FacebookVKontakteTwitterMail

Journalistenvereinigung veröffentlichte Liste mit Personen und Institutionen, welche die Pressefreiheit behindern

Gestern veröffentlichte die Journalistenvereinigung der Ukraine (JVU) eine Liste der Organisationen und Staatsbediensteten, die, der Meinung der JVU nach, die Tätigkeit der Massenmedien behindern. Dazu gehörten das Innenministerium, die Nationale Expertenkommission für Fragen der Verteidigung der öffentlichen Moral, Parlamentsabgeordnete, Richter von Kreisgerichten und Oblast-Gouverneure. Die in die Liste geratenen Staatsbediensteten versprachen bereits gegen die JVU vor Gericht zu klagen.

Die nationale Journalistenvereinigung bereitete eine „Liste der Staatsbediensteten und Organisationen vor, welche die Tätigkeit der Massenmedien behindern“. Dabei kritisierte die JVU die Tätigkeit der Miliz während der Pressekonferenz im Ukrainischen Haus am 8. April (Ausgabe des „*Kommersant-Ukraine*“ vom 9. April) , „Die Milizionäre behinderten den Journalisten des ‘Nowyj Kanals’ Sergej Kutrakow bei der Ausübung seiner beruflichen Verpflichtungen“, heißt es in der Mitteilung der JVU. Dort wird ebenfalls bestätigt, dass als Antwort auf die Bitte eines Mitarbeiters des „Nowyj Kanal“ die Situation im Ukrainischen Haus zu kommentieren, der Stellvertreter des Leiters des Pressedienstes der Hauptverwaltung des Innenministeriums in Kiew, Wladimir Dmitrenko, den Journalisten empfahl „nicht zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, damit es keine Probleme mit der Miliz gäbe“.

Der Berater des Innenministers, Konstantin Stognij, nahm die Kritik an die Adresse des Innenministeriums mit Unverständnis auf. „Die Leitung der JVU muss andere Prioritäten setzen; in der Ukraine gibt es lautere Vorfälle von Journalistenverfolgung, wo die Rede beispielsweise über ihre Gesundheit geht und Wladimir Dmitrenko erhielt eine Strafe“, erklärte Stognij dem „*Kommersant-Ukraine*“.

Bei der Journalistenvereinigung richtete man die Aufmerksamkeit ebenfalls auf die Tätigkeit der Nationalen Expertenkommission zu Fragen des Schutzes der öffentlichen Moral (NEK). Gemäß dem Bericht der Journalistenvereinigung, hat die Leitung der NEK „ein Akkreditierungssystem eingeführt“ und verweigert Pressevertretern Kommentare. „Der Leiter der NEK, Wassilij Kostizkij, versucht die Informationen in den Massenmedien über die Tätigkeit der Kommission zu kontrollieren“, bekräftigt man bei der JVU.

In die schwarze Liste geriet auch der Parlamentsabgeordnete Alexander Tkatschenko (Kommunisten), der „ungebührlich mit einer Aufnahmegruppe des Fernsehsenders STB verfuhr“ (nahm dem Journalisten das Mikrofon ab und warf es weg) und ebenfalls der Vorsitzende der Odessaer Gebietsverwaltung/Gouverneur, Eduard Matwijtschuk. Den Angaben der JVU nach, unterschrieb Matwijtschuk eine Anordnung über den Austritt der Gebietsverwaltung aus dem Bestand der Gründer/Stifter der Zeitung „Tschernomorskije Nowosti“, dies ohne ein entsprechendes Abkommen mit den anderen Teilhabern zu machen – der Leitung und den Mitarbeitern der Zeitung.

Wie Eduard Matwijtschuk dem „*Kommersant-Ukraine*“ erläuterte, „waren die ‘Tschernomorskije Nowosti’ eine private Zeitung, der von der vorhergehenden Oblastleitung aus irgendwelchen unbekannten Gründen hunderttausende Hrywnja bereitgestellt wurden“. „Jetzt spricht Präsident Wiktor Janukowitsch von einem harten Sparregime und die Oblastleitung gab Geld für unbekannte Sachen aus“, erklärte Matwijtschuk dem „*Kommersant-Ukraine*“, dabei versprechend gegen die JVU zu klagen.

Artjom Skoropadskij

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 445

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Vielleicht sollten Sie eine Spende in Betracht ziehen.
Diskussionen zu diesem Artikel und anderen Themen finden Sie auch im Forum.

Artikel bewerten:

Rating: 5.0/7 (bei 1 abgegebenen Bewertung)

Kommentare

Kommentar schreiben

Neueste Beiträge

Aktuelle Umfrage

Wer sollte die nächste Präsidentin bzw. der nächste Präsident der Ukraine werden?
Interview

zum Ergebnis
Frühere Umfragen

Karikaturen

Andrij Makarenko: Eurovision

Wetterbericht

Für Details mit dem Mauszeiger über das zugehörige Icon gehen
Kyjiw (Kiew)6 °C  Ushhorod10 °C  
Lwiw (Lemberg)6 °C  Iwano-Frankiwsk5 °C  
Rachiw10 °C  Jassinja2 °C  
Ternopil7 °C  Tscherniwzi (Czernowitz)4 °C  
Luzk6 °C  Riwne6 °C  
Chmelnyzkyj5 °C  Winnyzja6 °C  
Schytomyr6 °C  Tschernihiw (Tschernigow)7 °C  
Tscherkassy8 °C  Kropywnyzkyj (Kirowograd)9 °C  
Poltawa9 °C  Sumy7 °C  
Odessa7 °C  Mykolajiw (Nikolajew)10 °C  
Cherson9 °C  Charkiw (Charkow)10 °C  
Krywyj Rih (Kriwoj Rog)12 °C  Saporischschja (Saporoschje)9 °C  
Dnipro (Dnepropetrowsk)9 °C  Donezk13 °C  
Luhansk (Lugansk)10 °C  Simferopol13 °C  
Sewastopol9 °C  Jalta8 °C  
Daten von OpenWeatherMap.org

Leserkommentare

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

«Schloss Pidhirzi ... DAS Märchenschloss .... so wie ich es mir als Kind immer vorgestellt habe. Verwunschen .... Dornröschen...»

«es war keine gute geste sondern der "vertriebenen gesetz" ermöglichte den russlanddeutschen nach deutschland zu kommen..zum...»

KOLLEGGA mit 150 Kommentaren

Alex Alexandrewitsch mit 60 Kommentaren

Christos Papaioannou mit 29 Kommentaren

Wolfgang Krause mit 28 Kommentaren

Torsten Lange mit 24 Kommentaren

franzmaurer mit 18 Kommentaren

Mario Thuer mit 17 Kommentaren

Poposhenko mit 17 Kommentaren

Anatole mit 17 Kommentaren

Jusstice For All mit 17 Kommentaren