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Vor uns liegt der dritte Majdan

Ein großer Denker des 20. Jahrhunderts bemerkte einmal: Die Aufgabe totalitärer Polizisten besteht nicht darin, Straftaten aufzudecken, sondern darin, in greifbarer Nähe zu sein, wenn die Staatsmacht eine bestimmte Kategorie aus der Bevölkerung festnehmen lassen möchte. Die Geschichte auf dem und um den Majdan erinnert daran, dass mit der Bemerkung des Weisen auch solche Polizisten gemeint sind, die sich um autoritäre Regenten kümmern.

Ja, um verschiedene Regenten und nicht nur um einen einzelnen. Die ukrainische Miliz hat nicht Wiktor Janukowitsch allein zusammengetrommelt, er nutzte lediglich die Vorarbeit seiner Vorgänger. Ja, es waren alle Präsidenten vor Janukowitsch und mit ihnen auch alle ihre aus dem Volk hervorgegangenen Abgeordneten und Gesetzgeber, die es in bester alter UdSSR-Tradition geschafft haben, schnell und sicher eine interne Armee mit hoher Truppenstärke zu gründen, deren einzige Aufgabe darin bestand, den Herrscher vor seinem erzürnten und protestierenden Volk zu schützen. Deshalb ist es umso beschämender, wenn man in den Fernseher guckt und dort die Bilder von den zahlreichen friedensstiftenden Runden Tischen sieht, an denen tiefsinnige Schlichter sitzen wie Krawtschuk, Kutschma und Juschtschenko. Ein bekannter europäischer Politologe merkte einmal an – so, wie die Friedensstifter sind, so ist auch der Frieden.

Die reale Macht beginnt dort, wo Geheimnisse auftreten. Dieses sowjetische Dogma haben die neuen, unabhängigen ukrainischen Regenten gut erfasst. Deshalb haben und konnten wir, die normalen Bürger, von der tatsächlichen Größe unserer internen Armee und den zahlreichen Soldaten und Offizieren in ihr gar nichts wissen. Obwohl – in einem normalen Staat würde so eine Information nicht der Kategorie Staatsgeheimnis zugeordnet werden. Heute wissen auch wir davon, aber nicht dank einer Entscheidung des Verfassungsgerichts oder der Bürgerbeauftragten. Das Tabu der Geheimhaltung hat der Majdan zerstört.

Der Majdan hat sich erschöpft. Es hat wohl so sein sollen, dass er gewinnt. Und dass die einst der Opposition zugehörigen Politiker an die Macht kommen, die das Spiel des unter-den-Teppich-kehrens meisterhaft beherrschen, mit einer Leichtigkeit Lügen und Protagonisten desselben Systems sind.

Sie, die neureichen Multimillionäre, hämmern uns mit Freude ein, dass gerade er, Wiktor Janukowitsch, “mit Absicht die ukrainische Armee zerstört, ihr die Waffen entzogen hat”. Die ehemaligen Minister unserer nicht mehr existierenden Verteidigung – die erst jetzt, nach dem Majdan, erfahren haben, wie gebrechlich die ukrainische Armee ist – plappern die Worte gern nach. Nach wie vor existiert ein Staatsorgan, das die nationale Moral bestimmt; das genauestens zwischen Gut und Böse unterscheidet. Prächtig unterhalten sich die Generäle mit der Presse, schustern sich dabei durchaus konkrete Zustände dank der Abwesenheit einer vergegenständlichten Grenze zusammen. So leben wir…

Der dritte Majdan liegt vor uns. Leider.

26. Mai 2014 // Semjon Glusman

Quelle: Lewyj Bereg

Übersetzerin:   Maria Ugoljew — Wörter: 456

Maria Ugoljew ist freischaffende Journalistin und Übersetzerin. Sie hat erst Slawistik, Kunstgeschichte sowie Musikwissenschaft in Greifswald und Brno studiert und dann bei einer Lokalzeitung volontiert. Heute lebt sie in Berlin.

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«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

«Schloss Pidhirzi ... DAS Märchenschloss .... so wie ich es mir als Kind immer vorgestellt habe. Verwunschen .... Dornröschen...»

«es war keine gute geste sondern der "vertriebenen gesetz" ermöglichte den russlanddeutschen nach deutschland zu kommen..zum...»

«Weiß nichts über die anderen westlichen Reproduktionskliniken, aber meine Ehefrau und ich haben eine Erfahrung in dem Kinderwunschzentrum...»

«Putin katapultiert sich alleine mit seiner Außenpolitik ins Abseits. Solange das so ist braucht man über ander unwichtige...»

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