Der Produktionsrückgang in der Industrie lag 2009 in der Ukraine bei 21,9% und wurde zu einem der schlechtesten Werte nach dem Zerfall der UdSSR. Die Beibehaltung der Nachfrage nach den Produkten der ukrainischen Metallindustrie und des Maschinenbaus könnte 2010 ein Wachstum der Industrie von fast 10% gewährleisten, sagen Experten. Doch das Vorkrisenproduktionsniveau zu erreichen, wird erst 2011 gelingen.
Das Volumen der Industrieproduktion verringerte sich 2009 um 21,9% teilte gestern das Statistikamt mit. Derart zieht sich die Rezession bereits das zweite Jahr in Folge (der Rückgang im Jahr 2008 betrug 3,1%). Ein noch härterer Rückgang in der Industrie wurde nur in den Jahren 1992 und 1994 festgestellt – um jeweils 26,4% und 27,3%. Dabei erwies sich das Tempo des Rückgangs als höher, als von Experten erwartet. Anfang 2009 prognostizierten sie einen Produktionsabfall um 12-16% (Ausgabe des „*Kommersant-Ukraine*“ vom 16. Januar 2009).
Im Dezember wurde den zweiten Monat in Folge positive Werte der Industrietätigkeit im Vergleich zu den analogen Perioden des Jahres 2008 festgestellt, doch das Wachstumstempo verringerte sich im Dezember von 8,6% auf 7,4% im Dezember. Positive Werte wurden in sieben Branchen gemessen, die höchsten in der Metallindustrie (+27,3%) und der Holzverarbeitung (+22,1%). Übrigens nicht eine der Branchen konnte für das Gesamtjahr positive Werte ausweisen. Der geringste Rückgang wurde bei der Produktion von Koks und der Erdölverarbeitung festgestellt (-3,2%), was mit dem starken Abschwung 2008 in Verbindung steht – -21,4%. In der Lebensmittelverarbeitung betrug der Rückgang 6,1% aufgrund der Verringerung des Realeinkommens der Bevölkerung.
Bedeutend schlechtere Werte wiesen die Schlüsselindustrien auf: Metallindustrie (-26,6%) und der Maschinenbau (-45,1%). „Eine Verbesserung der außenwirtschaftlichen Situation haben wir am Anfang des II. Halbjahre verspürt. Eine weitere Konjunkturverbesserung erwarten wir im I. Quartal 2010. Doch langfristige Prognosen sind schwierig, wir haben nicht einmal einen Jahreswirtschaftsplan erstellt. Der in den letzten zwei Wochen einsetzende starke Preisanstieg bei Metall freut und beunruhigt uns“, sagte der Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden des Mariupoler Metallkombinates namens Iljitsch, Sergej Matwijenkow.
Der Präsident der Industriegruppe UPEK (Ukrainskaja Promyschlennaja Energetitscheskaja Kompanija), Anatolj Girschfeld, erwartet 2010 einen minimales Wachstum des Maschinenbaus um 2-3%. „Wir haben gute Prognosen beim Eisenbahntransport, im II. Halbjahr sollte er auf das Vorkrisenniveau gelangen. Ebenfalls gute Perspektiven gibt es im Werkzeugmaschinenbau und der Produktion von Elektrotechnik. In anderen Branchen, beispielsweise dem landwirtschaftlichen Maschinenbau, erinnert die Situation an den ungleichmäßigen Puls eines Schwerkranken“, sagte er. Bedeutend schlechter ist die Situation in der Chemiebranche (Rückgang 2009 um 23,2%) – der Preisanstieg für Importgas macht die ukrainische Chemieproduktion gegenüber den russischen Unternehmen konkurrenzunfähig.
Für das Gesamtjahr 2010 erwarten Experten einen Anstieg der Industrieproduktion um bis zu 10%. „Die Wiederherstellung der Nachfrage nach Produkten der Metallindustrie und des Maschinenbaus sichert das Wachstum der Industrie im Bereich von 7-10%“, betont Nikita Michajlitschenko, Analyst bei der Investmentfirma Concorde Capital. „Auf die positiven Ergebnisse übt die niedrige Vergleichsbasis des Jahres 2009 einen Einfluss aus. Die Beibehaltung der Weltnachfrage erlaubt es ein Industriewachstum im Bereich von 5% im besten Fall von bis zu 10% zu erreichen. Die Situation könnte von der Wiederaufnahme der Kreditvergabe an die Wirtschaft verbessert werden, doch wahrscheinlich ist, dass der Einfluss dieses Faktors erst im Jahre 2011 bemerkbar sein wird“, präzisiert Irina Piontkowskaja, Ökonomin bei der Investmentfirma „Troika Dialog Ukraina“. Aufgrund des Abschwungs des Jahres 2009 fielen die Werte der Industrieproduktion der Ukraine unter die Werte der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Das Niveau von 1990 konnte die Industrie 2006 übertreffen – damals betrug es 100,8%. Unter Berücksichtigung des Rückgangs der Jahre 2008 und 2009 verringerte sich dieser Wert jetzt auf 84,1%. Die bescheidenen Wachstumserwartungen der Wirtschaft erlauben es das sowjetische Niveau erst im Jahre 2011 wieder zu erreichen.
Jurij Pantschenko
Quelle: Kommersant-Ukraine


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„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Nur Ihr BG wird gekürzt, wie viel weiß ich nicht. Erkundige Dich mal in diese Richtung.“