Wie dem “Kommersant-Ukraine“ bekannt wurde, plant Dmitrij Firtasch bereits nicht mehr zum einzigen Aktionär der „Nadra“ Bank zu werden und führt Verhandlungen mit seinen russischen Partnern über Investitionen in diesem Institut. Bei der „Nadra“ Bank und der NBU (Nationalbank der Ukraine) meint man, dass die Verhandlungen im Verlaufe von drei Wochen enden werden und bei der Bank ein neuer Eigentümer auftaucht. Experten meinen, dass dafür, um die „Nadra“ wiederherzustellen, Firtasch eine Begünstigung durch den Staat erreichen wird und in die Bank die Konten der Erdöl- und Erdgasgesellschaften überführt werden.
Die Zwangsverwalterin der „Nadra“ Bank, Walentina Shukowskaja, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ mit, dass die Entscheidung der Frage zum Eintritt eines neuen Investors in die Bank im Verlaufe der nächsten drei Wochen fallen wird. Eine analoge Frist nannte dem “Kommersant-Ukraine“ auch der Stellvertreter des Vorsitzenden der NBU, Wassilij Passitschik. Dabei beabsichtigt der Besitzer der Group DF, Dmitrij Firtasch, bereits nicht mehr das Probleminstitut eigenständig zu sanieren. „Er erhebt keinen Anspruch auf 100% der Bank und zieht die Möglichkeit in Betracht sich als einer der Aktionäre an der Kapitalisierung zu beteiligen“, betonte Walentina Shukowskaja gegenüber dem “Kommersant-Ukraine“. „Es wurden unterschiedliche Investitionskonstruktionen untersucht, in denen er sich mit Geldern unter Berücksichtigung der Geber derselben beteiligen sollte. Doch die Frage der Variante der Kapitalisierung ist bislang nicht entschieden worden“. Sie versicherte dem “Kommersant-Ukraine“, dass ukrainische Unternehmen Partner von Firtasch sind. „Doch es könnte auch ein gänzlich anderes Konsortium sein“, fügte die Verwalterin hinzu.
Ein Informant des “Kommersant-Ukraine“ im Bankenmarkt, der mit der Situation bei der „Nadra“ Bank vertraut ist, bestätigte, dass Dmitrij Firtasch Verhandlungen mit seinen russischen Kollegen im Erdöl- und Erdgasbusiness führt. „Dmitrij Firtasch tritt als Mittelsmann auf, genauso wie die Kljujew Brüder mit der PromInvestBank arbeiten, in die sie die WneschEkonomBank hineinführten“, sagte er. „Seine Partner sollten noch bis zum 6. April die Entscheidung fällen, wer von ihnen als ‘Investorengesicht’ auftritt, doch bislang hat man sich nicht geeinigt. Wenn sie in die Bank eintreten, dann werden sie in diese die (Geld-)Ströme der NAK (Nationalen Aktiengesellschaft) ‘Naftogas Ukrainy’ hineinbringen und die Bank wird schnell auf die Beine kommen“. Seinen Worten nach haben die Strukturen der Partner von Firtasch bereits 2/3 der Außenschulden der „Nadra“ aufgekauft, um deren Restrukturierung in ihrem Interesse durchzuführen.
Probleme bei der „Nadra“ Bank traten am Anfang der Krise auf. Diese erhielt eine Refinanzierung der NBU über 3,1 Mrd. Hrywnja, von denen ein großer Teil in die von den Besitzern kontrollierten Strukturen ging (dagegen wurden Strafverfahren eingeleitet). Informanten des “Kommersant-Ukraine“ bei der NBU bekräftigen, dass der Chef der Nationalbank, Wladimir Stelmach, Dmitrij Firtasch anbot als Person eines Konsortiums aufzutreten, welches das Probleminstitut saniert und nach der Zustimmung des letzteren gab er weitere 4 Mrd. Hrywnja Refinanzierung gegen persönliche Garantien des Geschäftsmanns aus. Doch nach den Anschuldigungen von Expremierin Julia Timoschenko gegenüber Dmitrij Firtasch, die „Nadra“ Bank in den Bankrott zu führen, verstärkte sich der Mittelabzug der Anleger aus der Bank und aus dem Institut verschwanden viele Manager.
Daher sind Experten überzeugt davon, dass sich für die „Nadra“ kein strategischer Investor interessiert, dessen Geschäft in keinster Weise mit dieser Bank in Verbindung steht. „Das Image der Bank ist zerstört, alle die konnten, haben ihr Geld abgezogen. Ich bezweifle, dass die Bank für einen seriösen Player bei der Höhe der Investitionen, die zu tätigen sind, interessant sein könnte“, sagte der Direktor der Investitions- und Bankenabteilung der Investmentfirma Dragon Capital, Maxim Nefodow. Der Präsident des Ukrainischen Analysezentrums, Alexander Ochrimenko, vermutet, dass Firtasch jetzt eine Vorzugsbehandlung von Seiten des Staates erreichen wird, der die Anleger der „Nadra“ eigenständig auszahlt. “Firtasch denkt sicherlich, dass wenn er in die Bank eintritt, dann soll diese billig für ihn sein und er muss nicht für die Einlagen aufkommen. Er könnte russische Investitionen für eine Gesundung der Bank anlocken. Doch falls die Konten der Erdöl- und Erdgasfirmen in die Bank gezogen werden, dann könnte sie theoretisch schnell einträglich werden.”
Ruslan Tschornyj
Quelle: Kommersant-Ukraine


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