FacebookXVKontakteTelegramWhatsAppViber

Israelische Regierung beschließt Aufhebung der Visapflicht für Ukrainer

Die Regierung Israels unter Führung von Benjamin Netanjahu hat gestern mit der Mehrzahl der Stimmen die Entscheidung zur Aufhebung des Visaregimes gegenüber der Ukraine getroffen. Die Gegner dessen konnten die israelischen Minister nicht davon überzeugen, dass die Ukraine ein problematischer Staat mit einer instabilen politischen Situation ist. Übrigens wird die Visafreiheit nicht vor Herbst dieses Jahres in Kraft treten. In Israel rechnet man mit einer mehrfachen Erhöhung des Touristenstroms aus der Ukraine, doch die ukrainischen Reiseveranstalter betonen, dass der Zufluss unbedeutend sein wird.

Am Sonntag hat das Ministerkabinett Israels mit der überwiegenden Mehrheit der Stimmen – 24 von 31 auf der Sitzung anwesenden Ministern – der Aufhebung des Visaregimes mit der Ukraine zugestimmt. Als Initiator der Einführung der Visafreiheit trat Israel auf. Noch am 14. Februar hatte Premierminister Benjamin Netanjahu das Außenministerium angewiesen Verhandlungen mit der Ukraine zu beginnen – sich auf eine vollständige oder teilweise Aufhebung der Visagebühr für nach Israel einreisende Bürger der Ukraine zu einigen (die Konsulargebühr für den Erhalt israelischer Visa beträgt 17 Dollar und für Israelis kosten Visa in die Ukraine zwischen 30 und 80 Dollar). Lobbyisten dieser Initiative wurden die Führer der Partei „Unser Haus Israel“, der Außenminister Avigdor Lieberman und der Tourismusminister Stas Misezhnikov, und Hauptgegner der Aufhebung der Visapflicht für die Ukraine war der Innenminister und Führer der ultrareligiösen Shas Partei, Eli Yishai. Seiner Meinung nach existiert in der Ukraine ein entwickelter Menschenhandel und Prostitution ist verbreitet (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 15. Februar).

Von der Unzuverlässigkeit der Ukraine sprach Eli Yishai auch gestern. Im Verlaufe der Regierungssitzung verwies er auf die Berichte internationaler Organisationen, die vom hohen Kriminalitäts- und Korruptionsniveau in der Ukraine und ihrer politischen Instabilität zeugen. Zur gleichen Zeit legte der Minister für öffentliche Sicherheit, Yitzhak Aharonovich, dem Kabinett einen Bericht vor, aus dem folgt, dass nach der Aufhebung des Visaregimes für Russland Anfang 2009 in Israel kein einziger Krimineller eintraf und sich die Prostitution spürbar verringerte. Davon, dass man in Israel keine erhöhten Migrantenströme zu befürchten braucht, ist man auch in der Ukraine überzeugt. „Arbeitsplätze gibt es in Israel weniger, als in den EU-Ländern, wo die Wirtschaft entwickelter ist. Bewaffnete Konflikte, ein einziges Staatsvolk, die nicht sehr hohen Löhne und die territoriale Entfernung des Landes erklären, dass man aus der Ukraine nicht unbedingt danach strebt nach Israel zu gelangen“, erläuterte dem “Kommersant-Ukraine“ der Spezialist des Internationalen Zentrums für Zukunftsforschungen, Maxim Boroda.

Gestern bezeichnete Misezhnikov nach der Regierungssitzung die Aufhebung des Visaregimes für die Ukraine als „wichtigen diplomatischen und ökonomischen Erfolg für Israel“. „Die Initiative, die anfänglich nur wenige ernst nahmen, bringt bald erhebliche Mittel in die Staatskasse, schafft tausende Arbeitsplätze und erhöht die kulturellen Verbindungen Israels mit einem weiteren europäischen Land“, erklärte der Tourismusminister. Der Presseattache des israelischen Tourismusministers, Amion Lieberman, erzählte dem “Kommersant-Ukraine“, welche Wechsel man bei der touristischen Behörde erwartet: „2009 wurde Israel von etwa 73.000 Touristen aus der Ukraine besucht. Im Verlaufe des ersten Jahres nach Inkrafttreten des Vertrages werden mehr als 200.000 Touristen erwartet und ebenfalls eine Verdoppelung des Touristenstroms aus Israel in die Ukraine“.

Die Prognosen der ukrainischen Reiseveranstalter sind nicht so optimistisch. Der Generaldirektor von „TUI Ukraina“, Wladimir Schtschupak vermutete, dass die Aufhebung des Visaregimes den Strom ukrainischer Touristen nach Israel um 20-30 Prozent erhöht. „Visa sind immer eine kleinere Einschränkung, doch eine starke Erhöhung der Exkursionstouren nach Israel wird nach der Aufhebung kaum stattfinden. Nachdem Israel das Visaregime mit Russland aufhob, verdoppelte sich der Zustrom russischer Touristen, doch ist die Ukraine wirtschaftlich weniger entwickelt“, betonte Schtschupak.

Gleichzeitig erinnerte der Generaldirektor der „TUI Ukraina“ daran, dass die Aufhebung des Visaregimes keinen Verzicht auf die Vorlegung von Dokumenten bedeutet, welche die Zahlungsfähigkeit der Touristen bestätigt, die in Israel eintreffen. „Bei der Überschreitung der Grenzen wird man wahrscheinlich eine Hotelbuchung, eine Krankenversicherung und ein Rückflugticket als Minimum vorweisen müssen“, erklärte Wladimir Schtschupak dem “Kommersant-Ukraine“.

Oleg Woloschin, Direktor der Abteilung für Informationspolitik des Außenministeriums der Ukraine, ist überzeugt, dass die Aufhebung des Visaregimes zwischen den Staaten „das Resultat großer Anstregungen ist, die von der ukrainischen und israelischen Diplomatie unternommen wurden“. „Die Beseitigung einer solchen Barriere für die Bürger, wie die Aufhebung der Visapflicht wirkt sich fraglos günstig auf die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder aus“, unterstrich Woloschin. „Kiew unterhält traditionell freundschaftliche und partnerschaftliche Beziehungen mit Israel. Und die Aufhebung der Visapflicht ist nur ein Instrument, um das Schlüsselziel zu erreichen: die Erhöhung des Handelsumsatzes und der Touristenströme“.

In Israel wird die Frage der Aufhebung der Visapflicht vom gestrigen an, als gelöst betrachtet. Doch kann man nicht darauf zählen, bereits in diesem Sommer nach Israel ohne Visum zu gelangen. In der nächsten Zeit steht die Unterzeichnung von bilateralen Verträgen zwischen den Außenministerien der beiden Länder an, danach müssen diese in den Parlamenten Israels und der Ukraine ratifiziert werden und erst drei Monate später tritt diese in Kraft. „Wir hoffen sehr, dass unsere Landsleute vom Herbst an ohne Visum nach Israel reisen können“, sagte Woloschin, „und zählen darauf, dass die Aufhebung der Visapflicht für die Ukrainer durch Israel zu einem entsprechenden Signal für die Europäische Union wird“.

Lew Kagan, Julia Rjabtschun

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 851

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Benachrichtigungen über neue Beiträge gibt es per Bluesky, Facebook, Google News, Mastodon, Telegram, X (ehemals Twitter), VK, RSS und täglich oder wöchentlich per E-Mail.

Artikel bewerten:

Rating: 3.0/7 (bei 2 abgegebenen Bewertungen)

Neueste Beiträge

Kiewer/Kyjiwer Sonntagsstammtisch - Regelmäßiges Treffen von Deutschsprachigen in Kiew/Kyjiw

Karikaturen

Andrij Makarenko: Russische Hilfe für Italien

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)2 °C  Ushhorod3 °C  
Lwiw (Lemberg)1 °C  Iwano-Frankiwsk1 °C  
Rachiw-1 °C  Jassinja0 °C  
Ternopil0 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)2 °C  
Luzk1 °C  Riwne0 °C  
Chmelnyzkyj0 °C  Winnyzja0 °C  
Schytomyr1 °C  Tschernihiw (Tschernigow)1 °C  
Tscherkassy2 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)1 °C  
Poltawa0 °C  Sumy0 °C  
Odessa5 °C  Mykolajiw (Nikolajew)3 °C  
Cherson4 °C  Charkiw (Charkow)2 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)3 °C  Saporischschja (Saporoschje)4 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)2 °C  Donezk5 °C  
Luhansk (Lugansk)3 °C  Simferopol5 °C  
Sewastopol7 °C  Jalta6 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Mehr Ukrainewetter findet sich im Forum

Forumsdiskussionen

„Falls dann da eine Erweiterung der APP kommt oder was neues, werde ich natürlich ausprobieren und dann berichten. Hab mir jetzt mal die APP geholt, derzeit funktionieren ja nur Busse und LKW, im Grunde...“

„Ich vermute Geldmacherei! Immerhin kostet die bescheuerte Karte über 1000 Hrivnas+ Krankenversicherung für 2000 Hrivnas und ungefähr 300 Euro Absicherung beim Ernstfall, die aber kein Arzt der Ukraine...“

„Bekannte (UA) ist gestern gegen 17 Uhr wieder in Korczowa eingereist - ca. 1h“

„Bin gestern Nachmittag um 15.00 Uhr Kiewzeit am Grenzübergang Zosin / Ustiluh eingereist. 12 PKW in der Schlange nach ca. 20 Minuten war ich im Grenzbereich, da erstmals die EU Spur nur EU Kennzeichen,...“

„Gestern ist ein Bekannter (Ukrainer) über Krakowez mit dem Auto ausgereist. 1h vor der Grenze und 0,5h im Grenzbereich“

„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Womöglich keine gute Idee. Unser Sozialamt z. B. wollte die Nebenkosten in einer ähnlichen Situation detailliert...“

„Weshalb wollt ihr zusammenziehen, wenn Deine Rente nicht reicht? Du kannst diese Frau nicht ernähren? Dann ist sie doch bisher besser dran, hat ihr Bürgergeld und Wohnraum etc., Krankenversicherung hat...“

„Sie kann als Untermieterin bei Dir einziehen dadurch bildet Ihr keine Bedarfsgemeinschaft. Nur Ihr BG wird gekürzt, wie viel weiß ich nicht. Erkundige Dich mal in diese Richtung.“

„Wenn die Ukrainer/innen schon einen Flüchtlingsstatus haben, ist ein weiterer Status als Flüchtling in Europa nicht mehr möglich. Es zählt das Erstaufnahmeland. In Deutschland wird sie dann nicht mehr...“

„Was soll der Quatsch wieder? Der Krieg noch voll im Gange, aber schon wird wieder an solchem Zeug raumgemacht. Haben die keine anderen Probleme?“

„Mittlerweile sind wieder Blockposten bei Korczowa bzw. Krakovez. Am letzten Dienstag jedenfalls wurde ich angehalten im Wald kurz vor der Grenzkontrolle. Wahrscheinlich brauchen sie wieder Männer an deren...“

„ Heute 10:30 Einreise in Urgyniw, waren bis Ende 40 Minuten, also sehr stabil, Montag, diese Uhrzeit...das läuft.
Heute wurde ich nach der polnischen "Endkontrolle" zur weiteren Kontrolle in die Garage eingeladen, hat mich mit Wartezeit, andere waren vor mir dran, genau eine 1h gekostet. Seit happens! Zu früh über die 40 Minuten gefreut.

Vielleicht mal noch eine Info, man fährt in d3n Zollbereich ein, es liegen dann 5 bis 6 Spuren vor einem, offensichtlich ist dann die Spur wo "alle" stehen, die ist ca. In der Mitte. Die EU Spur ist links davon, es gibt ein Leuchtzeichen (Leuchtreklame) über der Spur, die ist nur kaputt und man gerade noch das EU Symbol etc. erkennen. Dann passt das. Der PKW ist entscheidend, es dürfen dann auch Ukrainer im PKW sitzen.


„Einreise als Flüchtling, bedeutet......., nicht als Deine zukünftige Frau, bist dann erst einmal ihr Vermieter, mehr Hilfestellung gibt es jetzt aber nicht mehr.“

„Gehe auf das Ausländeramt Deiner Gemeinde und erkundige Dich, kann ja sein ich irre mich, derzeit können Ukrainer als Flüchtlinge einreisen und unterliegen dem Paragraphen 24, aufgtund dessen läuft...“

„Grundsätzlich könnte ich die Sachen mit in die Ukraine nehmen, bis Luzk, ABER Der Zoll und die Einfuhr muss geklärt sein und die Kosten und daran wird es wohl scheitern!“

„Jetzt lief gestern um 23:30 Uhr alles wie geschmiert in Ustyluh/Zosin, Einreise UA in ca. 50 Minuten. Dieses Mal die Polen schnell 3 PKW, bei den Ukrainern länger, 2 Busse und sonst ein paar Fahrzeuge,...“

Newsletter jeden Morgen

Sie möchten täglich über Neuigkeiten auf der Seite benachrichtigt werden? Dann ist vielleicht ein Kurzüberblick mit den wichtigsten Beiträgen der vergangenen 24 Stunden für Sie interessant. Der Versand erfolgt jeden Tag 6.00 Uhr morgens.




Nach dem Eintrag Ihrer E-Mailadresse erhalten Sie eine E-Mail zum Bestätigen Ihrer Adresse und können dann die Eintragung abschließen (so genanntes "Double Opt-In-Verfahren"). Ihre E-Mailadresse wird dabei nur auf unserem Server in Deutschland gespeichert und nicht an Dritte übermittelt.