Die österreichische Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) untersucht die Möglichkeit ein großes Aktienpaket der „Raiffeisen Bank Aval“ zu verkaufen. Die Entscheidung zu einem Börsengang hängt von dem Bedarf der Bank für neue Reserven für problematische Kredite und zur Deckung von Verlusten ab, die 2009 2 Mrd. Hrywnja überstiegen. Experten meinen, dass neue Aktionäre das Management der Bank erschweren, daher zweifeln sie an einem schnellen Verkauf der Aktien des Instituts.
Die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG beabsichtigt die Möglichkeit einer Verringerung ihres Anteils an der ukrainischen „Raiffeisen Bank Aval“ und der russischen Raiffeisenbank auf unter 50% der Aktien zu prüfen. „Am Finanzmarkt kann es keine ewigen Garantien geben. Die Kontrolle zu verlieren, wird schmerzhaft, doch ist nicht ausgeschlossen, dass die Bank auf die Mehrheitsbeteiligungen in großen osteuropäischen Märkten – beispielsweise in der Ukraine und in Russland – verzichtet“, erklärte am 27. März der Vorstandsvorsitzende, Christian Konrad, im Programm des österreichischen Radios „Ö1“. Seinen Worten nach wird die Notwendigkeit für eine bedeutende Erhöhung der Reserven für Problemkredite der „Töchter“ zum entscheidenden Faktor bei dem Entschluss zur Verringerung der Anteile. Dabei beabsichtigt die Raiffeisen Zentralbank in den nächsten zehn Jahren ihren Mehrheitsanteil bei der Raiffeisen International Bank Holding AG, welche das ukrainische Institut besitzt, zu behalten.
Der Pressesekretär der Raiffeisen Internation, Michael Palzer, konkretisierte gegenüber dem “Kommersant-Ukraine“, dass Konrad eine sehr langfristige Perspektive meinte und sich auf das vermutete bedeutende Wachstum des Bankenmarkts berief. „Unter diesen Umständen könnte eine mögliche Variante eine öffentliche Platzierung der Aktien einer der lokalen Tochterbanken sein“, betonte Michael Palzer. „Wir haben das vor einigen Jahren erwähnt, dabei von Russland redend, doch derzeit wird eine solche Transaktion nicht in Betracht gezogen“. Palzer fügte hinzu, dass der Verkauf der „Raiffeisen Bank Aval“ bislang kein „Diskussionsgegenstand“ ist. Der Pressedienst der „Raiffeisen Bank Aval“ konnte keine Kommentare von Vorstandsmitgliedern des ukrainischen Instituts liefern. Gestern betrug die Kapitalisierung der Bank an der „Ukrainischen Börse“ 10,505 Mrd. Hrywnja. Die Kurse stiegen seit Anfang des Jahres um 75,5%.
Die Bank „Aval“ wurde 1992 gegründet und 2005 an die österreichische Raiffeisen International Bank-Holding AG verkauft, die derzeit 95,93% der Bank hält. Die „Raiffeisen Bank Aval“ stellte 2009 5,5 Mrd. Hrywnja als Reserve für Problemkredite zurück und fuhr 2 Mrd. Hrywnja an Verlusten ein. Für deren Deckung erhöhte das Institut das Stammkapital von 2,42 Mrd. Hrywnja auf 3 Mrd. Hrywnja.
Analysten denken nicht, dass eine Zusatzemission der ukrainischen Bank eine Kapitalstärkung und stabiler zu werden gestattet. Ihrer Meinung nach ist das wahrscheinlichste Szenario das Hinzuziehen eines strategischen Partners. “Wenn die Raiffeisen Zentralbank sich zu einem teilweisen Verkauf der ‘Raiffeisen Bank Aval’ entschließt, wird der Käufer wahrscheinlich ein strategischer Investor sein und es wird keine große Zahl an Investoren geben“, sagt Nikita Michajlitschenko, Analyst bei der Investmentfirma Concorde Capital. „Doch falls keiner der Eigentümer mehr als 75% der Aktien besitzt, könnte das einige Reibungen bei Kapitalerhöhungen des Instituts hervorrufen, wie die Erfahrung einiger anderer großer Banken in der Krisenzeit zeigt“. Aufgrund unterschiedlicher Ansätze für die Entwicklung des Instituts konnten die Aktionäre der „Forum“ Bank mehrfach eine Kapitalerhöhung nicht bestätigen. „Bei diesen Geschäften treten viele Probleme bei der Ernennung der Leitung, der Durchführung von Aktionärsversammlungen und Aktienemissionen auf“, bestätigt der Erste Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden der PromInvestBank, Wjatscheslaw Jutkin. “Gewöhnlich kauft man 25% + 1 Aktie als Portfolioinvestition oder wenigstens 60% der Aktien“.
Jelena Gubar
Quelle: Kommersant-Ukraine


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