Der Gaskonflikt zwischen der Ukraine und Russland, der lange und sorgfältig von unserem nördlichen Nachbarn (d.h. Russland) vorbereitet wurde, ist zu Ende. Dieser Streit wurde mit einem taktischen Kompromiss beendet, den jede Streitpartei immer noch als eigenen Sieg in ihren Massenmedien darstellen wird.
Letztendlich hat niemand den absoluten Sieg davongetragen und es ist unnötig weiter ins Detail zu gehen. Viel wichtiger ist ein anderer Aspekt.
Dieser Konflikt beleuchtete drei wichtige Momente:
- Unter der Bedingung einer konsolidierten Regierungsposition kann die Ukraine, auch ohne internationale Hilfe, der Erpressung im Energiebereich einen adäquaten Widerstand leisten.
- Die Staatsmacht hat sich wieder im Informationskrieg sowohl innerhalb des eigenen Landes als auch auf der europäischen Ebene als unzulässig schwach erwiesen.
- Im Endeffekt hat die Exekutive der Ukraine bei den Verhandlungen in Moskau die taktischen Vorteile bevorzugt und zugleich Zeit gewonnen, somit hat sie aber ihr strategisches Interesse in den Hintergrund gedrängt.
Die Ukraine hat Zeit gewonnen. Diese Pause stellt eine vorübergehende Lösung dar und kann alleine das Problem der Energieabhängigkeit der Ukraine nicht lösen. Dieses kann nur gelöst werden, wenn die ukrainische Regierung eine nationale Strategie im Bereich der Energieversorgung erarbeitet und zielbewusst vollzieht.
Wenn wir uns wieder beruhigen und mit einer zeitweiligen Problemverdrängung zufriedenstellen, statt effizient zu handeln, dann stoßen wir nächsten Winter auf dasselbe Problem, bloß im größeren Ausmaß. Die Wirtschaftskrise endet über kurz oder lang und die Preise für die Energieressourcen werden wieder steigen.
Die Ukraine kann die Gaserpressungsgefahr für immer beseitigen, indem sie den Verbrauch vom importierten Gas reduziert. Im Laufe von einem Jahr ist es realisierbar – durch schwere Arbeit realisierbar – den jetzigen Gasverbrauch zu halbieren. Technologisch ist es machbar – unter der Bedingung einer effektiven Mobilisierung des ganzen Landes.
Dafür ist es notwendig:
- ein staatliches Programm für die Wärmeenergetik einzuführen, das den Übergang vom Gas zu alternativen Technologien mit Verarbeitung von Kohle und Heizöl reglementiert;
- unter der gleichen Voraussetzung die zweckmäßige Modernisierung von Unternehmen im Metallurgie- und Energiebereich anzureizen;
- Wärmeversorgungssysteme im öffentlichen Sektor zu modernisieren;
- Bevölkerung, Einrichtungen und Unternehmen zwingend dazu zu bringen, in der Wärmehaltung bzw. im Wärmeverbrauch das Niveau der europäischen Standards zu erreichen.
In der mittelfristigen Perspektive muss der maximal mögliche Übergang zur zentralisierten Elektroheizung vollzogen werden.
Außerdem hat die Realität gezeigt, wie wichtig eine ausreichende Gasreserve für die Winterzeit ist. Dementsprechend sollte dringend ein Gesetz verabschiedet werden, das zur Schaffung einer dreimonatigen Energiestaatsreserve verpflichten würde.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle mitwirken: Präsident und Ministerpräsident, Koalition und Opposition, Beamte, Gouverneure, Bürgermeister sowie Unternehmer und insbesondere – einfache Bürger. Diese Arbeit sollte zur Aufgabe werden, mit der sich alle auseinandersetzten und die zugleich unsere Nation vereinigte. Darin sehe ich das nationale Interesse der Ukraine – unser gemeinsames Interesse, sowie unsere Chance.
Taras Stezkiw, stellvertretender Chef der Fraktion „Unsere Ukraine – Nationale Selbstverteidigung“
22.01.2009
Quelle: Ukrajinska Prawda



Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“