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Umfrage: Timoschenko kann aus Verhaftung kein politisches Kapital schlagen

Das Rasumkowzentrum hat gestern die Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlicht, die vom 10. bis 17. August durchgeführt wurde. In allen Regionen der Ukraine wurden 2007 Personen befragt, die statistische Abweichung liegt nicht über 2,3 Prozent.

Gemäß den erhaltenen Daten würde, falls die Wahlen zur Werchowna Rada in der nächsten Zeit stattfinden würden, die Partei der Regionen die Mehrzahl der Stimmen erhalten. Für sie sind 15,4 Prozent bereit zu stimmen. Auf dem zweiten Platz gelangte der Block Julia Timoschenko mit 13,7 Prozent. Auf dem dritten Platz liegt die Partei „Front Smin/Front der Veränderungen“ (Vorsitzender Arsenij Jazenjuk), für den 8,8 Prozent der Befragten bereit wären ihre Stimme abzugeben. Daneben könnten die Partei „Udar/Schlag“ (Witalij Klitschko) mit 4,6 Prozent, „Silnaja Ukraina/Starke Ukraine“ (Sergej Tigipko) mit 4,5 Prozent, die Allukrainische Vereinigung „Swoboda/Freiheit“ (Oleg Tjagnybok) mit 3,5 Prozent und die Kommunistische Partei (Pjotr Simonenko) mit 3,6 Prozent die Dreiprozenthürde überwinden.

Die Spezialisten des Zentrums befragten die Wähler ebenfalls nach ihren Präferenzen bei Präsidentschaftswahlen. Die erhaltenen Daten zeugen davon, dass falls die Wahlen zum Staatsoberhaupt am nächsten Sonntag stattfinden würden, dann würden für den derzeitigen Präsidenten Wiktor Janukowitsch mehr Ukrainer als für andere stimmen. Für ihn sind 17,3 Prozent der Befragten bereit ihre Stimme abzugeben. Auf dem zweiten Platz läge die Führerin der Partei „Batkiwschtschyna/Vaterland“, Julia Timoschenko, (14,4 Prozent) und auf dem dritten Arsenij Jazenjuk (8,8 Prozent).

Die Untersuchung des Rasumkowzentrums wurde bereits nach dem Zeitpunkt durchgeführt, an dem die Sicherheitsmaßname für Timoschenko von einer Meldeauflage zu Inhaftierung im Lukjanowskaer Untersuchungsgefängnis umgewandelt wurde. Die Daten der Befragung zeugen davon, dass die Verhaftung der Ex-Premierin sich überhaupt nicht auf ihre Chancen Staatsoberhaupt zu werden ausgewirkt haben, doch erhöhte sie das Rating ihrer Partei etwas. Im Vergleich zur Maibefragung blieb das Präsidentenrating von Julia Timoschenko auf dem alten Niveau – 14,4 Prozent, doch das Rating der Partei „Batkiwschtschyna“ erhöhte sich um 0,4 Prozent. Im Vergleich zur gleichen Untersuchung änderte sich das Rating von Wiktor Janukowitsch fast nicht (+0,1 Prozent) und das von Arsenij Jazenjuk stieg um 0,6 Prozent.

Der Meinung von 31,9 Prozent der Befragten nach wurde Julia Timoschenko inhaftiert, um „eine einflussreiche Oppositionspolitikerin loszuwerden“. Dabei ist sich praktisch die Hälfte – 48 Prozent der Befragten – sicher, dass im Lande politische Repressionen begonnen haben. Mit dieser Behauptung sind 27,9 Prozent der Befragten nicht einverstanden und 24,2 Prozent enthielten sich einer Antwort.

Walerij Kalnysch

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein  — Wörter: 398

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