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Weitere Privatisierung der "Oblenergos" vorerst gescheitert

Die Regierung verzichtete auf den Verkauf von sechs Blockpaketen regionaler Energieversorger. Dies geschah sofort nach dem gescheiterten Versuch des Verkaufs der Aktien von “Poltawaoblenergo”. Der Verkauf wurde von Minderheitsaktionären des Unternehmens blockiert. Bei der Regierung und dem Fonds für Staatseigentum (FSE) werden die Vorgänge unterschiedlich interpretiert, sich dabei auf gegenseitige Beschuldigungen beschränkend. Übrigens, Marktteilnehmer und Experten gehen davon aus, dass das Scheitern eine Antwort der Investoren auf das Wirrwarr ist, welches in Privatisierungsfragen herrscht.

Gestern verkündete der Abgeordnete (Fraktion Block Julia Timoschenko) Andrej Portnow, welcher vom Kabinett zum ausführenden Leiter des Fonds für Staatseigentum ernannt wurde, dass der Handel mit den Aktien von sechs regionalen Energieversorgern, welcher Anfang April angekündigt wurde, abgesagt wird. Einen Kommentar zu den Gründen dieser Entscheidung lehnte er rundweg ab. Beim Pressedienst der Regierung wurde die vorliegende Entscheidung ebenfalls nicht kommentiert. Übrigens, ein Informant, dem Kabinett nahestehend, erklärte dem “Kommersant-Ukraine“, dass die Wettbewerbe in Verbindung damit verschoben wurden, dass der Verkauf von “Poltawaoblenergo” von einer Gerichtsentscheidung blockiert wurde. “Wir hatten zwei reale Interessenten für jeden der Energieversorger. Doch Walentina Semenjuk blockierte den Wettbewerb zu ‘Poltawaoblenergo’ per Gericht und daher wollten wir unser Glück nicht strapazieren und die anderen Energieversorger verkaufen.”, erläuterte dem “Kommersant-Ukraine“ dessen Gesprächspartner.

Ende März verkündete die Leiterin des Fonds für Staatseigentum Walentina Semenjuk, dass sie die Aktien von sechs regionalen Energieversorgern nicht verkaufen kann, da diese Unternehmen Monopolisten seien und deren Verkauf durch einen Präsidentenerlass verboten wurden. Nichtsdestotrotz stellte am 2. April das Kabinett 25% von “Poltawaoblenergo”, 26,98% von “Lwowoblenergo”, 25,02% von “Prikarpateoblenergo”, 25,01% von “Odessaoblenergo” und jeweils 25% von “Tschernigowoblenergo” und “Sumyoblenergo” zum Verkauf.

Die Auktion zum Verkauf der 25% der “Poltawaoblenergo” sollte gestern bei der Ukrainischen Interbankenwährungsbörse (UMBB) stattfinden, die der anderen Energieversorgungsunternehmen heute. Doch der Verkauf der “Poltawaoblenergo” wurde von einer Entscheidung des Swtlowodsker Kreisgerichts der Kirowograder Oblast untersagt. Wie dem “Kommersant-Ukraine“ der Vorstandsvorsitzende der UMBB Pjotr Perewersew sagte, wurde die Klage von drei physischen Personen – Einwohnern der Stadt Krementschug, welche Minderheitsaktionäre von “Poltawaoblenergo” sind, eingereicht. Deren Namen weigerte sich Perewersew zu nennen.

Walentina Semenjuk dementiert kategorisch Verbindungen ihrerseits zu dieser Gerichtsentscheidung zurück. “Das ist nicht wahr. Den Wettbewerb haben Finanzindustriegruppen vereitelt, die dem Kabinett nahestehen.”, äußerte sie sich gegenüber dem “Kommersant-Ukraine“. Die Situation erläuterte ein Informant des “Kommersant-Ukraine“ in der “Privat”-Gruppe, einem der Interessenten für die Aktien von “Poltawaoblenergo”. Seinen Worten nach, haben die Klagen Aktionäre eingereicht, die der Holding gegenüber loyal sind. “Am Vortag des Wettbewerbs wurde offensichtlich, dass von zwei Interessenten für den Kauf der Aktien des Regionalversorgers nur wir übrig geblieben waren. Und daher mussten wir vor Gericht den Wettbewerb stoppen, da wir nicht der einzige Käufer sein wollten, wie das zum Beispiel beim Verkauf von ‘Luganskteplowos’ war”, erzählte der Gesprächspartner dem “Kommersant-Ukraine“.

Experten gehen davon aus, dass der Vorstoß der Gruppe “Privat” gezwungenermaßen stattfand. Der Direktor des Internationalen Institutes für Privatisierung, Eingentumsmanagement und Investitionen, Alexander Rjabtschenko, vermutet, dass die “Privat” Holding dazu gezwungen war die Durchführung des Wettbewerbes vor Gericht zu stoppen. “Nur so war es möglich zu zeigen, dass der Wettbewerb für sich gesetzeskonform ist und es Interessenten für die Aktiva gibt und in allem Semenjuk schuld ist, welche den Wettbewerb per Gericht blockiert.”, merkte Rjabtschenko an.

Doch gibt es noch eine andere Erklärung für die Sprengung des Privatisierungswettbewerbes. Gestern erklärte der zweite Teilnehmer am Handel mit den Aktien von “Poltawaoblenergo” die Gruppe “Energetitscheskij Standart”, von Konstantin Grigorischin, dass sie an der Teilnahme an dem aus rechtlicher Sicht zweifelhaften Wettbewerb verzichtete. “Die Entscheidung über die Durchführung des Wettbewerbs wurde unter offensichtlichen Verletzungen der Prozedur der Bekanntmachung, der Durchführung des Handels und der Registrierung der Teilnehmer beschlossen.”, heißt es in der Erklärung des Unternehmens.

Die Analystin der Investmentfirma “Renaissance Capital” Jekaterina Malofejewa vermutet, dass die Erklärung der Gruppe davon spricht, dass der Wettbewerb, vom Kabinett ausgerufen, vollständig diskreditiert ist und weiter nicht durchgeführt werden kann. “Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass auf die Teilnahme an der Auktion zu den Energieversorgern Portfolioinvestoren, Ausländer und große ukrainische Investfirmen verzichtet haben. Von der Sache her, haben nur zwei Finanzindustriegruppen zugestimmt am Wettbewerb teilzunehmen, von denen eine am Ende sich wieder distanziert hat.”, sagt Rjabtschenko.

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 755

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