife für das Kombinat wieder einzuführen. Zum letzten Mal wurde diese Frage von der Regierung Anfang des Jahres untersucht. Damals sagte der Energieminister Jurij Prodan, dass er keine Grundlage für eine Nachkommen gegenüber der Bitte seitens des SAK sieht.

Gestern verkündete Jurij Prodan dem “Kommersant-Ukraine“, dass er auch jetzt für eine Beibehaltung der gleichen Bedingungen der Preisbildung für Elektroenergie für die gesamte Industrie eintritt. SAK muss andere Wege finden. Die Frage besteht darin, ob sie eine Modernisierung der Produktion durchgeführt haben und ihren Investitionsverpflichtungen nachgekommen sind.”, betonte er. Die NKRE unterstützt die Einführung von differenzierten Tarifen ebenfalls nicht. “Dies stellt die einen Marktteilnehmer in eine ungleiche Situation gegenüber anderen.”, erläuterte der Leiter der NKRE, Walerij Kaltschenko.

Übrigens, den Worten von Kaltschenko nach, planen infolge der Finanzkrise das Ministerium für Industriepolitik und die Regierung erneut die Frage zur Einführung von differenzierten Tarifen zu untersuchen. “Die Regierung untersucht, wie die Krise auf das SAK wirkte und wie sich der Produktionsstopp auf die Wirtschaft der Region auswirkt.”, sagte er. Die Einführung von differenzierten Tarifen für Elektroenergie für das SAK unterstützte bereits Präsident Wiktor Juschtschenko. Letzten Freitag wandte er sich an Premierin Julia Timoschenko mit der Bitte ein entsprechendes Projekt für einen Erlass in die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kabinetts aufzunehmen.

Experten prognostizieren eine weitere Eskalation des Konfliktes. “Man kann nicht ausschließen, dass die heutige Erklärung der Leitung des SAKs Beispielcharakter trägt. Das Energieministerium wird kaum Zugeständnisse machen: falls dies stattfindet, werden andere Verbraucher, beispielsweise die Eisenlegierungswerke, ebenfalls Ermäßigungen haben wollen.”, sagt Wladimir Landa.

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Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 834

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