FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Finanzkrise bei "Unsere Ukraine"

0 Kommentare

Die Volksunion “Unsere Ukraine” (Narodnyj Sojus “Nascha Ukrajina”) schickt aufgrund von Finanzproblemen alle ihre regionalen Funktionäre in unbezahlten Urlaub.

Die Partei “Volksunion ‘Unsere Ukraine’” (NSNU), die von Präsident Wiktor Juschtschenko angeführt wird, schickt alle Mitarbeiter der regionalen Exekutivkomitees, einschließlich ihrer Leiter, in unbezahlten Urlaub. Der Zeitung “Delo” liegt ein Brief vor, der vom Zentralkomitee der NSNU an die Funktionäre in den Oblasten verschickt wurde und in dem die Notwendigkeit die leitenden Organe für 15 Tage aufzulösen mitgeteilt wurde.

Gemäß dem Dokument hat “Unsere Ukraine” Verbindlichkeiten bei den Gehältern der Mitarbeiter der Exekutivkomitees und sie ist ebenfalls nicht in der Lage die Steuer- und Mietzahlungen aufzubringen. Wenn die Finanzprobleme nicht bis zum 1. April gelöst werden, dann verspricht das Zentralkomitee der Partei “Maßnahmen im Rahmen der Normen der geltenden Gesetze zu ergreifen”.

Wie der Direktor des Rechtsberatungsunternehmens “Euroconsulting”, Wadim Nastojaschtschij erläuterte, sieht in diesem Fall das Gesetz die Verkündung der Liquidation der juristischen Person und den Verkauf des Eigentums für die Begleichung der Schulden vor. Falls die NSNU keine Möglichkeit der Auszahlung der Gehälter findet, kann sie die Mehrzahl der Mitarbeiter der Exekutivkomitees entlassen, diese lediglich auf dem Papier existieren lassend. In jedem Fall wird die Verbindung zwischen dem Zentralapparat und den lokalen Zellen verloren gehen, was faktisch die Einstellung der Existenz der Partei als einheitlichem Organismus bedeutet.

Ein solches Szenario könnte in die Hände der Anhänger von Juschtschenko spielen, die eine Vereinigung der NSNU mit der Partei des Leiters der Präsidialverwaltung, Wiktor Baloga, unterstützen. Eine entsprechende Frage wurde bereits während des Kongresses von “Unsere Ukraine” am 17. Januar erhoben. Doch die Fusion fand hauptsächlich aufgrund des Widerstandes der regionalen Filialen der NSNU nicht statt.

Der kommissarische Vorsitzende des Zentralen Exekutivkomitees der NSNU, Alexander Ropotenko (der erwähnte Brief trägt seine Unterschrift), teilte “Delo” mit, dass sich die Finanzierungsprobleme der Partei schon einige Monate ziehen. Der Stellvertreter des Parteivorsitzenden, Sinowij Schkutjak, sagte seinerseits, dass er bei diesem Problem nicht auf dem neuesten Stand ist.

Dabei hatte in der letzten Woche der Pressedienst der NSNU einen offenen Brief an Juschtschenko mit der Bitte die Finanzprobleme zu lösen gesandt. “Bereits den vierten Monat zahlt die Partei ihren Angestellten keine Gehälter und im Zentralbüro wurden der Strom und die Heizung abgestellt. Beim zentralen Exekutivkomitee gibt es kein Telefon. Dabei können die Stellvertreter des Parteivorsitzenden, Sinowij Schkutjak und Jaroslaw Juschtschenko, keine konkrete Antwort bezüglich des weiteren Schicksals der Partei geben und raten dazu, sich an den Präsidenten zu wenden”, heißt es in dem Schreiben. Wie “Delo” von der Hauptredakteurin der Website der NSNU, Galina Platschinda, erzählt wurde, “haben wir bislang keine Antwort vom Präsidenten erhalten, doch, soweit der Brief am 7. März abgeschickt wurde und per Gesetz für eine Antwort ein Monat gewährt wird, hoffen wir weiter auf eine entsprechende Reaktion”.

Den Worten von Informanten bei der NSNU nach, begannen die Stockungen in der Finanzierung, nachdem auf dem Kongress am 17. Januar Wiktor Juschtschenko zum Vorsitzenden der Partei anstelle von Wjatscheslaw Kirilenko gewählt wurde. Letzterem, wie ein Informant bekräftigt, gelang es eine unterbrechungsfreie Finanzierung der Partei sicherzustellen, indem er Kontakte mit Vertretern des größeren Business hielt.

Außerdem, hat der Ausschluss von Nikolaj Martynenko, Alexander Tretjakow und einiger anderer Mitstreiter aus dem Parteivorstand sich auf die Finanzierung ausgewirkt. Tretjakow wird mit dem Chef der “Privat”-Gruppe, Igor Kolomojskij, in Verbindung gebracht, den man lange Zeit als einen der Hauptfinanziers von “Unsere Ukraine” nannte.

Natalja Gusenko

Quelle: Delo

Den täglichen oder wöchentlichen Newsletter abonnieren und auf dem Laufenden bleiben!

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 591

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)23 °C  Ushhorod25 °C  
Lwiw (Lemberg)22 °C  Iwano-Frankiwsk24 °C  
Rachiw22 °C  Jassinja21 °C  
Ternopil23 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)24 °C  
Luzk23 °C  Riwne23 °C  
Chmelnyzkyj23 °C  Winnyzja23 °C  
Schytomyr22 °C  Tschernihiw (Tschernigow)23 °C  
Tscherkassy24 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)26 °C  
Poltawa24 °C  Sumy22 °C  
Odessa26 °C  Mykolajiw (Nikolajew)24 °C  
Cherson31 °C  Charkiw (Charkow)25 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)28 °C  Saporischschja (Saporoschje)29 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)27 °C  Donezk31 °C  
Luhansk (Lugansk)31 °C  Simferopol35 °C  
Sewastopol26 °C  Jalta27 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“

„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“

„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.


„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“

Der Link zum Anbieter ist ja da.
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.
War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht" :-([smilie=dntknw.gif]

„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“

„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“

„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“

„Kein Zoll. Du musst an sich nur sagen dass das privat ist und du nicht damit handeln willst. So lange das nicht Originalverpackt ist und ersichlich das nicht neu sollte es keine Probleme geben“

„Hallo Leute, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Anfrage. Ich möchte 4 Umzugskartons mit gebrauchter Straßen Kleidung bei der Einreise in die Ukraine mitnehmen. Es ist gebrauchte Kleidung...“

„Wir sind mit unserem Wohnmobil, wie geplant am Montag 15.6. in Krakovets rüber. Sehr zeitig los gegen 5 Uhr in der Früh. Mit sehr sehr wenig Verkehr, super bis zur Grenze. Nur 8 PKW vor der Schranke....“

„Gestern 6 Stunden warten vor der Grenze Richtung Polen in Krakowez mit dem Kleinbus. Abfertigung ging dann schnell da auch Passagiere mit EU-Pass dabei waren“

„Bin am Montag 15.6.26 um 8 Uhr in Urgyniw ausgereist, das erste Mal an einem Montagmorgen ca. 15 Fahrzeuge vor mir, bin sonst der Erste oder Zweite, egal, nach ca 20 Minuten wurde dann die nächste Welle...“