Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Strafverfahren gegen seinen Schwiegervater Leonid Kutschma ist Wiktor Pintschuk in die PR-Offensive gegangen. Der ehemalige Oligarch hat prominente Berater aus dem Westen angeheuert, um seinen Verwandten in einen politisch verfolgten umzuwandeln.
Der erste Trumpf, den er auf den Tisch gelegt hat, war der gefragte amerikanische Rechtsanwalt Alan Dershowitz. Er ist dazu berufen, in der öffentlichen Kommentierung des Verfahrens die „Stimme des Westens“ an der Seite des Angeklagten zu werden.
Am 11. April hielt Dershowitz vor ukrainischen Journalisten eine Pressekonferenz, in der er sich von der Unschuld seines Klienten überzeugt zeigte. „Die kriminelle Verfolgung des Präsidenten Kutschma muss sofort aufhören!”, sagte der Jurist den Anwesenden.
Dershowitz ließ erkennen, dass es ihm keine Gewissensbisse bereitet, Leonid Kutschma verteidigen zu müssen – den Mann, der für seine Präsidentschaft in die Liste der „Zehn Feinde der Pressefreiheit“ des New Yorker Komitees zum Schutz von Journalisten gelangte, und die Ukraine in die Kategorie „unfreie Länder” im Ranking des amerikanischen Freedom House führte. „Moralisch fühle ich mich in Ordnung. Als ich von dem ermordeten Journalisten erfuhr, hat mich das betroffen, denn er wurde Opfer eines Verbrechens. Aber das rechtfertigt nicht, dass ein anderer Mensch Opfer einer ungerechten Anschuldigung wird”, erzählte Dershowitz in Kiew.
Vor allem betont er, dass es sich prinzipiell nicht beweisen lässt, ob die Tonbandaufnahmen authentisch sind. Also verlangt er ein Expertengutachten sowie das Original von den Aufnahmen, um eine eigene Untersuchung durchführen zu können. „Wenn man uns die Tonbänder nicht gibt, ist das ein Verstoß gegen das Prinzip vom Primat des Rechts. Das wäre für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und die internationale Gemeinschaft nicht hinnehmbar”, sagte Dershowitz. Möglicherweise weiß der amerikanische Rechtsanwalt einfach nicht, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte den ukrainischen Staat, mit Leonid Kutschma an seiner Spitze, bereits für schuldig befunden hat – wegen Verletzung von Heorhij Gongadses Recht auf Leben und wegen Behinderung der Aufklärung dieses Verbrechens.
Die Verpflichtung von Dershowitz war nur der Anfang einer größeren Verteidigungskampagne Leonid Kutschmas mit der Hilfe der westlichen Partner seines Schwiegersohns. Der Umfang ihres Einsatzes zeigt, dass man das eingeleitete Strafverfahren ernst nimmt.
Laut Informationen der Ukrajinska Prawda hat Pintschuk die bekannte französische Consulting-Firma Euro RSCG für die Bildung einer öffentlichen Verteidigung im Verfahren gegen Kutschma angeheuert. In der Ukraine eingetroffen ist bereits die Betriebschefin von Euro RSCG Worldwide, Nathalie Biderman. Der Ukrajinska Prawda gelang es, sie zu fotografieren, als sie nach seiner Pressekonferenz Dershowitz zum nächsten Termin auf dem Programm seines Kiew-Besuchs begleitete.
Es ist nicht das erste Mal, dass Pintschuk in einer Krisensituation auf Euro RSCG setzt. So war es 2004 nach der Vergiftung Wiktor Juschtschenkos und die von ihm formulierten Anschuldigungen an die Adresse der Regierung. Damals sollte Euro RSCG im Auftrag Pintschuks ein anderes Signal senden: dass es kein Attentat auf den Kandidaten der Opposition gegeben hat. Außerdem ist Euro RSCG an der Organisation von Pintschuks internationalen Events beteiligt: die europäische Strategiekonferenz in Jalta und der „ukrainische Lunch“ in Davos.
Das zweite Schwergewicht, das Pintschuk für die Gestaltung seiner PR-Strategie im Verfahren gegen Kutschma geholt hat, ist der amerikanische Berater Douglas Schoen.
Doug Schoen beschreibt sich selbst als „einen der einflussreichsten Berater auf dem Lager der amerikanischen Demokraten über die letzten 30 Jahre“. Schoen ist einer der Partner der Lobbying-Gesellschaft „Penn, Schoen & Berland“.
Doug Schoen hat Bill Clintons Wahlkampf von 1996 mitorganisiert. Zu seinen Klienten gehören der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi und drei israelische Ministerpräsidenten.
Außerdem macht an diesem Rehabilitierungsversuch Kutschmas das Horschenin-Institut mit, das von Wadym Omeltschenko geführt wird – dem früheren Vizepräsidenten von Pintschuks Firma Interpipe. Interessanterweise hat das Horschenin-Institut vor einigen Tagen die Ergebnisse einer „Expertenbefragung“ unter Juristen veröffentlicht, in der alle Befragten einhellig behaupteten, Melnytschenkos Aufnahmen seien zweifelhaft und als Beweismittel gegen Kutschma untauglich.
Die Informationen über westliche und ukrainische Berater, die für Kutschmas Rettung angeheuert worden sind, findet man im Programm zum Kiew-Besuch des amerikanischen Rechtsanwalts Alan Dershowitz, das der Ukrajinska Prawda vorliegt.
11. April 2011 // Serhij Leschtschenko
Quelle: Ukrajinska Prawda



Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
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Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“