Präsident Wiktor Juschtschenko hält eine mögliche Wiederbelebung des Visazwanges für die Bürger der Europäischen Union nicht für möglich und ist überzeugt, dass Russland einer Revision der Gasverträge zustimmen wird. Dies erklärte er gestern im Laufe einer Pressekonferenz für landesweite und regionale Massenmedien. Außerdem bekräftigte das Staatsoberhaupt seine Absicht erneut für den Präsidentenposten zu kandidieren.
Im Ukrainischen Haus fand gestern Abend eine weitere “große Pressekonferenz” von Wiktor Juschtschenko statt. Derartige Veranstaltungen führt das Staatsoberhaupt regelmäßig durch, ein bis zweimal im Quartal, und traditionell werden diese direkt von einigen landesweiten Fernsehsendern übertragen. Wie früher auch, wurden diese in der Prime-Time organisiert – Juschtschenko begann seine Unterhaltung mit den Journalisten um 19:00 Uhr. Übrigens, die gestrige Veranstaltung unterschied sich von vorherigen Pressekonferenzen des Präsidenten. Vorher stellte ihm seine Pressesprecherin, Irina Wannikowa, den Löwenanteil der Fragen, was Kritik von Seiten der Journalisten hervorrief; gestern verzichtete der Pressedienst auf diese Praxis und man gewährte ausschließlich Pressevertretern das Recht mit dem Staatsoberhaupt zu reden.
Der Hauptteil der Fragen an Wiktor Juschtschenko betraf die Innenpolitik. Das Staatsoberhaupt wurde gefragt die Erklärungen zu kommentieren, die es vorher im Interview mit dem “Kommersant-Ukraine“ machte (Ausgabe vom 15. April; Juschtschenko: Hinter mir stehen Millionen Menschen), zur gleichzeitigen Durchführung von Präsidentschafts- und Parlamentswahlen und zur Absicht die Rada aufzulösen. Juschtschenkos Worten nach, hat sich seine Position in den letzten Tagen nicht geändert – er ist überzeugt, dass es im aktuellen Parlament keine legitime Mehrheit gibt, doch wird er vor einer Entscheidung des Verfassungsgerichts keine scharfen Schritte unternehmen und die Rada auflösen. Wie bekannt ist, wird derzeit beim Verfassungsgericht seine Eingabe/Auffassung zur Beachtung der Verfassung durch die Parlamentsmehrheit im Teil der Bildung des Ministerkabinetts untersucht (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 3. und 13. April). “Man muss sich nicht von Zweckmäßigkeit, sondern von Gesetzmäßigkeit (bei der Fällung der Entscheidung zu einer Auflösung der Rada) leiten lassen”, betonte Wiktor Juschtschenko.
Neuigkeiten wurden erst verkündet, als der Präsident auf die außenpolitischen Fragen zu antworten begann. Insbesondere dementierte das Staatsoberhaupt die mehrfachen Äußerungen der Leitung des Präsidialamtes darüber, dass die Ukraine die Möglichkeit einer Wiederbelebung der Visapflicht für Bürger der Europäischen Union untersucht. Erinnern wir uns daran, dass man im Präsidialamt der EU mit der Einführung des Visazwanges in dem Fall drohte, wenn die Europäische Union nicht das Visaregime für die Ukrainer liberalisiert (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 27. März). Wie das Staatsoberhaupt bekräftigte, wird diese Möglichkeit nicht ernsthaft in Betracht gezogen, da dieser Schritt dem Lande mehr Schaden als Nutzen bringt. Wiktor Juschtschenko erinnerte daran, dass nach der Aufhebung des Visaregimes die Ukraine 2,7 mal mehr Europäer besuchten, als im Jahr 2004. “Die Tatsache des Aufenthalts eines beliebigen europäischen Touristen, Diplomaten oder Politikers bringt der Ukraine mehr, als die Konsulatseinnahmen (im Fall des Visazwanges)”, erläuterte Juschtschenko. “So brauchen wir nicht vom Erreichten zurückweichen. Es ist nicht nötig zu streiten und irgendwelche repressiven Schritte zu unternehmen. Ich bin überzeugt davon, dass uns dies nur schadet.”
Die gegenseitigen ukrainisch-russischen Beziehungen kommentierend, rief Wiktor Juschtschenko die Ukrainer dazu auf den Zustand der beiderseitigen Beziehungen nicht zu dramatisieren. “Neben sie die Geschichte der Beziehungen Russlands zu Litauen, Lettland, Estland, Weißrussland, Georgien und Aserbaidschan. Einfache Beziehungen (mit Russland) hat keiner. Daher muss man nicht die Eindruck machen, dass unsere bilateralen Beziehungen irgendwie tragisch aussehen”, forderte Juschtschenko auf.
Gesondert hob der Präsident hervor, dass er an eine erfolgreiche Lösung der schwierigsten Fragen der ukrainisch-russischen Beziehungen glaubt – die Gasfrage. Ein weiteres Mal unterstreichend, dass das Abkommen zur Lieferung und zum Transit des russischen Gases unvorteilhaft für die Ukraine ist, versuchte Wiktor Juschtschenko zu beweisen, dass sie auch nicht vorteilhaft für Russland sind. “Für Europa ist die Stabilität der Lieferungen wichtig. Die Ukraine und Russland müssen buchstäblich vor Stabilität strotzen! Wenn dies nicht der Fall ist, dann werden fraglos Varianten (der Lieferung von Gas in die EU) auftauchen, die nicht zum Nutzen der Ukraine und nicht zum Nutzen von Russland sind. Und die Vereinbarungen, die im Januar erreicht wurden, lösen die Probleme nicht, sondern klonen diese nur. Wenn früher die Probleme im Dezember aufkamen, dann muss man diese derzeit jeden Monat lösen … Dies wird jede Regierung dazu anregen, die vertraglichen Beziehungen zu vervollkommnen”, ist sich das Staatsoberhaupt sicher.
Sergej Sidorenko
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“