Am Freitag fand eine außerordentliche Regierungskonferenz statt, die Fragen der Preisregulierung für medizinische Präparate gewidmet war. Die Regierung entschied dabei die Aufschläge im Großhandel auf 10% und im Einzelhandel auf 25% zu beschränken. In der Verteuerung von Arzneimitteln sieht Premierministerin Julia Timoschenko ein Komplott von “politischen Kräften”. Dabei versprach die Regierungschefin, dass, wenn der Preisanstieg nicht aufhört, sie diejenigen “beim Familiennamen” nennt, welche daran schuld sind.
Am Freitagabend rief Premierministerin Julia Timoschenko zum dritten Mal in der Woche zu einer außerordentlichen Sitzung der Regierung zusammen. Über die Durchführung wurde einige Stunden vorher informiert und die Minister erhielten die notwendigen Materialien nicht. In der Sitzungsordnung wurden drei Punkte aufgenommen: die Diskussion über Maßnahmen zur Überwindung der Finanzkrise, Fragen der Ordnung für staatliche Einkäufe und der Kampf mit dem Preisanstieg bei Arzneimitteln.
Die ersten beiden Fragen wurde in gekürztem Verfahren diskutierte – etwa 20 Minuten. Im Ergebnis wurden zwei Entscheidungsprojekte in der Art beschlossen, wie diese von den Ministerien für Finanzen und für Wirtschaft ausgearbeitet wurden. Das Kabinett bestätigte die Liste von Antikrisenmaßnahmen, welche aus 40 Punkten besteht und wird heute zur Durchsicht auf der Sitzung des Rates für Nationale Sicherheit und Verteidigung vorgelegt und die Anordnung “Zum Kauf von Waren und Dienstleistungen für staatliche Mittel” ebenfalls.
Das Hauptthema der Sitzung war der Preisanstieg bei Arzneimitteln.
“Wir haben uns heute mit Ihnen zu einer außerordentlichen Sitzung der Regierung ebendeshalb versammelt, dass, wie abgesprochen, wir auf bestimmte Krisenerscheinungen reagieren, welche uns das Leben diktiert. Und ebendeswegen möchte ich Ihnen mitteilen, dass buchstäblich mit dem gestrigen Tage ein absolut ungerechtfertigter, unerklärlicher, extremer Preisanstieg für Arzneimittel begann.”, erklärte Julia Timoschenko, die Sitzung eröffnend.
Ihren Worten nach, hat das Staatliche Komitee für Fragen der Preisbildung in der Tätigkeit von Großhändlern und Einzelhändlern, die Preise für Arzneien um 40-70% hochschraubend, Anzeichen von großen spekulativen Operationen festgestellt. Dabei teilte Premierin mit, dass sie bis zur Regierungssitzung eine Konferenz mit Arzneimittelimporteuren und Besitzern von Apothekennetzen durchgeführt hat, wonach sie sich an die Generalstaatsanwaltschaft wandte.
“Wir wissen, welche Parteien dahinter (dem Anstieg der Preise für medizinische Präparate) stehen, welche politischen Kräfte und wenn im Verlauf von drei bis vier Tagen diese sich nicht beruhigen, nenne ich die Namen der Politiker, welche das Kommando gaben, an der Not der Leute zu verdienen, an der Krise zu verdienen, ungerechtfertigterweise die Preis für medizinische Präparate erhöhend!”, sagte Timoschenko.
Den ungenannten politischen Kräften drohend, informierte die Premierin darüber, dass die Regierung gemeinsam mit Marktteilnehmern und den Staatsbanken eine Reihe von Initiativen zur Überwindung der “Apothekenkrise” ausgearbeitet hat.
“Das Staatliche Komitee für Fragen der Preisbildung, das Antimonopolkomitee (Kartellamt) und die Steuerverwaltung haben eine deutliche Aufgabe erhalten: Wenn im Verlaufe von drei Tagen eine Abweichung von der von uns beschlossenen Anordnung festgestellt wird und sich herausstellt, dass die Aufschläge über den Grenzen liegt, dann wird praktisch der gesamte Erlös (vom Verkauf der medizinischen Präparate) beschlagnahmt und die Apotheken werden geschlossen. Das wird sich bis dahin fortsetzen, solange sie keine richtigen Preise setzen.”, resümierte die Premierin.
Darüber, dass diese Initiative einstimmig von den Ministern unterstützt wurde, informierte Julia Timoschenko auf der zusammenfassenden Pressekonferenz. Ihren Worten nach, wurden insgesamt zwei Dokumente beschlossen. Eines dieser erweitert die Auflistung der Arzeimittelpräparate, welche unter die staatliche Regulierung mit einer Preisaufschlagsbegrenzung fallen. Im Großhandel sollte der Aufschlag maximal 10% betragen und im Einzelhandel 25%. Parallel dazu wurde der Zoll dazu angewiesen den Kontakt zu den Herstellern der Importpräparate einzurichten. “Der Zollwert an der Grenze wird auf dem Niveau festgelegt, welches die Hersteller geben.”,, erklärte die Regierungsleiterin.
Die zweite Anordnung betrifft, den Worten der Premierin nach, mehr die Qualität der Arzneimittelpräparate. Dieses Dokument stärkt die funktionalen Vollmachten der vor Kurzem eingerichteten Staatlichen Inspektion zur Kontrolle der Qualität der Arzneimittel.
Übrigens, sieht es so aus, als ob Julia Timoschenko davon ausging, dass dafür, das die angenommenen Entscheidungen bis zur Allgemeinheit vordringen, eine Regierungssitzung nicht genügt. Sonnabendmorgen führte sie eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem Leiter der Staatlichen Inspektion der Kontrolle der Qualität von Arzneimittelpräparaten, Gennadij Padalko und den stellvertretenden Vorsitzenden der Steuerverwaltung, der Preiskontrolle und des Staatsdienstes für Arzneimittel und medizinische Präparate durch. Dabei erklärte insbesondere Padalko, dass wenn die staatliche Regulierung früher lediglich 17% der auf dem Markt befindlichen Präparate betraf, dann nach der Sitzung des Ministerialkabinetts diese Liste auf 70% erweitert wurde.
Ein weiteres Ergebnis der Sitzung wurde die Anordnung zur Gründung eines einheitlichen Staatsregisters für medizinische Präparate mit vorgeschriebenen Grenzpreisen. Dabei wird jeder Importeur verpflichtet die Preisbildung des eingeführten Präparates zu deklarieren und dieses für eine Expertise im wissenschaftlichen Forschungszentrum zur Untersuchung der Qualität von Arzneimitteln, welches bei der Inspektion gegründet wird. Auf der Grundlage der Expertise werden Entscheidungen über die Zulassung von Präparaten auf den Markt und dessen Grenzpreis festgelegt.
“Das Register wird offen sein und jeder Bürger kann sich mit ihm bekannt machen. Alle Präparate werden sich in alphabetischer Ordnung mit ausgewiesenem Höchstpreis darin befinden. Billiger kann man es verkaufen, doch teurer in keinem Fall.”, verkündete Padalko.
Quelle: Kommersant-Ukraine


Forumsdiskussionen
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Obwohl der Leo-Express angeblich seit Juni den Betrieb auf dieser Strecke aufgenommen hat wird die "Bahnfahrt" über Przemysl nach UA wohl noch lange Zukunftsmusik bleiben.
Wie zu lesen ist gibt es noch nichtmal für das polnische Streckennetz eine Zulassung so daß derzeit dort wohl noch mit Bussen gefahren wird.
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„изображение.png изображение.png Da muß man wohl mit den Daten etwas herumspielen ... Da wird wohl noch nicht täglich gefahren. Trotzdem Danke.“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„
Ist korrekt, aber ich finde man hätte trotzdem im Text gleich darauf hinweisen können.War aber nicht "böse" gemeint ...
Bis jetzt sind die Tickets auch noch nicht auf der Webseite buchbar - warum auch immer ...
Hab´s versucht - bekomme aber immer angezeigt "auf dieser Strecke fahren wir nicht"
“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Man sollte aber explizit dazu schreiben, daß es ein Zug von LeoExpress ist - und nur auf deren Webseite kann man die Fahrkarten kaufen. Zumindest ist es die erste Umsteigefreie Verbindung von Deutschland...“
Eric in Recht, Visa und Dokumente • Re: Deklaration gebrauchter Kleidung beim Zoll
„Vielen Dank, mit einem Briefchen meiner Frau im Gepäck gab es keine Probleme“
Anuleb in Recht, Visa und Dokumente • Re: Seit Anfang des Jahres haben die Zollbeamten Verstöße im Wert von fast 11 Milliarden aufgedeckt
„Am besten wäre natürlich, wenn die Frau mit dabei ist. Alleinreisende Männer stehen schließlich immer unter Verdacht.“